Phönizier

Phönizischer Hafen Sa Caleta auf Ibiza

Phönizien, oder Phönikien (griechische Bezeichnung Phoenike, der Einwohner Phoenix, wohl zusammenhängend mit Punier), der schmale Küstenstrich Syriens am Fuße des Libanon, der sich von dem Vorgebirge Karmel im Süden bis gegenüber der Insel Kypros erstreckte, fruchtbar, reich an Waldungen und erzreichen Bergwerken im Altertum. Die phönizische Bevölkerung bildet einen Teil der sogen. semitischen Völkergruppe, der etwa seit dem Beginn des 3. Jahrtausends in sein Land eingewandert ist. Die älteste geschichtliche Nachricht ist die eines altbabylonischen Königs (wohl Sargon von Agade um 2800 v. Chr.), der 31 Städte dieses Küstenlandes eroberte und von hier aus einen drei Jahre dauernden Kriegszug über das Mittelmeer unternahm. Das Land hat meist unter dem Einfluss der Großmächte des Euphrat-Tigristals (Babylonien und Assyrien) und des Niltals (Ägypten) gestanden. Um 2000 gehörte es (unter der ersten Dynastie von Babylon, Hammurabi) zu Babylonien, um dann bis etwa 1300 unter ägyptische Oberhoheit zu kommen. In dieser Zeit liegen die ersten einigermaßen zusammenhängenden Nachrichten vor.

Danach zerfällt das Volk in zwei größere (durch leichte dialektische Unterschiede zu unterscheidende) Gruppen: Nord- und Südphönizier, die aber in keinem festen politischen Verband miteinander stehen, sondern in verschiedene »Königreiche« zerfallen, die mit den verschiedenen Hafenstädten von Bedeutung identisch sind. Die nordphönizischen sind Arvad, Gebal (griech. Byblos), die südphönizischen Sidon und Tyros. Die natürliche Grenze bildete wohl der Hundsfluss wenig nördlich von Beirut. Auch dieses (Beerot, Beirut, d. h. die Brunnenstadt) ist zeitweilig ein eigenes Königtum gewesen, ebenso Akka weiter im Süden und einige andere im Binnenland, namentlich des Nordens (Arka, Sianna, Simyrra). Die meisten davon erscheinen darum als »Stämme« der Phönizier (1. Mos. 10). Im 15. Jahrhundert v. Chr. zeigen zahlreiche Urkunden (aus dem Funde von Tel-Amarna), die Briefe der verschiedenen Fürsten dieser Hauptstädte enthalten, das Land unter ägyptischer Oberhoheit im Zustand völliger politischer Zersplitterung und Ohnmacht. Eine Spur von Seeherrschaft oder politischer Bedeutung ist nicht festzustellen, die phönizischen Staaten können also nur durch den Schutz der Großstaaten eine Rolle als Handelsstädte spielen. Die Schrift und Sprache dieser Urkunden ist babylonisch (Keilschrift), eine Folge der alten babylonischen Herrschaft, die auch unter ägyptischer Herrschaft nachwirkt.

Die Anfänge der Kultur lassen sich hier nicht feststellen und sind von denen der großen Kulturzentren am Euphrat und Nil bestimmt worden. Noch nicht feststellbar ist das Verhältnis der Bevölkerung Phöniziens zur Ausbreitung über das Mittelmeer, der sogen. Kolonisation, die namentlich Nordafrika (Punier) und weiter die spanische Küste und die Inseln des westlichen Mittelmeers (Malta, Sizilien, Sardinien, Korsika) betroffen hat. Eine größere Auswanderung aus dem für die Ausbreitung einer zahlreichen Bevölkerung nicht Raum bietenden Phönizien ist schwer vorstellbar und die politische Machtstellung der phönizischen Staaten spricht auch nicht dafür. Deshalb ist man neuerdings geneigt, diese Kolonisation als eine Teilerscheinung der großen semitischen Wanderung anzusehen, welche die Phönizier selbst in das Küstenland gebracht hat und gleichzeitig (erste Hälfte des 3. Jahrtausends) den ganzen vorderen Orient überschwemmt hat, genau so wie drei Jahrtausende später die Ausbreitung des Arabertums über die gleichen Gebiete erfolgt ist.

