Russische Infanterie Peters des Großen, 1698–1725

Testbericht der 1:72 Figuren von ZVEZDA

Russische Infanterie Peters des Großen, 1698–1725, 1:72 Figuren ZVEZDA 8049.

Die russische Infanterie von Zvezda eignet sich sehr gut für Wargamer, die realistisch wirkende Bataillone und Regimenter aufstellen möchten. Marschierende, vorgehende, schießende, und abwartende Soldaten sind in sinnvoller Stückzahl vorhanden, und es ist keine übertriebene Pose darunter, die den Gesamteindruck einer geschlossenen Formation stören würde.

Inhalt

43 Figuren in 12 Posen – 25 mm entsprechen 180 cm Körpergröße

Bewertung

Gute Themenwahl, die russischen Infanteristen eignen sich sehr gut als Soldaten vieler anderer Nationen des frühen 18. Jahrhunderts. Sie tragen den älteren russischen Uniformrock mit geschweiften Taschenpatten, der ab 1720 durch ein neues Modell mit geraden Taschenpatten ersetzt wurde. Die Figuren sind sehr schön gestaltet, sie könnten einem zeitgenössischen Schlachtengemälde entsprungen sein. Fertig bemalt, sehen diese russischen Infanteristen exzellent aus, und wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Armeen des 18. Jahrhunderts bei Zvezda erscheinen werden.

Feine Gussnähte und einige Angüsse müssen vor dem Bemalen entfernt werden. Beim stehenden und knienden Schützen bietet es sich beispielsweise an, das überschüssige Material zwischen Gewehr und linkem Arm vorsichtig mit dem Skalpell zu entfernen. Diese Operation ist nicht ganz einfach, aber die Mühe lohnt sich.

Der kniende Füsilier mit Spundbajonett eignet sich für die Zeit bis zum Feldzug von Poltawa, denn die vorhandenen Spundbajonette wurden zwischen 1701 und 1709 allmählich durch Tüllenbajonette ersetzt.

Im Jahre 1700 bestand das Infanteriebataillon aus fünf Kompanien mit je vier Offzieren und 112 Soldaten, darunter 18 Pikeniere. Die 90 Pikeniere des Bataillons wurden im Zentrum der Linie zusammengefasst, die Füsiliere standen an den Flügeln. Nach dem Poltawa-Feldzug nahm die russische Infanterie die taktische bessere Aufstellung der Schweden an. Die Piken wurden nun nicht mehr im Gefecht gegen westliche Armee verwendet, gehörten aber weiterhin zum Inventar des Regiments. Bis 1720 verfügte jedes Infanterie-Regiment über 150 Spieße und 3072 Schweinsfedern, die auf Feldzügen gegen Türken und andere Reitervölker im Regimentstross mitgeführt wurden. Drei Pikeniere je Schachtel reichen aus, um ein russisches Bataillon bis 1709 darzustellen. Wargamer postieren den Regimentstab meist in der Mitte einer Einheit, und dort können sich auch die drei Pikeniere sammeln. Wer die Pikeniere gar nicht benötigt, baut sie kurzerhand zu Fahnenträgern um.

Grenadiere dienten in eigenen Einheiten, hier hätte Zvezda besser einen weiteren Füsilier angeboten und die Grenadiere in einer zusätzlichen Auflage der Infanterie Peters des Großen berücksichtigt. Der Umbau von Füsilieren in Grenadiere ist schwierig, denn Grenadiere trugen eine Kartusche am Leibriemen, und die Granattasche am Bandelier.

Die russischen Infanteriefahnen des Musters von 1700 bis 1712 waren etwa 200 cm breit und 160 cm hoch, doch der hier gelieferte Fahnenträger führt ein nur 17 × 14 mm großes Exemplar in die Schlacht. Hier empfiehlt sich, die Plastikfahne von der Stange abzutrennen und durch eine realistischer wirkende Fahne aus Papier zu ersetzen.

Figuren des Großen Nordischen Krieges