Rheinfelden

Rheinfelden

Rheinfelden, Stadt und Bezirkshauptstadt im schweizerischen Kanton Aargau, am linken Rheinufer, wo der Strom den Strudel des Höllenhakens bildet und zu beiden Seiten eines schroffen, auf einer Verwerfung stehenden Inselfelsens sich in zwei ungleiche Arme teilt, 277 m ü. M., 15 km oberhalb Basel, an den Eisenbahnen Basel–Brugg und Basel–Konstanz (auf beiden Ufern), hat seit 1844 eine Saline, die mit den im nahen Kyburg und in Kaiser-Augst gelegenen Salinen seit 1874 von der Gesellschaft »Schweizerische Rheinsalinen« ausgebeutet wird (Produktion 1904: 280.720 dz), stark besuchte Jahrmärkte, Solbäder, elektrische Kraftübertragungswerke (s. Elektrische Kraftübertragung und »Die Kraftübertragungswerke Rheinfelden«, Berl. 1896), Fabrikation von Zigarren, große Brauereien, Käserei, Ziegelei, Seidenindustrie, Fischzuchtanstalt etc. und (1900) 3376 meist katholische Einwohner.

Auf dem Felsen im Rhein thronte einst eine feste Burg, der Stein, der Sitz der Grafen von Rheinfelden, unter denen Rudolf, Herzog von Schwaben und Gegenkönig Heinrichs IV. (gest. 1080), der bekannteste ist. Von diesen ging Rheinfelden an die Zähringer über, nach deren Erlöschen (1218) es Reichsstadt wurde. 1330 kam es durch Verpfändung seitens Ludwigs des Bayern in österreichischen Besitz, gewann vorübergehend 1415 bei der Achtung Herzog Friedrichs mit der leeren Tasche die Reichsfreiheit wieder und zerstörte mit Hilfe der Eidgenossen 1446 den Stein, wurde aber 1448 durch einen plötzlichen Überfall wieder in die Gewalt Österreichs gebracht, bei dem es als eine der vier Waldstädte am Rhein bis 1803 verblieb. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Rheinfelden wiederholt belagert. Am 28. Febr. 1638 wurde hier Herzog Bernhard von Weimar von den Kaiserlichen unter Joh. v. Werth und dem Duca di Savelli zurückgeschlagen, erfocht aber 3. März daselbst einen glänzenden Sieg, der die Übergabe der Stadt zur Folge hatte. 1803 kam Rheinfelden als ein Bestandteils des Fricktals zur Schweiz.

Bibliographie

  • Kalenbach-Schröter: Bilder aus der alten Stadt Rheinfelden (Einsiedel 1903)
  • Keller: Das Solbad Rheinfelden (Aarau 1892)
  • Schröter: Geschichte der Stadt Rheinfelden (Rheinf. 1862–63)
  • Seiler: Kulturgeschichte der Stadt Rheinfelden (Rheinf. 1891)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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