Für die Ausbreitung der Phönizier durch den Handel liegen keinerlei geschichtliche Zeugnisse vor; inwieweit sie im östlichen Teile des Mittelmeers durch jene große Wanderung Fuß gefasst haben könnten, ist vorläufig nicht feststellbar. Sichere Spuren liegen nur auf Zypern vor, wo sie aber hauptsächlich auf die spätere Eroberung (s. unten über Hiram) zurückzugehen scheinen. Die Anschauung von der überragenden Bedeutung der Phönizier für die Verbreitung der orientalischen Kultur beruht auf dem Zufall, dass man lange Zeit auf die griechischen Nachrichten angewiesen war, die naiv die Tatsache zum Ausdruck bringen, dass die Griechen bei ihrem Auftreten im Mittelmeer als Vertreter des orientalischen Handels und als Rivalen hauptsächlich den Phöniziern in der Zeit einer verhältnismäßigen politischen Machtstellung (insbes. Tyros im 10. bis 7. Jahrhundert) begegneten. Alles, was orientalisch war, erschien ihnen darum als phönizisch, während den Phöniziern innerhalb der großen altorientalischen Kultur eine selbständige Bedeutung nur in beschränktem Sinne zukommt.

So gelten die Phönizier als Erfinder aller der Erzeugnisse, die sie im Mittelmeer vertrieben, und die sie günstigstenfalls als Angehörige der großen altorientalischen Kultur übernommen hatten und, soweit ihr Land die natürlichen Bedingungen dafür bot, erzeugten (soz. B. vielleicht die Purpurfärbung). Die Buchstabenschrift wird von der griechischen Legende als phönizische Erfindung angesehen, sie ist zweifellos allgemein orientalisch und zu den Griechen auch durch andere Kanäle geflossen. Gleiches gilt von der Glasindustrie, die sicher altorientalisch war, ehe die Phönizier in ihren Sitzen saßen. Ob sie darin wirklich eine besondere Bedeutung besaßen, wissen wir mangels archäologischer Funde nicht. Die Rolle der Phönizier wird durch die Lage ihrer Städte bestimmt. Diese sind die besten Hafenstädte für den Verkehr, der durch das Euphrattal geht und die westliche und östliche Welt verbindet. Deshalb muss der Austausch zwischen den Naturprodukten des Westens und den Naturerzeugnissen des Ostens (Indien, China) sowie den Industrieerzeugnissen der Kulturländer (Babylonien, Ägypten) der Gegenstand ihres Handels gewesen sein.

Nachrichten aus einheimischen Quellen haben wir darüber nicht, und für die klassischen ist alles phönizisch, was orientalisch ist. Als Herren der Hafenstädte werden sie für den Schiffbau des Orients maßgebend gewesen sein, die Bibel (Hesekiel 26) wie assyrische Inschriften (Sanherib) schildern sie als die Seeleute und Schiffbauer des Orients. Im Schriftwesen sind sie wie der gesamte vordere Orient von Babylonien abhängig, die Baukunst hat sich mehr an Ägypten angelehnt. Charakteristisch hierfür ist die Verwendung des ägyptischen Granits für die Säulen der Tempel.

Die westlichen »Kolonien« an der nordafrikanischen Küste bilden eine Gruppe für sich, die eigene politische Schicksale gehabt hat und in dieser Beziehung selbständiger gewesen ist als das angebliche Mutterland. Wahrscheinlich ist die weitere Ausbreitung mehr von hier aus erfolgt, wo vielleicht zuerst Utica, dann Karthago eine führende Rolle spielten. Von hier aus wird namentlich die spanische Küste weiter besetzt worden sein, wo Gades wohl die äußerste sichere Kolonie war. Die Geschichte dieses Teiles ist also mehr karthagisch als phönizisch.

