Pontonwagen

Pontonwagen, 15 mm Peter Laing

Pontonwagen (Hakets), sind für die tragbaren Pontons bestimmt, den Armeen auf ihren Märsche zu folgen, nötig, und dazu von besonderer Einrichtung, jedoch nach ihrer Bauart in den meisten Armeen sehr verschieden. In den älteren Zeiten, wo der Ponton für sich allein, und die Brückenbedürfnisse getrennt gefahren wurden, konnte ersterer füglich auf jedem Block- oder Sattelwagen fortgebracht werden. Seitdem hat es man aber für bequemer gefunden, und für zweckmäßiger, mit jedem Ponton auf einen und denselben Wagen zugleich so viele Balken, Bretter usw. zu laden, als für den Raum nötig sind, den der Ponton in der Brücke einnimmt, haben auch die Pontonwagen oder Karren dieser Absicht gemäß besonders eingerichtet werden müssen. Dadurch, dass die angeführten Gerätschaften unter den auf dem Wagen umgekehrt liegenden Ponton untergebracht werden konnten, hat man den wesentlichen Vorteil erhalten, sie vor Nässe sichern zu können, da besonders für die Seile und alles ungeteerte Tauwerk ein anhaltender Regen höchst nachteilig ist, weil dasselbe von der Nässe aufschwillt und dann, wenn es, zur Befestigung der Brücke angewendet, wieder trocken wird, leicht nachlässt; auch wird die Arbeit durch dieses Aufschwellen des Tauwerks höchst beschwerlich gemacht.

Modelle von Pontonwagen

  • Pontonwagen, 17./18. Jahrhundert, 28 mm Reiver Castings AP21
  • Britischer Pontonwagen, 1700–1790, 25 mm Hinchliffe SG7
  • Pontonwagen mit Pferden und Fahrer, 1701–1714, 15 mm Roundway RM52
  • Pontonwagen (Spanischer Erbfolgekrieg), 15 mm Peter Laing
  • Pontonwagen und Brücke, 1701–1714, 1:300 Heroics& Ros MMO3
  • Pontonwagen, 18. Jahrhundert, 30 mm Fife & Drum AE-018
  • Preußischer Pontonwagen, 1760, 30 mm Diez
  • Preußischer Pontonwagen, 1:72 RF-Figuren SE 0021
  • Pontonwagen, 18./19. Jahrhundert, 15 mm Freikorp15 CM14
  • Bayerischer Brückentrain, Napoleonische Kriege, 1:300 Heroics&Ros MGN07
  • Britische Pontonwagen und Brücke, 1:300 Heroics&Ros MBN23
  • Französischer Pontonwagen mit Pontonieren, 28 mm Perry Miniatures FN 182
  • Französischer Pontonwagen mit Balken, 1:72 Westfalia Models NR-F02
  • Französischer Pontonwagen mit Balken, 1:72 Westfalia Models NR-F03
  • Französische Pontonwagen (3), 1:72 HäT 8108
  • Französischer Pontonwagen, 1:72 Fine Scale Factory NF05
  • Französische Pontonwagen, 15 mm Old Glory 15FE-18
  • Französische Pontonwagen und Brücke, 1:300 Heroics&Ros MFN35
  • Preußischer Brückentrain, Napoleonische Kriege, 1:300 Heroics&Ros MPN10
  • Österreichischer Pontonwagen, 1:72 Westfalia Models NR-OE07
  • Österreichischer Brückentrain, 1:300 Heroics&Ros MAN12
  • Russischer Pontontrain und Brücke, 1:300 Heroics&Ros MRN12
  • Pontonwagen (Napoleonische Kriege), 15 mm Minifigs 8NE
  • Pontonwagen, 15 mm Museum Miniatures WG32
  • Pontonwagen mit Pontons (2)1861–1865, 15 mm Frontier Miniatures F15120
  • Brückentrain, Amerikanischer Bürgerkrieg, 1:300 Heroics&Ros MACW16
  • Französischer Pontonwagen, 1870/71, 15 mm Minifigs 16010

Ihrer Beschaffenheit nach unterscheiden sich die zu den Pontonbrücken gehörigen Fuhrwerke in solche, die für die Pontons selbst, und in solche, die zum Transport des zur Arbeit nötigen Handwerkszeugs bestimmt sind. Die ersteren, oder die Hakets sind wieder 1) Wagen, mit vier Rädern, 2) Karren mit zwei Rädern, welche aber früher bloß bei den Holländern im Gebrauch waren. Außerdem sind aber auch die Wagen nach der Art der Pontons verschieden.

1) Wagen zu hölzernen Pontons. Diese müssen wegen der Schwere der Last die sie zu tragen habe, auch von sehr starkem Bau sein, und sind daher selbst sehr schwer. Ihre Bauart ist der der gewöhnlichen Landfuhrwerke sehr ähnlich; die Hinter- und Vorderachsen sind durch einen 20 Fuß langen Langbaum verbunden; die Entfernung der beiden Achsen beträgt 17 Fuß; auf diesen Achsen ist vermittels zweier Küpfen, der Küpfstock angebracht, welcher über die Höhe des Rades hervorragt; der vordere Küpfstock ist 2 Fuß, der hintere 2 Fuß 2 Zoll hoch; auf diesen Küpfstöcken liegt unmittelbar der Ponton, welcher durch die an demselben befindlichen Ringe, und vermittelst starker Seile, an dem Langbaum befestigt wird. Ein solcher Wagen mit dem Ponton und allem Zubehör kostet ungefähr 170 Thlr. und wiegt über 4000 Pfund.

2) Wagen der hohlen, kupfernen oder blechenen Pontons. Diese nähern sich in Absicht ihrer Bauart bald mehr bald weniger den vorigen, und unterscheiden sich nur in ihren Dimensionen. Die Länge des Langbaums beträgt 16 Fuß 3 Zoll, die Entfernung der Vorderachse von der Hinterachse 13 Fuß 2 Zoll; die Höhe des vorderen Küpfstocks beträgt 2 Fuß, des hinteren 2 Fuß 2 Zoll. Der Ponton wird an seinen vier äußersten Ringen an die oberen Enden der Küpfstöcke dergestalt befestigt, dass jedes Rödeltau um den Küpf geschlungen ist. Ein solcher Wagen kostet mit Beschlag gegen 70 Thlr. Sein ganzes Gewicht, mit dem Ponton, und allem Zubehör beträgt höchsten 2900 Pfund und kann folglich ohne Schwierigkeit von vier Pferden gezogen werden.

Preußischer Pontonwagen
Preußischer Pontonwagen

Die leichteste Art sind die bei der preußischen Armee eingeführten Pontonwagen Fig. 294, welche dessen ungeachtet auch von genugsamer Dauer sind. Der vordere Küpfstock, Fig. 297, steht hier unmittelbar auf der Vorderachse, auf deren Lenkscheibe er rings herum bewegt werden kann.

Hinterer und vorderer Küpfstock des preußischen Pontonwagens
Hinterer und vorderer Küpfstock des preußischen Pontonwagens

Statt dass bei den vorigen Wagen beide Achsen, die Hinter- und Vorderachse, durch den Langbaum verbunden werden, geschieht dies hier durch zwei Schwungbäume, Fig. 295, welche hinten durch die Hinterachse gesteckt werden, vorn aber in den oberen Teil des Küpfstocks eingelassen sind; da dieser höher ist als die Vorderräder, so gestattet dies ein ganz kurzes Umlenken.

Schwungbäume des preußischen Pontonwagens
Schwungbäume des preußischen Pontonwagens

Die Balken zu den Pontonbrücken, welche bei den anderen Wagen auf dem unteren Teil der Küpfstöcke liegen, werden hier auf den oberen Teil derselben gelegt, wozu der Küpfstock so eingerichtet ist, Fig. 296 und 297, dass sie nicht herunterfallen können, und durch an den Ecken angebrachte, in die Höhe gebogene starke eiserne Bänder fest gehalten werden. Der hintere Küpfstock, 296, ist eigentlich nur ein starkes Stück Holz, das durch eiserne Bänder mit der Achse vereinigt ist, und an den Ecken die eben genannten in die Höhe stehenden Bänder hat. Auf die Balken kommt der Ponton, welcher zwischen den beiden hohen Hinterrädern, aber über den kleineren Vorderrädern liegt. Ein solcher Wagen wiegt nur 600 Pfund.

Die Wagen zu den gedeckten Pontons haben eine ganz von den vorigen verschiedene Bauart, so dass hier der Ponton nicht umgekehrt, sondern auf seiner Bodenfläche auf dem Wagen liegt, und zwar auf den Balken, die unmittelbar auf der Achse liegen; sie sind jedoch nicht häufig im Gebrauch. – Bei den zweirädrigen Pontonkarren liegt der Ponton in seiner Mitte auf den Balken und der Achse.

Die Wagen, welche zum Fortschaffen des kleinen Seilwerks, der Handwerksgeräte, Vorratsbedürfnisse für die Bespannung dienen, sind denen gleich, welche beim Train und Artilleriewesen unter dem Namen Vorrats- oder Zeugwagen bekannt sind.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe