Ponton

Pontons sind flache, rechteckige Schwimmkörper aus Holz, wasserdichtem Segeltuch, verzinktem Eisenbleich, Kupfer- Messing-, Stahl- oder Aluminiumblech, zum Bau von behelfsmäßigen Pontonbrücken. Pontons und Brückenplanken werden von Pontonieren, Ponton- oder Brückentrains, auf speziell dafür vorgesehenen Pontonwagen mitgeführt und bei Bedarf an Ort und Stelle zu einer Schwimmbrücke zusammensetzt. Militärische Pontonbrücken unterscheiden sich von zivilen Schiffbrücken durch die leichtere Bauweise der Pontons, die von der Truppe besser mitgeführt werden können.

Mehrere Pontons können zu einer Fähre verbunden werden, die während dem Bau der Pontonbrücke bereits Truppen und Fahrzeuge über den Fluss setzt.

Französische Pioniere arbeiten während der Zweiten Schlacht bei Höchstädt, am 13. August 1704, an einer Pontonbrücke über die Donau.

Französische Pioniere arbeiten während der Zweiten Schlacht bei Höchstädt, am 13. August 1704, an einer Pontonbrücke über die Donau bei Sonderheim. Der Brückenschlag gelingt nicht rechtzeitig, und viele fliehende Franzosen ertrinken bei dem Versuch, die Donau schwimmend zu durchqueren. Ausschnitt aus dem Großdiorama der Schlacht bei Höchstädt im Heimatmuseum der Stadt Höchstädt an der Donau.

Modelle von Pontons

  • Pontons (2), 15 mm Museum Miniatures WG33a
  • Ponton, 17./18. Jahrhundert, 28 mm Reiver Castings AP20
  • Pontons, 18. Jahrhundert, 30 mm Fife & Drum AE-017
  • Ponton, 18./19. Jahrhundert, 15 mm Freikorp15 CM15
  • Preußischer Ponton mit Kleinteilen, 7jähr. Krieg, 1:72 RF-Figuren SE 0020
  • Französischer Ponton, 28 mm Perry Miniatures FN 183
  • Französischer Ponton mit Balken und Brettern, 1:72 Westfalia NR-F04
  • Französischer Ponton (einzeln), 1:72 Westfalia NR-F05
  • British Standard Pontoon (Einheitsponton)
  • Pontons und Zubehör auf Pontonwagen

Ponton, heißt ein kleines Wasserfahrzeug, welches eigens dazu bestimmt und eingerichtet ist, auf Wagen der Armee nachgeführt zu werden, um an jedem Ort, wo es nötig ist, durch die Vereinigung mehrerer derselben, und vermittelst darüber gelegter Balken und Bretter, eine Art Schiffbrücke über ein Gewässer zu schlagen, welche Pontonbrücke genannt wird. So verschieden die Armeen sind, so verschieden ist auch die Art und Einrichtung der bei ihnen üblichen Pontons.

Da die Pontons bestimmt sind, der Armee im Feld auf ihren Märschen zu folgen, so muss auch ihre erste und vorzügliche Eigenschaft die Leichtigkeit sein, damit sie selbst auf den schlechtesten Wegen ohne Schwierigkeit an den Ort, welcher zum Übergang der Armee über einen Fluss bestimmt ist, gebracht werden können. Hierbei muss aber auch eben so auf das Vermögen ihrer Tragfähigkeit Rücksicht genommen werden; die Pontons müssen fähig sein, selbst Belagerungsgeschütz (wiewohl dies nur selten vorkommen möchte) oder ähnliche große Lasten zu tragen. Um diesen Zweck zu erreichen, müssen ferner die Pontons ihrer Bauart gemäß so beschaffen sein, dass die aus ihnen verfertigten Brücken die größte Dauerhaftigkeit, und daher, als Ursache dieser Wirkung, auch die genaueste Verbindung haben. Denn in eben dem Maße, wie die Verbindung der einzelnen Teile einer Brücke fester und inniger ist, wird das Ganze nicht nur der Gewalt des Stromes und Windes besser widerstehen, sondern auch viel größere Lasten tragen, als es unter entgegengesetzten Umständen möglich gewesen wäre. Ist die Verbindung nicht so fest und innig, so trägt jeder Ponton fast allein nur für sich die Last, welche aber nie größer sein kann, als eine seinem körperlichen Inhalt gleiche Wassermasse dem Gewicht nach, und nach Abzug des eigenen Gewichts der Materien, woraus der Ponton besteht, und der darauf liegenden Balken und Bretter. Im entgegengesetzten Fall aber helfen auch die ihm auf beiden Seiten stehenden nächsten 6 und mehr Pontons einen Teil der Last tragen, so dass diese, bei gleichem Inhalt der Pontons, hier wohl um ein Drittel und darüber größer sein kann, als vorhin. Wenn die Pontons in der Brücke sehr nahe bei einander stehen, helfen zwar jedem die beiden neben stehenden auch tragen, allein es ist klar, dass man auf diese Weise auch eine weit größere Anzahl Pontons haben müsste, anstatt bei einer genauer verbundenen Brücke eben dieser Vorteil bloß durch die Verbindung und daraus entstehenden Spannung des Ganzen erlangt wird.

