Georg Heinrich Freiherr von Görtz

Georg Heinrich von Schlitz genannt von Görtz, Staatsmann, geb. 1668, gest. 2. März 1719 in Stockholm, tritt 1698 in holstein-gottorpsche Dienste, seit 1709 leitender Minister daselbst, und wird 1715, obwohl er gottorpscher Untertan bleibt, von Karl XII. mit der obersten Leitung der schwedischen Finanzen und auswärtigen Angelegenheiten beauftragt. Die kostspieligen Kriege des Königs, die Görtz zu finanziellen Zwangsmaßregeln nötigen, zerrütten Schweden völlig und erregen daselbst die größte Erbitterung. Auch seine auswärtige Politik ist wenig erfolgreich. Die 1716 in anti-englischem Sinne von ihm mit den Jakobiten angeknüpften Beziehungen führen 1717 in Arnheim zu seiner Verhaftung, und auch die 1718 von ihm mit Russland begonnenen Separatfriedensverhandlungen bleiben ergebnislos. Nach Karls XII. Tode auf Befehl des Erbprinzen Friedrich sofort verhaftet, wird er von einer Kommission wegen angeblichen Unterschleifs und Landesverrats zum Tode verurteilt und enthauptet.

Bibliographie

  • Beaufort, de: De gevangenneming van den Zweedschen minister Baron von Görtz te Arnhem in 1717 (Haag 1897)
  • Beskow: Friherre Georg Henrik von Görtz, statsman och statsoffer (Stockholm 1868)
  • Moser, F. K. v.: Rettung der Ehre und Unschuld des Freiherrn Georg Heinrich von Schlitz, genannt von Görtz (1776)
  • Syveton: L’erreur de Görtz (»Revue d’histoire diplomatique«, 1895-96)
  • Westrin: Friherre Georg Heinrich von Görtz’ bref ur fängelset i Arnhem 1717 (mit wertvoller Einleitung in der »Historisk Tidskrift«, 1898)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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