Victor François, 2. Herzog von Broglie, Marschall von Frankreich

Broglie (spr. bröllj’), Victor François, Herzog von, Marschall von Frankreich, Sohn des François-Marie de Broglie, geb. 19. Okt. 1718, gest. 1804 in Münster, focht unter seinem Vater in Italien und im Österreichischen Erbfolgekrieg. Im Siebenjährigen Krieg kommandierte er in Hessen, eroberte Kassel (1758), siegte über die Hessen bei Sandershausen und schlug den Herzog Ferdinand von Braunschweig 13. April 1759 bei Bergen, wofür er vom Kaiser zum deutschen Reichsfürsten erhoben wurde. Hierauf nahm er am 7. Juli 1759 Minden, bahnte sich den Weg nach Hannover, focht am 1. August 1759 unter Contades in der Schlacht bei Minden, wurde an dessen Stelle Oberbefehlshaber und am 1. Dezember des Jahres zum Marschall von Frankreich ernannt. Broglie bewährte sich als der tüchtigste Feldherr der Franzosen im Siebenjährigen Krieg; er siegte 1760 im Gefecht bei Corbach, wurde aber durch die Niederlage 1761 bei Vellinghausen blamiert und infolge von Intrigen der Pompadour und seines Streits mit Soubise 1762 abgesetzt.

1771 erhielt er das Generalgouvernement Metz und Lothringen. Beim Ausbruch der Revolution 1789 zum Kriegsminister und Generalmarschall ernannt, befehligte er die zwischen Paris und Versailles zusammengezogenen Truppen, nach deren Abfall er emigrierte. 1792 übernahm er den Oberbefehl über die Armee der Brüder des Königs und trat nach deren Auflösung 1797 in russische Dienste. Sein Sohn Victor von Broglie wurde am 27. Juni 1794 guillotiniert.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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