Guido von Montfort, Herr von Castres

Guido von Montfort, Herr von Castres

Guido von Montfort, geboren um 1165, als zweiter Sohn von Simon III. Graf von Montfort und Amicia, der Schwester von Robert FitzPernel, Earl of Leicester (sprich Lester). 1189 nimmt er am dritten Kreuzzug teil und kehrt vermutlich erst 1192 mit Richard Löwenherz aus dem Heiligen Land zurück. 1202 nimmt er erneut das Kreuz, um gemeinsam mit seinem älteren Bruder Simon von Montfort am vierten Kreuzzug teilzunehmen. An der Adria angekommen, soll das Kreuzfahrerheer bei der Belagerung der katholischen Stadt Zadar mithelfen, und als Lohn dafür die Kosten der Überfahrt ins Heilige Land auf venezianischen Schiffen erlassen bekommen. Einige Kreuzfahrer lehnen diesen Handel ab, darunter auch die beiden Montforts, die sich auf eigene Faust nach Barletta in Apulien durchschlagen und von dort ins Heilige Land einschiffen. In Jaffa angekommen, schließen sie sich König Amalrich II. von Jerusalem an, und begleiten dessen Expedition gegen die Stadt Tiberias in Galiläa.

Amalrich II. schätzt das militärische Genie der beiden Brüder, und genehmigt zum Dank dafür im Jahre 1204 die Heirat Guidos mit Helvis von Ibelin (1185-1216), der Witwe des Rainald Garnier von Sidon. Guido übernimmt die Regentschaft über Sidon bis zur Volljährigkeit seines Stiefsohnes Balian im Jahre 1210. Im Oktober des Jahres unterstützt er die Krönung Johanns von Brienne zum neuen König von Jerusalem. In die Heimat zurückgekehrt, nimmt Guido am Albigenserkreuzzug seines Bruders Simon teil. 1212 misslingt den Brüdern die Belagerung der Bergfestung Montségur, 1213 siegen sie in der Schlacht von Muret, belagern 1216 die Stadt Beaucaire. Im Verlauf der Belagerung von Toulouse, wird Guido bei einem Ausfall der Verteidiger am 25. Januar 1218 durch einen Armbrustbolzen schwer verwundet. Simon von Montfort eilt seinem Bruder zur Hilfe und wird dabei selbst vom Stein einer kleinen Wurfmaschine (franz. Pierrière) am Kopf getroffen und getötet.

Simons ältester Sohn Amauri von Montfort führt den Albigenserkreuzzug nach dem Tod seines Vaters fort, in dessen Verlauf seine okzitanischen Gegenspieler nun immer mehr Boden gutmachen. Um die drohende Niederlage abzuwenden, tritt Amauri seinen Gebietsanspruch 1224 an König Ludwig VIII. von Frankreich ab, der bald darauf mit einem großen Heer in Okzitanien einmarschiert. Der wieder genesene Guido von Montfort nimmt im Gefolge des Königs an der Belagerung von Avignon teil, und beteiligt sich am weiteren Kreuzzug gegen die Albigenser. Guido von Montfort fällt am 31. Januar 1228 während der Belagerung der Festung Vareilles bei Pamiers. Sein Leichnam wird zum Königlichen Konvent von Haute-Bruyère bei Saint-Rémy-l’Honoré, Yvelines, Île-de-France, überführt, und dort beigesetzt.

Mit seiner ersten Frau, Helvis von Ibelin, hat Guido einen Sohn Philippe († 1270), der ihm als Herr von Castres folgt, nach seiner Kreuzzugteilnahme aber im Heiligen Land bleibt und dort Herr von Tyros und Toron wird; und eine Tochter Pernelle, die Nonne in der Zisterzienserinnenabtei Saint-Antoine des Champs in Paris wird. Irgendwann zwischen 1218 und 1224 heiratet Guido seine zweite Frau, Briende von Beynes, die Witwe des Lambert von Thury, Herr von Lombers. Mit Briende von Beynes hat Guido zwei Töchter, Alicia und Agnes, die beide Nonnen im Zisterzienser-Frauenkloster Port Royal des Champs werden; und einen Sohn, Guido II. von Montfort, Herr von Lombers, der 1254 während des siebten Kreuzzuges stirbt.

Bibliographie

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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