Eine Ausdehnung des phönizischen Handels über das Mittelmeer hinaus ist nicht nachweisbar, gelegentliche Erforschungsexpeditionen, die aber auch von Karthago ausgingen und die Westküste von Afrika oder Europa betrafen, beweisen keinen Handel. Auch hier galt alles als von Phönizien geholt, was die phönizischen Handelsleute in den westlichen Plätzen des Mittelmeers durch Zwischenhandel erhielten. Eine phönizische Schiffahrt auf dem Roten Meer ist ausgeschlossen. Hiram versuchte sie mit Hilfe Salomos einzuleiten, was aber zu keinen dauernden Ergebnissen führte. Die Phönizier waren stets vom Roten Meer abgeschlossen.

Während in der älteren Zeit keine der einzelnen Königstädte eine überragende Rolle spielt, ist doch Sidon, wie die Bezeichnung Sidonier für die Südphönizier zeigt, eine Art religiöser Vorplatz gewesen. Um 1000 v. Chr. hat die Ohnmacht der Großstaaten Phönizien die Möglichkeit zu einer selbständigen politischen Entwicklung gegeben, und für ein paar Jahrhunderte hat Tyros die führende Rolle unter den »Sidoniern« an sich gerissen und diejenige Macht im Mittelmeer ausgeübt, die dem sich ausbreitenden Griechentum hinderlich war. So hat Tyros unter Hiram I. (968 bis 935) die Herrschaft über Sidon (aber nicht über die stets selbständigen Nordphönizier) und dehnt sich zur See aus. Damals sind wohl Teile von Zypern besetzt worden, und vielleicht beruht eine Anerkennung der »Mutterschaft« der Phönizier durch die punischen Ansiedelungen ebenfalls auf einer Unterwerfung. Mit Salomo stand Hiram in einem Bündnisverhältnis, das den Charakter einer Oberhoheit trug. Der versuchte Ophirhandel war eine Konzession, die Salomo machen musste, und ebenso musste er sich zu Gebietsabtretungen und Tributzahlungen verstehen.

Hiram hat Tyros durch große Bauten erweitert, indem er zwei Inseln, auf denen die Stadt lag, vereinigt und befestigt haben soll. Sein Geschlecht wurde 908 gestürzt, worauf nach einigen Zwischenregierungen Ithobal I. (887 bis 876), der »Priester der Astarte«, eine neue kraftvolle Dynastie begründete, die Tyros’ Machtstellung behauptete. Durch Vermählung seiner Tochter Isebel mit Ahab von Israel fesselte er das israelitische Königshaus an sich, so dass Tyros in dieser Zeit einen starken Einfluss auf Israel und Juda ausübte. Unter seinen dritten Nachfolger, Pygmalion (860 bis 814), wird die »Gründung« von Karthago gelegt, d. h. wohl eine Begründung (Neubegründung falls schon unter Hiram) des tyrischen Einflusses über die Kolonien, an deren Spitze die »Neustadt« Karthago tritt. In dieser Zeit beginnt das Griechentum sich auszudehnen, und Assyrien greift von nun an dauernd in Palästina ein, so dass die Vormachtstellung von Tyros darunter leidet. In den Kämpfen zwischen Assyrien und den verschiedenen syrischen Staaten, namentlich Damaskus und Israel, spielt Tyros, von dem gelegentlich Sidon wieder getrennt wird, keine ausschlaggebende Rolle, scheint aber auf dem Mittelmeer in einem »Seebunde« zeitweise die Hegemoniestellung eingenommen zu haben.

Den Assyrern gegenüber waren die Handelsstädte, die durch die Zugehörigkeit zu einem größeren Reichsverband auch große Vorteile für ihren Handel hatten, meist in der Lage der Tributpflicht zu genügen und wurden deshalb weniger zu Verzweiflungsaufständen gereizt. Solche fanden statt unter Tiglathpileser III. um 729 und dessen Sohn Salmanassar IV. und hatten zur Folge eine Einziehung des größten Teiles des Binnenlandes als assyrische Provinz Simyrra. Tyros und Sidon behielten jedoch unter eigenen Königen ihre Selbständigkeit als Vasallenstaaten, ebenso wie Arvad und Gebal, die fast nie in Konflikt mit Assyrien geraten sind. 674 wurde Sidon von Assarhaddon zerstört, während Tyros unter seinem König Baal sich in fünfjährigem Widerstand behauptete, allerdings sein ganzes Gebiet auf dem Festland einbüßte, so dass ihm nur seine Insel und seine Besitzungen auf dem Mittelmeer (sowie seine Stellung im Seebunde) blieben.

Nach dem Untergang des assyrischen Reiches kam Phönizien unter babylonische Herrschaft. Eine Erhebung gegen dieselbe ward 593 von Nebukadnezar unterdrückt, der 573 nach 13jähriger Belagerung auch Tyros zur Anerkennung seiner Oberhoheit zwang. Auch dem Perserkönig Kyros unterwarfen sich 538 die phönizischen Städte (mit Einschluss von Tyros) und bildeten fortan mit den kleinasiatischen Griechen den Kern der persischen Seemacht; in ihren inneren Verhältnissen aber blieben sie frei, behielten ihre politischen Einrichtungen und eigene Verwaltung. Sidon fing jetzt wieder an aufzublühen und seine alte Stellung als Vorort einzunehmen. Die Könige von Tyros und Sidon, Maten und Tetramnestos, waren in der Schlacht von Salamis (480) die hervorragendsten Anführer auf der persischen Flotte. Doch ward Sidon, als es sich in der Mitte des 4. Jahrhunderts der Empörung der Ägypter gegen die persische Herrschaft angeschlossen hatte, von König Tennes verräterisch den Persern übergeben und von diesen gänzlich zerstört.

Tyros erhielt durch diese Katastrophe von neuem das Übergewicht in Handel und Industrie und blieb nun der Sitz des Welthandels bis auf Alexander d. Gr. Dieser kam nach der Schlacht bei Issos 333 nach Phönizien. Sidon nebst den übrigen phönizischen Städten unterwarfen sich ihm freiwillig; Tyros aber fiel erst 332 nach siebenmonatiger Belagerung. Obwohl sich die Stadt nochmals aus ihren Trümmern erhob und noch in römischer Zeit Metallindustrie, Leinweberei und Purpurfärberei daselbst blühten, so hatte doch inzwischen der Welthandel den Weg durch das Niltal genommen und im neugegründeten Alexandria einen anderen Mittelpunkt gefunden, wodurch Phönizien seine welthistorische Bedeutung verlor. Es teilte fortan die Schicksale Syriens.

Die phönizische Religion gehört wie die aller vorderasiatischen Völker dem großen von Babylonien ausgestrahlten System an, das in zahlreichen lokalen Variationen immer die gleichen Anschauungen über Welten- und Naturleben widerspiegelt. An den verschiedenen Heiligtümern werden alle die als Göttergestalten dargestellten Haupterscheinungen des Weltalls unter verschiedenen Namen verehrt, die also alle dieselben Begriffe darstellen und von denen einer je eine Stadt gehört, die als irdische Verkörperung des betreffenden Teiles am Himmel oder im Weltenraume gilt. Stadtgott in diesem Sinne von Sidon ist Eschmun, der Gott des obersten (Nord-) Himmels und des Mondes, der Heilkunde (mit Asklepios gleichgesetzt), der von Tyros Melkart, dem Tierkreis und Erde gehören, Sonnengott und mit Herakles identifiziert. Das weibliche Prinzip vertritt Astarte oder Aschera, Göttin des Venussternes und des Kreislaufes der Natur (tote und auflebende, Winter- und Sommernatur). Gesamtbezeichnung für einen Gott ist Baal, d. h. Herr, als deren wichtigster der Baal von Tyros, d. h. Melkart, in der Zeit der Herrschaft von Tyros (d. h. in der Bibel) erscheint, und somit zum Eigennamen für Melkart oder diesem entsprechende Erscheinungen wird. In Byblos erscheint der Hauptgott der »Herr« mit der anderen Bezeichnung Adôn (Adonis), der Gott des Mondes, dessen Kreislauf ebenfalls den der Natur widerspiegeln, der »Gatte« der Astarte. Sein Kult ist im Tal des Adonisflusses (Nahr Ibrahim) besonders lokalisiert, wo mehrere Heiligtümer ihm und Astarte (in Afka) geweiht waren.

Die phönizische Sprache, zur nördlichen Gruppe des semitischen Sprachstammes gehörig, stimmt bis auf unbedeutende Abweichungen mit dem Hebräischen überein. Durch die zahlreichen Kolonien der Phönizier wurde ihre Sprache weithin verbreitet, namentlich über Nordafrika, Zypern, Sizilien, Sardinien und Spanien. Im Mutterlande hat sie gegenüber dem Umsichgreifen des Aramäischen und Griechischen mindestens bis auf die christliche Ära widerstanden; in Nordafrika wurde das Punische noch in den ersten Jahrhunderten n. Chr. gesprochen und erst durch die Araberherrschaft völlig verdrängt. Die alte Annahme, dass die phönizische Schrift oder das sogen. semitische Uralphabet die Mutter der griechischen Schrift sei, aus der dann die lateinische und mittelbar alle europäischen geflossen sind, bestätigt sich vollkommen durch die auf den Monumenten sich vorfindenden Schriftzüge. Jedoch ist diese Schrift keine Erfindung der Phönizier, sondern Eigentum aller Völker des vorderen Orients. Ihre Ableitung aus den alten Schriftsystemen (ägyptische Hieroglyphen, Keilschrift) beruht wohl auf falschen Voraussetzungen über das Wesen altorientalischer Wissenschaft.

Von einer phönizischen Literatur ist nichts erhalten, sie ist nach dem Muster der biblischen vorzustellen. Ein durch Eusebius erhaltener Auszug aus dem angeblichen Werk eines Priesters Sanchuniathon (s. d.) über die Kosmologie der Phönizier ist eine der pseudepigraphen Schriften des Hellenismus gewesen. Ebenso haben die bei Josephus erwähnten Historiker Theodotos, Hypsiekrates, Mochos, Menander griechisch und in hellenistischer Zeit geschrieben. Unter den Puniern (Karthagern) werden als Schriftsteller genannt: Mago, ein Suffet, der um 500 v. Chr. über Ackerbau schrieb (ins Lateinische übersetzt), Hamilkar, Hanno, Himilko, Hannibal und Hiempsal, König von Numidien. Doch waren deren Werke wohl alle griechisch (oder lateinisch) abgefasst. Ein wichtiges geographisches Werk, der »Periplus« des Hanno (s. d.), eins der ältesten Reisewerke, hat sich erhalten.

In alten Inschriften, auf Grabsteinen und Votivsteinen, auf Gemmen, Siegeln, Papyrusrollen und Münzen, dann bei römischen Schriftstellern, namentlich in der Komödie »Poenulus« von Plautus, sind uns manche Überreste der phönizischen und punischen Sprache erhalten. Die älteste Inschrift, von einem Vasallen eines Königs Hiram herrührend, stammt aus dem 10. oder 8. Jahrhundert. Die meisten der bis jetzt bekannten Inschriften sind aus den letzten drei Jahrhunderten v. Chr. und sind sowohl in Phönizien selbst als in den Kolonien gefunden worden. In Nordafrika wurden sie schon seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. in dessen punischem Dialekt abgefasst und sind zu Tausenden, aber mit stereotypem Inhalt, als Grabinschriften auf dem Boden Karthagos gefunden worden. Die Münzen gehören in die Periode der Perser, Seleukiden und der römischen Herrschaft.

Bibliographie

  • Cooke: Textbook of North-Semitic inscriptions (Oxf. 1893)
  • Landau, v.: Beiträge zur orientalischen Altertumskunde, 2. u. 3. Teil (Leipz. 1899)
  • Landau, v.: Die Phönizier (Leipz. 1901)
  • Lidzbarski: Handbuch der nordsemitischen Epigraphik (Weim. 1899)
  • Movers: Die Phönicier (Berl. 1840-56, 3 Bde.)
  • Pariser Akademie: Corpus Inscriptionum Semiticarum (1. Teil, Par. 1881 ff.)
  • Pietschmann: Geschichte der Phönizier (Berl. 1890)
  • Rawlinson, G.: History of Phoenicia (Lond. 1889)
  • Renan: Mission de Phénicie (Par. 1865-74, 9 Hefte)
  • Schröder: Die phönizische Sprache (Halle 1869)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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