Nächst diesem ist die Dauerhaftigkeit, sowohl der Bauart als der Materie nach, nicht weniger ein nötiges Erfordernis jeder Art von Pontons; denn es würde erstens viel Mühe und Kosten verursachen, wenn sie nicht wenigstens einen Feldzug ohne Hauptreparatur ausdauern könnten; zweitens hat man nicht einmal immer Gelegenheit und Zeit, den schadhaft gewordenen Ponton aus der Brücke zu nehmen, und ausbessern zu lassen. – Nach Festsetzung dieser nötigen Eigenschaften eines guten Pontons, sind die verschiedenen Arten des Pontons zuerst nach ihrem Vermögen der Tragfähigkeit zu betrachten.

Alle Gattungen der auf Flüssen und Kanälen gewöhnlichen Fahrzeuge mit platten Boden, lassen sich in Absicht ihrer Bauart füglich in folgende 7 Arten einteilen:

1) Mit senkrechtem Bord, bloß hinten und vorn schräg erhaben; wenn ein solcher Ponton einen Inhalt von 220 Kubikfuß (englisches Duedecimal-Maß) hat, so kann es eine Last von 10.961 Pfund (sächsisches Gewicht) tragen, und wird dadurch bis an seinen oberen Rand ins Wasser gedrückt; eine Last von 5130 Pfund drückt dieses Ponton 1 Fuß 3¼ Zoll tief ins Wasser; seine eigene Last, (die englischen, aus verzinntem Eisenblech verfertigten Pontons, zu 630 Pfund Schwere angenommen) drückt es 21213 Zoll tief ins Wasser, (wenn die Länge, wie bei den englischen, 16 Fuß 8 Zoll, die Breite 4 Fuß 10 Zoll, die Tiefe 2 Fuß 5 Zoll, und die Anlage der Erhebung, sowohl vorn wie hinten, 2 Fuß 2 Zoll beträgt).

2) Eine abgestumpfte Pyramide, die ergänzt werden kann, und deren Grundfläche ein Rechteck ist. Ein solches Ponton von 18 Fuß 8 Zoll Länge, 4 Fuß Breite, 2 Fuß 4 Zoll Tiefe, 2 Fuß 4 Zoll Anlage der Erhebung sowohl vorn wie hinten und 6 Zoll an den Seiten, das also 2211127 Kubikfuß enthält, kann eine Last von 10.044 Pfund tragen, welche es bis an den oberen Rand ins Wasser drückt (nach Abzug seiner eigenen Schwere, welche zu 8042627 Pfund angenommen ist). Eine Last von 5173 Pfund drückt diesen Ponton 1 Fuß 3 Zoll tief ins Wasser; sein eigenes Gewicht aber 2 Zoll.

3) Die Neigung des Bords ist nicht groß genug, um den Ponton zu einer vollkommenen Pyramide ergänzen zu können; der Boden ist ebenfalls ein Rechteck. Ein solcher Ponton, wie er bei den Franzosen üblich ist, von 12 Fuß 6 Zoll Länge, 4 Fuß 9 Zoll Breite, 2 Fuß 9 Zoll Tiefe, 3 Fuß Anlage der hinteren und vorderen Erhebung, 4½ Zoll Anlage der Erhebung an den Seiten, und also von 19415331728 Kubikfuß Inhalt, wird, nach Abzug seiner eigenen Schwere, die zu 1569 Pfund angenommen ist, von einer Last von 12.0627151728 Pfund bis an den oberen Rand ins Wasser gedrückt; eine Last von 4522 Pfund drückt ihn 1 Fuß 9 Zoll tief ins Wasser, seine eigene Schwere aber beinahe 5 Zoll. Die Figur der preußischen Pontons kommt dieser Art nahe.

