Glorex Zinn 98% nach DIN 17810

Testbericht des Gießmetalls von Glorex

Zinn 98% nach DIN 17810, Glorex 6-2806-018

Glorex Zinn 98% nach DIN 17810 ist ein bleifreies Gießmetall zur Herstellung hochwertiger Gebrauchsgegenstände. Reinzinn wird normalerweise für Löffel, Becher, Bierkrüge, und andere Zinngeräte verwendet, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen und deshalb kein giftiges Blei enthalten dürfen. Viele Hersteller von Zinngießformen bieten ihren Kunden hingegen weiterhin so genannte »Gießmetalle« oder »Weißmetalle« an, die 50 bis 70 Prozent giftiges Blei enthalten. Der Zinngehalt dieser »Zierzinn«, »model metal« oder »standard metal« genannten Legierungen liegt dann meist bei nur 10 bis 35 Prozent. Selbstgegossene Figuren aus bleihaltigen Metallen sind keine »Zinnfiguren«, und sie dürfen auch nicht als solche in den Handel gebracht werden. Was viele Zinnfigurensammler nicht ahnen, oder geflissentlich ignorieren: der Körper nimmt das giftige Blei durch Einatmen oder über die Haut auf. Beim Gießen, Bohren und Feilen von Bleisoldaten entsteht bleihaltiger Staub, der sich durch Luftbewegung in der ganzen Wohnung verteilt, oder mit der kontaminierten Kleidung in Wohnräume, Küche und Bad eingeschleppt wird.

Wer beim Gießen mit bleihaltigen Metallen raucht, trinkt, isst, Kaugummi kaut, kontaminierte Finger oder Werkzeuge an die Lippen führt, riskiert eine chronische Bleivergiftungen. Blei reichert sich im Körper an und schädigt das Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System, Verdauungsorgane und Nieren. Beim Gießen, Löten, Putzen, Bemalen und Spielen mit Bleisoldaten entsteht bleihaltiger Abrieb auf der Haut, der sich erst durch mehrmaliges intensives Händewaschen entfernen lässt. Besonders hartnäckig sitzt das Blei im Haar, auf der Kleidung und unter Fingernägeln. Von den verschmutzten Fingern breitet sich die Kontamination schnell auf uniformkundliche Bücher, Werkzeug, Pinsel, Farbtuben, Tischoberflächen, Computer-Tastaturen, und andere Objekte aus, die dann ihrerseits zur Gefahrenquelle werden. Diese Vielzahl von Gefahren lässt sich mit den Einsatz bleifreier Metalle vermeiden.

Glorex Zinn 98% nach DIN 17810 zeigte in unserem Test mit Gießformen von Prince August, Zinnbrigade, Creartec, und Nürnberger Meisterzinn gute Gießeigenschaften. Das Zinn ließ sich über einem Camping-Gaskocher schnell schmelzen und auf die gewünschte Temperatur bringen. Beim Gießen verschiedener Infanteristen traten keine Fehlgüsse auf; Bajonette waren vollständig gegossen und die Form insgesamt gut gefüllt. Lediglich der Sponton in der Meisterzinn Vielfachform Nr. 1321 ließ sich mit diesem Zinn 98% nicht gießen. Abhilfe schafft hier der Zusatz von Fließmetall-Pellets aus Bismut. Die Gussstücke fielen nicht locker aus den Meisterzinn Metallformen heraus wie das beim bleihaltigen Zierzinn vorkommen kann, sie ließen sich aber gut entformen. Das Putzen der Figuren mit Schlüssel- und Nadelfeilen fiel leichter, da diese Legierung weniger schmiert als weichere, bleihaltige Gießmetalle.

Mit Zinn 98% von Glorex zu arbeiten war eine erstaunlich saubere und im Ergebnis sehr zufriedenstellende Angelegenheit. Reinzinn bietet gegenüber bleihaltigen Gießmetallen klare Vorteile, und seine Verwendung steigert den Sammlerwert der selbstgegossenen Figuren. Durch Legieren mit Antimon oder Bismut lässt sich das Risiko der Zinnpest minimieren.

Fragen und Antworten

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