Kartusche

Kartuschen

Kartusche (franz. Cartouche, ital. Cartoccio), eigentlich Rolle, Name der in Gestalt von halb aufgerollten Bändern und Blättern ausgeführten Titel von Landkarten, Wappen, Büchern etc. sowie der in der späteren Renaissancezeit aufgekommenen Zierrahmen mit aufgerollten oder umgebogenen Enden, die oft ganze Landschaften und allegorische Figuren darstellten; dann überhaupt rahmenartige Einfassungen von Schildern, wie sie seit der Mitte des 16. Jahrhunderts in der Architektur und im Kunstgewerbe, namentlich in der Buchverzierung, sehr häufig vorkommen und in ihren Mittelschilden oft Devisen, Namenszüge, Wappen, Embleme u. dgl. enthielten. Die Kartuschen sind besonders für die deutsche und holländische Renaissance charakteristisch, haben aber ihre höchste Entwicklung durch den Barock- und Rokokostil erreicht (s. Tafel »Ornamente IV«, Fig. 17). Vgl. Kartusche (Munition) und Kartusche (Patronentasche)

Bibliographie

  • »Renaissancekartuschen« (40 Tafeln nach Originalen des 16. Jahrh., Leipz. 1896)
  • »Barockkartuschen« (40 Tafeln nach Originalen des 17. Jahrh., Leipz. 1896)
  • Gnant: Kartuschen für Schild- und Fassadenmalereien (Ravensb. 1895)
  • Springer: Hundert Kartuschen verschiedener Stile (Berl. 1878)
  • Ströhl: Kartuschen und Umrahmungen (Wien 1888)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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