Bivuak

Bivuak

Bivuak (franz. »Bivouac«, Biwak), derjenige Ort, wo Truppen eine oder mehrere Nächte, oder auch nur einige Stunden, unter freiem Himmel zubringen, bivuakieren, und dies geschieht vorzüglich, wenn man sich in der Nähe des Feindes befindet. Sind die Truppen nicht zu ermüdet, und ist Gebüsch oder Stroh in der Nähe, so werden sie sich des einen oder anderen bedienen, um sich leichte Hütten zu bauen, welches in einigen Minuten geschehen ist, oder sich eine bequemere Lagerstelle zu machen; sonst ist die bloße Erde und der Mantel hinreichend, einem müden Soldaten die nötigen Kräfte durch den Schlaf wieder zu geben.

Die Bivuaks sind gewöhnlich schon durch höhere Anordnungen vor unvermuteten feindlichen Überfällen gedeckt, und haben hierin das mit den Lagern gemein, was für diese vorgeschrieben ist. Gewöhnlich lässt man die Truppen bataillonsweise hinter und neben einander bivuakieren; die Kompagnien eines Bataillons setzen dann die Gewehre zusammen. Hinter ihren Gewehren nehmen sie die Lagerstellen; ist aber plötzlicher und rascher Aufbruch zu befürchten, so haben sie dieselben beim ihrem Lager. Es wird nichts abgelegt als Tornister und Mäntel. Für jedes Bataillon wird sogleich eine Fahnenwache kommandiert, welche nur einen Posten nötig hat; für das ganze Bivuak aber eine oder mehrere Brandwachen, nach der Anzahl der Truppen. Sodann wird ein Teil der Mannschaft unter Aufsicht von Offizieren nach Holz, Stroh, Wasser und Lebensmitteln geschickt, wenn dergleichen nicht geliefert wird. Die Feuer zum Kochen, und bei kaltem Wetter zum Wärmen, werden immer bataillonsweise, hinter den Lagerstellen, in einer Linie angemacht. Werden Hütten gebaut, so muss der Feldwebel immer einige Leute kommandieren, um für die Kompagnie-Offiziere 1 oder 2 Hütten zu bauen, wenn es nicht immer freiwillig geschieht, wie dies gewöhnlich der Fall ist.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe