Preußischer Generalleutnant Constantin Nathanael von Salenmon

Constantin Nathanael von Salenmon, königlich preußischer Generalleutnant von der Infanterie, Chef eines ehemals stehenden Freibataillons, gewesener Kommandant der Festung Wesel, und Chef des Geldernschen Landes-Administrationskollegiums und der weselschen Wasserbaukommission. Er ward 1710 den 11. Junius zu Danzig geboren, und sollte nach dem Willen seiner Eltern studieren. Zu diesem Endzweck bereitete er sich mit einem sehr gut angewandten Fleiß vor; da er aber eine größere Neigung zum Soldatenstand bei sich verspürte, so trat er im 17. Jahre seines Alters in Dienste der Krone Polens, unter dem Regiment von Flemming, und stand bei demselben bis zum Jahre 1745, da er das Unglück hatte, mit einem Offizier in verdrießliche Händel verwickelt zu werden, die ihn nötigten Polen zu verlassen. Mit guten Empfehlungen versehen, begab er sich zur französischen Armee, wo er sogleich Dienste erhielt, und bis zum Jahre 1750 darin verblieb. In den Jahren 1745 bis 1748 wohnte er in den Niederlanden den Belagerungen und Eroberungen von Tournay, Gent, Oudenaarde, Brügge, Dendermonde, Ostende, Brüssel, Mechelen, Löwen, Antwerpen, Mons, Charleroi, Namur, Bergen op Zoom u.s.w. bei, und befand sich auch in der berühmten Schlacht bei Lauffeldt. Als hierauf der Frieden erfolgte, auch das Nassau-Saarbrücksche Regiment, bei welchem er indessen bis zum Kapitain avanciert war, reduziert wurde, und er sich die Zurücksetzung in seinem Range nicht gefallen lassen wollte, nahm er 1750 seinen Abschied, und begab sich nach Sachsen, wo er sein leben in Ruhe zuzubringen entschlossen war; verehelichte sich auch in dieser Absicht mit der zurückgelassenen Witwe des unter der sächsischen Garde gestandenen Majors von Reibnitz, geborene von Reibold, aus dem Hause Rensdorf. Dieser Entschluss ward jedoch durch den entstandenen Siebenjährigen Krieg unterbrochen.

Der preußische Major von Kalben, welcher ein Freibataillon errichtete, beredete den Herrn von Salenmon, bei seinem Bataillon eine Kompanie anzunehmen, welches, da die ehemalige Liebe zum Soldatenstande bei ihm wieder rege wurde, 1756 im Oktober geschah. Er fand bald Gelegenheit, sich durch seine schnellen und geschickten Märsche, und durch die Tapferkeit, mit welcher er dem Feinde großen Schaden zufügte, auszuzeichnen, und dies bewirkte, dass er schon im Dezember des Jahres Major ward. 1757 befand er sich in der Schlacht bei Breslau, wo er gefährlich an der linken Schläfe verwundet ward. Da sein Chef, der Major von Kalben, hier sein Leben verlor, gab ihm der König dessen erledigtes Bataillon, und ernannte ihn zugleich zum Obristlieutenant. Da er sich darauf bei vielen wichtigen Gelegenheiten besonders rühmlich ausgezeichnet hatte, ward er 1760 den 5. März Generalmajor, ohne Obrist gewesen zu sein. Im letztgedachten Jahre stand er größtenteils in Sachsen, gegen das Luszinskysche Korps, welches sich durch seine Streifereien furchtbar gemacht hatte, bis ihn die vereinigte reichs-österreichische und württembergische Armee durch ihre Übermacht zum Weichen zwang, und er den 14. Oktober Wittenberg dem Feinde übergeben musste.

Nach geschlossenem Frieden 1763 ward das Boninsche Garnisonbataillon, welches während dem Kriege in Magdeburg gestanden, reduziert und dem Salenmonschen Bataillon einverleibt, welches nachher die Stadt Geldern zur Garnison erhielt. Zu gleicher Zeit ernannte ihn der König zum Kommandanten von Wesel und Chef des Geldernschen Landes-Administrationskollegiums, 1774 den 1. Julius aber zum Generalleutnant. Als 1778 der Bayerische Erbfolgekrieg ausgebrochen war, erhielt er vom König den Auftrag zu seinem Bataillon ein zweites zu errichten, welche zusammen den Namen eines Freiregiments führen sollten; da aber zu Anfang des folgenden Jahres der Frieden erfolgte, so kam solches nicht zu Stande. 1787 bat er den König Friedrich Wilhelm den 2ten, ihn seiner bisher verwalteten Kommandantschaft von Wesel zu entledigen, welches auch geschah, und sie wurde dem Generallieutenant von Gaudi gegeben. Sein Leben und Bildnis, von D. Berger in Kupfer gestochen, befinden sich im berlinisch. genealog. militairisch. Taschenkalender für das Jahr 1785.

Quelle: Anton Balthasar König

Bibliographie

  • König, Anton Balthasar: Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen, welche sich in Preußischen Diensten berühmt gemacht haben, 3. Teil (Wever 1790)

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