Spreewald

Spreewald, bruchige Niederung an der Spree im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Frankfurt, in den Kreisen Cottbus, Calau und Lübben, ist in seinem Hauptteil, dem oberen Spreewald, zwischen Peitz und Lübben, 30 km lang und zwischen Neuzauche und Lübbenau 10 km breit, während der untere Spreewald, unterhalb Lübben, 15 km Länge und 6 km Breite hat. Von der Spree in zahlreichen netzförmig verbundenen Armen durchflossen, ist die Niederung oft überschwemmt. Ein Teil des sumpfigen Bodens ist durch Kanäle entwässert und in Anbau genommen, während der andere, mit Wald bestandene Teil nur auf Kähnen zugänglich ist. Der gleiche Verkehr findet auch in den Orten Burg (Kaupergemeinde), Lehde und Leipe statt, wo jedes Gehöft auf einer einzelnen Insel liegt. Die Einwohner sind nur noch im östlichen Teil des oberen Spreewaldes (Burg) Wenden, sonst bereits germanisiert; sie treiben außer Viehzucht und Fischerei besonders Gemüsebau, dessen Produkte weithin versandt werden. Durch die Bemühungen des Spreewaldvereins ist neuerdings Sorge getragen, die Schönheiten des Spreewaldes noch mehr aufzuschließen.

Bibliographie

  • »Führer durch den Spreewald« (Lübben 1893)
  • Braunsdorf: Spreewaldfahrten (Lübbenau 1901)
  • Franz, Der Spreewald in physikalischer und statistischer Hinsicht (Görlitz 1800)
  • Köhler, Die Landesmelioration des Spreewaldes (Berl. 1885)
  • Kühn: Der Spreewald und seine Bewohner (Cottb. 1889)
  • Schulenburg, v.: Wendische Volkssagen etc. aus dem Spreewald (Leipz. 1879)
  • Trinius: Märkische Streifzüge, Bd. 3 (Mind. 1887)
  • Virchow u. v. Schulenburg: Der Spreewald und der Schloßberg von Burg, prähistorische Skizze (Berl. 1880)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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