Braunschweigisch-lüneburgischer Generalfeldmarschall Johann Wilhelm von Reden

Johann Wilhelm von Reden, kurfürstlich braunschweig-lüneburgischer Generalfeldmarschall, ward am 7. März 1717 zu Hannover als das neunte Kind des Oberhofmarschalls von Reden geboren, diente in der Infanterie seines Heimatstaates und ward, als der Kurstaat sich im Frühjahr 1757 zu tätiger Teilnahme am Siebenjährigen Krieg entschloss und der Herzog von Cumberland am 23. April den Oberbefehl der sogen. alliierten Armee übernahm, dessen Generaladjutant. In gleicher Verwendung hat er dessen Nachfolger, dem Herzog Ferdinand von Braunschweig, bis zum Ende des Feldzuges zur Seite gestanden und sich den Ruf eines durchaus zuverlässigen, gewissenhaften und eifrigen Offiziers erworben, welcher alle ihm zufallenden Geschäfte zur vollständigen Zufriedenheit seines Chefs besorgte.

Es gehörte zu den Pflichten seines Amtes, die Besorgung alles dessen was auf den inneren Dienst der Truppen gleichviel welchem der vielen Kontingente, aus denen das Heer sich zusammensetzte, dieselben angehörten, Bezug hatte; die Befehle fertigte er in der Herzoge wie in seinem eigenen Namen aus. Näheres über seine Tätigkeit enthält sein, von seinem Schwiegersohn Oberst von der Osten, unter dem Titel »Feldzug der alliierten Armee in den Jahren 1757 bis 1763«, Hamburg 1805–1806, in drei Teilen herausgegebenes Tagebuch, welches übrigens keine wichtigen Aufschlüsse bringt; dazu fehlten dem Schreiber sowohl Zeit wie Talent.

Bei Beginn des Krieges Oberstlieutenant, war Redem während desselben zum Generallieutenant aufgestiegen, zu welchem Grade er 1762 befördert wurde; Herzog Ferdinand hatte ihn schon nach dem glücklichen Treffen von Vellinghausen (15.–16. Juli 1761) dazu vorgeschlagen; König Georg III, trug aber seines Dienstalters wegen Bedenken, den Vorschlag zu genehmigen (v. d. Knesebeck, Ferdinand Herzog von Braunschweig während des Siebenjährigen Krieges, II, 334–339, Hannover 1858).

Als im Jahre 1781 der Feldmarschall von Hardenberg gestorben war, trat Reden als »General der Infanterie und commandirender General der gesammten Truppen« an die Spitze der hannoverschen Armee, wurde auch 1784 zum Feldmarschall, befördert, als aber, nachdem die französischen Truppen in das deutsche Reich eingefallen waren, auf Anordnung des Reichstages zu Regensburg ein Reichsheer aufgestellt und Kurbraunschweig-Lüneburg sein Kontingent zu demselben stellen sollte, fühlte Reden sich den Anforderungen, welche die Zeit an ihn stellte, bei seinem hohen Alter nicht mehr gewachsen; er legte am 18. Oktober 1792 den Oberbefehl nieder und starb zu Hannover am 8. Januar 1801. Sein Waffengefährte aus dem Siebenjährigen Krieg, Martin Ernst von Schlieffen kennzeichnet ihn mit den Worten »stets geschätzt, wo gekannt«; er schreibt den Namen fälschlich »Rheden« (Nachrichten von einigen Häusern des Geschlechts der v. Schlieffen, Kassel 1784, S. 446).

Bibliographie

  • Poten, Bernhard von: Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 30 (Leipzig 1890)
  • Sichart, L. von: Geschichte der hannoverschen Armee, III und IV (Hann. 1870-71)

Quelle: Bernhard von Poten

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