Laufen

Ein Läufer. Zehn Bilder in einer Sekunde. Dauer der Aufnahme 0,001 Sekunde.

Laufen, Fortbewegung des Körpers, bei der er durch die Füße wechselweise vom Boden abgeschnellt, einen Augenblick in der Luft schwebt. Schnellt man beim Laufen den Körper vom Boden ab, während sein Schwerpunkt unterstützt ist, so läuft man auf der Stelle und kommt nicht vorwärts. Große Geschwindigkeit aber wird erlangt, wenn man den Schwerpunkt durch Überneigen des Körpers möglichst weit nach vorn bringt, nunmehr den Körper kräftig nach vor- und aufwärts vom Boden abstößt und während des Schwebens in der Luft das andere Bein zum Auffangen des Körpers möglichst weit nach vorn wirft. Die Abbildung gibt die Bewegungsphasen eines laufenden Menschen nach photographischen Augenblicksaufnahmen wieder. Man erkennt daran deutlich die Momente des Schwebens, in denen also keiner von beiden Füßen den Boden berührt. Je schneller der Lauf, desto längere Zeit schwebt der Körper ungestützt in der Luft, und desto kürzere Zeit dauern die Berührungen mit dem Boden.

Dem Laufen der Menschen entspricht das Traben der Tiere. Bei dieser Gangart erfolgt die Unterstützung der Körperlast abwechselnd durch die beiden diagonalen Fußpaare, so dass der rechte Vorderfuß zugleich mit dem linken Hinterfuß, der linke Vorderfuß zugleich mit dem rechten Hinterfuß den Boden berührt. Da das stützende Fußpaar früher vom Boden abgehoben wird, ehe das in Schwingung begriffene ihn wieder erreicht hat, so muss der Körper eine Zeitlang in der Luft schweben. Beim gestreckten Trab des Pferdes ist diese Zeit länger als beim kurzen Trab. Durch photographische Momentaufnahmen trabender Pferde wurde festgestellt, dass die diagonal gestellten Vorder- und Hintergliedmaßen nicht genau korrespondierend arbeiten, sondern dass die ersteren etwas früher den Boden verlassen als die letzteren. Es gelingt daher, Bilder zu fixieren, in denen das Pferd nur noch mit einem Hinterbein den Boden berührt. Der Galoppgang des Pferdes entspricht dem Sprung des Menschen (s. Springen).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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