Wurfmesser

Afrikanische Wurfeisen

Wurfmesser (Wurfeisen, im östlichen Sudan Trumbasch, auch Mambele genannt, oder Kulbeda, arab. Schangermanger), messer- oder sichelartige eiserne Wurfwaffe, an deren flachen, 2–5 cm breiten Stiel eine oder mehrere, mit jenem in gleicher Ebene liegende dolchartige Klingen angebracht sind. Der Handgriff ist in der Regel umflochten. Das Wurfmesser wird horizontal geschleudert, wobei es Drehungen um sich selbst beschreibt und durch die Schneiden verwundet. Hervorgegangen ist das Wurfmesser aus hölzernen Wurfwaffen, wie sie die alten Ägypter verwendeten und wie sie von Kindern im Sudan noch heute geführt werden. Seiner relativen Kostbarkeit wegen ist das eiserne Wurfmesser fast überall in seinem Verbreitungsbezirk zur Handwaffe oder zum Droh- und Prunkgerät geworden; nur bei vereinzelten Völkern südlich vom Tschadsee wird sie noch zum Fernkampf gebraucht. Das Verbreitungsgebiet des Wurfeisens ist ausschließlich auf Afrika beschränkt; es reicht von Tibesti im Norden bis über den mittleren Kongo im Süden und von den San an der Westküste bis zu den Niam-Niam und A-Lur im Osten. In diesem weiten Gebiet hat es die mannigfachsten Formen angenommen, unter anderen auch die von fast kreisrunden, am Rande scharfen Scheiben (Bassongo Mino) oder auch von Vogelkopfform (San). In dieser Form erinnert das Wurfmesser an die Chakram Wurfscheibe.

Bibliographie

  • Jähns: Entwicklungsgeschichte der alten Trutzwaffen (Berlin 1899)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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