4) Unter denselben Voraussetzungen, wie bei der vorigen Art, ist der Boden vorne zugespitzt, und etwas mehr erhaben, hinten aber mit einiger Abdachung verschnitten. Wenn die Länge des Bodens bei einem solchen Ponton 19 Fuß 2 Zoll ist, die Breite 3 Fuß 10 Zoll, die Tiefe 1 Fuß 11 Zoll, die Anlage des hinteren Stückes so wie die des vorderen 10 Zoll, die Seitenanlagen 4 Zoll, die Bodenlänge des erhobenen Vorderteils 3 Fuß 3 Zoll, und die Anlage dieser Erhebung 8 Zoll ist, also der Inhalt (durch Näherung) 170 Kubikfuß 1381⅓ Zoll beträgt, so drückt, nach Abzug der eigenen Schwere, zu 880 Pfund angenommen, eine Last von 7489 Pfund den Ponton bis an den oberen Rand ins Wasser. Eine Last von 3630 Pfund drückt ihn 1 Fuß 1 Zoll tief ins Wasser.

5) Beide Seiten bilden krumme Linien; Hinter- und Vorderteil sind sich gleich, und erhoben. Ein solcher Ponton von 278 Kubikfuß Inhalt, wird bei einer Schwere von 1600 Pfund, durch 11.196 Pfund bis an seinen oberen Rand ins Wasser gedrückt; eine Last von 5189 Pfund drückt ihn 1 Fuß, seine eigene Schwere 3 Zoll tief ins Wasser. Hierbei ist angenommen, dass die kleinste Breite, wie bei den österreichischen Pontons, 2 Fuß 8 Zoll, die größte Tiefe 5 Fuß 5 Zoll, die kleinste 2 Fuß 2 Zoll, die Anlage ser Seitenwände 7 Zoll, die Anlage vorn und hinten 6 Fuß und die Länge des Bodens 16 Fuß.

6) Der Boden ist bei den Voraussetzungen der vorigen Art hinten gerade und vorne spitz, so dass er eine irreguläre Figur bildet. Diese, so wie die folgende Art werden nur als Flussfahrzeuge gebraucht, und sind zum besseren Durchschneiden des Wassers, besonders beim Fahren gegen den Strom eingerichtet.

7) Der Boden ist hinten und vorn spitz und erhaben, und in krumme Linien eingeschlossen.

Durch Vergleichen aller dieser verschiedenen Arten von Fahrzeugen wird man finden, dass bei durchaus gleicher Länge und Breite des Bodens, und Höhe des Bords, nur die 5 ersten Arten zu Pontons bauchbar sind, und unter diesen die erste Art das kleinste, die zweite Art das größte Vermögen haben wird. Letztere ist jedoch nicht unter allen Umständen zu Pontons anwendbar, weil ihr, sobald man von den oben angegebenen Maßen abweicht, die Stellung ihrer Seitenwände nicht Stärke genug gibt, dem Druck der übergehenden Lasten zu widerstehen. Nach ihr hat die dritte Art das größte Vermögen, während der Vorzug der vierten und fünften mehr darin besteht, dass sie weniger Strömung fangen, und sich deswegen leichter fahren lassen.

Russischer Ponton aus geteertem Segeltuch
Russischer Ponton aus geteertem Segeltuch

Was nun die Materie betrifft, aus welcher die Pontons gewöhnlich gefertigt werden, so bestehen sie entweder aus Holz, oder aus Kupfer- oder Messingblech, oder auf verzinntem Eisenblech.

Die hölzernen Pontons sind vorzüglich bei den Österreichern und Sachsen üblich, und stehen in Absicht ihrer Größe oben an. Sie nähern sich, ihrer Gestalt nach, den auf großen Flüssen gewöhnlichen Prahmen, und haben bei einer Länge von 28 Fuß, 2 Fuß 4 Zoll Tiefe, und 5½ Fuß nach vorn und hinten ablaufende Breite. Ihr Gewicht beträgt gegen 1600 Pfund, ihr Vermögen aber 11.196 Pfund nach Abzug ihres Gewichts, so dass sie in einem Abstand von 20 Fuß, von einer Mitte zur anderen genommen, beim Brückenbau angewendet werden können; 60 dergleichen Pontons geben eine Brücke von 1200 Fuß Länge, welche auch das schwerste Belagerungsgeschütz tragen kann. Die Vorteile dieser hölzernen Pontons sind: 1) Ihre großes Vermögen der Tragfähigkeit. 2) Der hohe Grad der Festigkeit, die man den Brücken vermittelst derselben geben kann. 3) Ihre Dauerhaftigkeit, und die Leichtigkeit ihrer Reparatur. 4) Die wohlfeile Anschaffung derselben. Die Nachteile sind 1) die große Schwere und Unbehilflichkeit beim Transport sowohl, als auch bei ihrem Gebrauch. Ein solches Ponton, welches 1600 Pfund, mit seinem Wagen und Zubehör aber über 4000 Pfund wiegt, würde, wenn der Weg nicht gerade immer Chaussee wäre, und bei einem kleinen Schlag von Pferden, 10 bis 12 erfordern; dieser Nachteil wiegt wohl alle Vorteile solcher Pontons auf. 2) Sie sind nur mit Schwierigkeiten, auf einem schnellen Strom fast gar nicht, als Fahrzeuge zu gebrauchen, und vergrößern den Train daher noch dadurch, dass man auch leichte Kähne mit sich führen muss.

Die Pontons von Kupfer- oder Messingblech, wie sie bei den Spaniern und Franzosen üblich, unterscheiden sich nur durch ihre Größe, da die Pontons der ersteren leichter sind, und sind nach der oben angegebenen dritten Art gebaut. Beide bestehen aus einem Gerippe von Tannenholz, das durch eiserne Bänder und Klammern zusammengehalten wird, und mit starkem Kupferblech überzogen ist. Die Pontons der Spanier tragen 7800 Pfund, die der Franzosen 12.000; erstere können nur 7 Fuß 1 Zoll im Lichten, letztere hingegen 9 Fuß 4 Zoll im Lichten von einander eine Brücke erhalten; 60 der ersteren geben eine Brücke von 643 Rheinländischen Fuß, 60 der letzteren aber eine Brücke von 921 Rheinländischen Fuß, diese wiegen aber 1280 Pfund. Die Vorteile dieser Pontons sind: 1) ihre große Dauerhaftigkeit, welche alle übrigen Arten übertrifft, 2) ihre große Tragfähigkeit. Ihre Nachteile aber: 1) ihre große Schwere beim Transport, da sie wenigstens 8 starke Pferde, ungeachtet der Leichtigkeit ihres Wagens, erfordern 2) Die Schwierigkeit ihrer Reparatur, wenn ein Ponton beschädigt wird, da sie erst völlig an Land gezogen werden müssen. 3) Die großen Kosten ihrer Anschaffung, welche über 300 Taler betragen. – Die Pontons der preußischen Armee sind von Kupfer, doch leichter als die angeführten.

Die Pontons aus verzinntem Eisenblech sind entweder gedeckt, wie bei den Sachsen deren üblich sind, oder hohl, wie bei der englischen, holländischen und portugiesischen Armee. Die gedeckten Pontons sind vorne spitz, und hinten gerade verschnitten; bei 24 Fuß Länge und 4½ Fuß Breite sind sie im Boden, sowohl hinten als an den Seiten, eingezogen, um ihnen bei einer kleineren Bodenfläche ein desto größeres Vermögen zu geben; sie stehen aber bei den sonstigen Vorteilen der hohlen Pontons von Eisenblech, den letzteren dadurch nach, dass sie nicht zum Transport und Übersetzen gebraucht werden können, auch etwas schwerer und noch schwieriger zu reparieren und beim Brückenbau selbst zu behandeln sind. Einen Vorzug aber haben sie dadurch, das ihr Inneres aus mehreren durch Fächer abgeteilten besonderen Kasten besteht, so dass sie durch das einlaufende Wasser, bei einem zufällig entstandenen Loch, nicht sogleich versenkt werden können. Die hohlen Pontons von Eisenblech haben Seitenwände von doppeltem, den Boden aber auch oft von einfachem Blech. Bei 21 bis 22 Fuß Länge haben Sie 4 Fuß 10 Zoll Breite, 2 Fuß 5 Zoll Tiefe, und nur 7 bis 800 Pfund Schwere, ungeachtet ihr Vermögen der Tragfähigkeit dennoch 10.000 bis 11.000 Pfund beträgt. Die Kosten der Anschaffung betragen gegen 170 Taler. Ihre Vorteile bestehen 1) in der großen Leichtigkeit, ein äußerst wichtiger Vorzug, da sie bequem von 4 Pferden fortgebracht werden können. 2) Sie sind sehr geschickt zum Transport und zum Übersetzen. 3) Ihr großes Vermögen ungeachtet ihrer Leichtigkeit. Der Hauptnachteil besteht darin, dass sie leicht zu beschädigen sind, und ihre Reparatur, so lange sie sich auf dem Wasser befinden, nicht vorgenommen werden kann.

Hier ist nun eine Art Pontons von geteertem Segeltuch zu erwähnen, deren sich die Russen zuweilen bedienen, welche zwar sehr leicht sind, da sie nur 4 bis 500 Pfund wiegen, aber nur geringe Dauer haben etc.

Nach allen diesen verschiedenen Vorteile und Nachteilen ist es höchst schwierig, zu bestimmen, welches eigentlich die beste Art und Einrichtung des Pontons sei; auch scheint man damit noch nicht im Reinen zu sein; indessen hat vielleicht folgende Art, wie sie zum Teil bei der preußischen Armee üblich ist, die mehrsten Vorzüge.

Profil eines preußischen Pontons, Fig. 293
Profil eines preußischen Pontons, Fig. 293

1) In Absicht auf die Gestalt des Pontons. Die Grundfläche ist ein längliches Rechteck, die längeren Seitenwände stehen senkrecht auf dem Boden, das hintere und vordere Ende ist schräg abgeschnitten, wie im Profil, Fig. 293; die scharfe Kante aber, welche dadurch entstehen würde, ist durch e f abgestumpft. Diese Pontons tragen am meisten, schwanken am wenigsten, und ihre Seitenwände sind am festesten. Da nach den Gesetzen der Hydrostatik die Tragfähigkeit eines Fahrzeuges um so größer wird, je größer die Wassermasse ist, welche es aus ihrer Stelle verdrängt, so würden vier parallele Seiten eines Fahrzeuges (also senkrechte) die größte Tragfähigkeit gewähren, denn sie verdrängen mehr Wasser als die schiefen. Indessen ist das durch die schiefen Enden verminderte Vermögen der Tragfähigkeit nur sehr gering, und sie gewähren die Vorteile: 1) dass sie leichter im Wasser zu dirigieren sind; 2) leichter in das Wasser und wieder herausgehoben werden; 3) dass sie weniger Strömung fangen, 4) dass sie von den Zerstörungsmitteln, welche der Feind gegen die Brücke herab treiben lässt, nicht so viel leiden, als senkrechte Wände; auch selbst den feindlichen Schüssen nicht so sehr ausgesetzt sind. Von einem großen aufschwimmenden Baum wird ein solches Ponton höchstens etwas in die Höhe gehalten. Was die Abstumpfung betrifft, so geschieht dieselbe: 1) Weil die scharfen Kanten schwächer sind, beim Auf- und Abladen, und auf dem Wagen selbst während des Fahrens, daher mehr leiden. 2) Wegen der besseren Handhabung, auch um die nötigen Ringe und Haken daran zu befestigen.

2) Nach den Dimensionen. Hierbei ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Pontons, auf Wagen geladen, der Armee auf Märschen folgen sollen; sie dürfen also nicht zu groß sein. Die Länge des Bodens beträgt 16 Fuß, die Breite desselben 3 Fuß 6 Zoll, die Tiefe 2 Fuß 6 Zoll, die ganze obere Länge 21 Fuß 6 Zoll, wobei das Ponton noch bequem transportiert werden kann. Die Länge des Bodens muss eben so lang sein, wie die eigentliche Breite der Brücke, denn eine erhebliche Last darf auf der Brücke nie außerhalb g und h Fig. 293 kommen. Die Breite des Pontons darf nur so viel betragen, dass es nicht auf dem Wasser schwankt; denn außerdem würde ein schmales und tiefes besser sein, weil dieses mehr trägt. Die Tiefe hängt nach den vorausgesetzten beiden vorigen Maßen von der Last ab, welche das Ponton tragen soll, wobei noch wenigstens 8 Zoll aus dem Wasser hervorragen müssen. Bei den angenommenen Maßen wird dieses Ponton, wenn es selbst 800 Pfund schwer ist, von einer Last von 7500 Pfund nur 1 Fuß 10 Zoll tief ins Wasser gedrückt, wonach noch 8 Zoll übrig bleiben. Die eigene Schwere taucht ihn 2 Zoll 7 Linien tief ein, nach geschlagener Brücke aber, wenn die Last der Balken und Bohlen 1728 Pfund ist, 8 Zoll 1 Linie tief.

