Zisterzienser

Wappen der Zisterzienser

Zisterzienser (Orden von Citeaux, Ordo Cisterciensis, OCist), Mönchsorden, gestiftet von dem Benediktinerabt Robert aus der Champagne, der nach verschiedenen Versuchen einer Reformation des verweltlichten Klosterlebens zuerst in dem Wald von Molesme, endlich mit 20 Gleichgesinnten in dem Walddickicht von Citeaux (Cistercium) bei Dijon 1098 ein Kloster mit dem Zweck der strengsten Beachtung der Regeln des heil. Benedikt gründete. Auf Befehl des Papstes musste zwar Robert schon 1099 nach Molesme zurückkehren, woselbst er 1108 starb, aber sein Nachfolger Alberich (gest. 1109) wusste dem Kloster die päpstliche Gunst zu verschaffen, setzte die »Instituta monachorum Cisterciensium« auf, worin die neue Stiftung als einzig wahres Benediktinertum hingestellt wurde, und gab den Mönchen für das Kloster die weiße, für die Welt die schwarze Kutte (daher auch die Bezeichnung Schwarze oder Weiße Brüder).

Figuren

  • Inquisition, 1:72 LW 2
  • Medieval Inquisition, 1:72 Valdemar VA130
  • Kalifornische Missionsindianer, 1:72 Pegasus 7051
  • Klosterleben im Deutschen Orden, 1:72 Valdemar VA104
  • Menschen im Mittelalter, 1:72 Valdemar VA107
  • Kreuzfahrer #2, 1:72 Valdemar VA006
  • Medieval Britain, 1:72 Strelets 071
  • Robin Hood, 1:76 Airfix 01720

Höchstes Ansehen brachte dem Orden 1113 der Eintritt Bernhards von Clairvaux. 1119 erließ der Abt Stephan Harding für die um zwölf Klöster vergrößerte Mönchsgemeinschaft eine neue Regel (Charta charitatis), die durchweg im Gegensatze zu derjenigen von Cluny (s. d.) steht. Außer Frankreich, woselbst sie sich jetzt auch Bernhardiner nannten, gewannen die Zisterzienser großen Zuzug in Spanien und Portugal, so dass bis Mitte des 13. Jahrhunderts der Orden bis zu 2000 Abteien angewachsen war. Die Zisterzienser waren zu reichen Klosterherren geworden, und umsonst ergingen von Päpsten Gesetze zur Herstellung der alten Strenge und Einigkeit; die spanischen Abteien rissen sich los, und auch in Frankreich und Italien entstanden besondere Kongregationen, so die Feuillanten (s. d.) und die Trappisten. Die französischen Zisterzienser-Klöster wurden in der Revolution, ein Teil der übrigen im Laufe des 19. Jahrhunderts in fast allen Ländern Europas aufgehoben.

Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden nur noch wenige Klöster in Österreich-Ungarn, Italien, Belgien, der Schweiz und Deutschland (Marienstatt in Nassau). Der Generalabt residiert in Rom. Während die Zisterzienser in der Geschichte der Wissenschaften fast gar keine Rolle spielen, sind sie von um so größerer Bedeutung für die Landwirtschaft als Kultivatoren des Bodens und in Deutschland für die Germanisierung des Ostens von entscheidendem Einfluss gewesen. In der Geschichte der Baukunst stehen sie als die konsequentesten Verbreiter der in Frankreich, ihrem Heimatsland, geborenen Gotik während des 12. und 13. Jahrhunderts da. Unter den Frauenklöstern der Zisterzienser (Bernhardinerinnen) ist Port Royal des Champs (s. d.) das wichtigste geworden. Auch sie verweltlichten aber im Lauf der Zeit und waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis auf etwa 100 (davon etwa 60 in Spanien, in Deutschland 4) ausgestorben.

Bibliographie

  • Buttinger, Sabine: Mit Kreuz und Kutte - Die Geschichte der christlichen Orden
  • Dohme: Die Kirchen des Cistercienserordens in Deutschland (Leipz. 1869)
  • Janauschek: Origines Cisterciensium (Wien 1877, Bd. 1)
  • Winter: Die Cistercienser des nordöstlichen Deutschland (Gotha 1868-71, 3 Bde.)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Fragen und Antworten

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