3) In Absicht auf die Materie und innere Einrichtung. Hier würde wohl das Kupferblech am mehrsten zu empfehlen sein, obgleich es am teuersten ist; allein die hölzernen Pontons sind bei gleicher Dauerhaftigkeit doch viel schwerer und unbeholfener; die Pontons von Eisenblech sind zwar leichter, aber von sehr geringer Dauer. Da die kupfernen Pontons zu schwer werden würden, wollte man die Kupferplatten so dick machen, wie nötig ist, um allen äußeren Eindrücken, denen die Pontons ausgesetzt sind, zu widerstehen; so hat man zwei andere Arten, diesen letzteren Zweck zu erreichen, nämlich man macht entweder doppelte Seitenwände, welche durch kleine Querfächer mit einander verbunden werden, oder man überzieht ein hölzernes Gerippe mit Kupferplatten.

Welche von beiden Arten vorzuziehen sei, ist wohl schwer zu entscheiden; denn die erstere ist zwar dauerhafter, und sinkt nicht unter, wenn der Ponton eine Beschädigung erhält, da bloß die einzelnen Fächer voll Wasser laufen; allein eine Kanonenkugel würde doch durch beide Wände gehen, und die zweite Art ist viel leichter, wohlfeiler und mit weniger Schwierigkeiten zu verfertigen. Ein Ponton letzterer Art, und mit den angeführten Maßen, wiegt nur 800 Pfund, die dazugehörigen Balken etc. wiegen 1728 Pfund, das ganze Gewicht beträgt also 2528 Pfund, und kann nebst dem Wagen durch 4 gute Pferde, in schlechtem Wege durch 6, fortgeschafft werden.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Ponton (franz., spr. pongtóng, Brückenschiff), ein flaches, offenes Fahrzeug aus Holz oder Eisen zur Herstellung von Feldbrücken. Die Pontons haben etwa 10 m Länge bei 1,5 m Breite und 1 m Tiefe. Eiserne Pontons sind leichter als hölzerne, werden aber darin von den Segeltuchpontons mit Gerippe aus Holz und Wänden aus wasserdichtem Segeltuch übertroffen. Auch Aluminium wird erprobt. Ähnlich sind die zusammenlegbaren Faltboote. Die Pontons werden auf Pontonwagen (Hakets) in besonderen Heeresabteilungen (Ponton- oder Brückentrains, Pontonkolonnen) mitgeführt. Die deutschen Pontons sind aus verzinktem Eisenblech, 7,5 m lang, 1,5 m breit, 0,81 m im Lichten hoch, 450 kg schwer, mit einem Rand (Schandeck) aus Eichenholz.

Pontons benutzt man auch zum Verschluss großer Schleusen und Docks, auch wohl zum Absperren ganzer Wasserläufe. Schwimmpontons werden schwimmend von oben in einen Falz des Docks oder Schleusenhauptes hinabgesenkt, Schiebepontons werden aus einer neben dem Schleusenhaupt liegenden Kammer seitwärts vor die zu schließende Öffnung gezogen, außerdem benutzt man vollständig ausfahrbare Sperrschiffe, die sich, in eigens für den Zweck hergerichtetes Mauerwerk, vor die zu sperrende Öffnung legen. Das gewöhnlich eiserne Schwimmponton hat schiffartigen, selten kastenförmigen Querschnitt und ist im Kiel und am Vorder- und Hintersteven derartig gebaut, dass es sich in die Falze und an den Drempel des zu schließenden Schleusenhauptes anlegt und die Einfahrt dicht verschließt. Häufig wird die obere Breite des Pontons zur Überführung eines Weges benutzt. Schiebepontons haben immer kastenförmigen Querschnitt, sie gleiten auf in der Sohle des Pontonfalzes angebrachten Bahnen oder werden auf Rollen bewegt. Die Schwimmpontons und Sperrschiffe werden gesenkt, indem man Wasser in sie einströmen lässt. Soll der Verschluss geöffnet werden, so wir der Wasserballast mittels Pumpen zum Teil beseitigt.

In der Stereometrie nennt man Ponton bisweilen ein Prismatoid mit rechteckigen Grundflächen.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Glossar militärischer Begriffe