Luftperspektive

Luftperspektive handelt von der größeren oder geringeren Deutlichkeit, die den Umrissen der Objekte nach ihrer Entfernung zukommt, von den Änderungen, welche die Farben mit der Entfernung durch Absorption des Lichtes in der Atmosphäre erleiden, u. dgl., s. Perspektive.

Luftperspektive

Mit zunehmender Entfernung vom Betrachter, wirken Gegenstände blasser und ihr Farbton verschiebt sich zur Hintergrundfarbe, also normalerweise ins Bläuliche, bzw. ins Bräunliche bei Nebel, Staub und Smog, oder ins Rötliche bei Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Leonardo da Vinci erkannte und nutzte die Luftperspektive, um in seinen Bildern eine Illusion von Tiefe zu erzeugen, indem er entfernte Objekte blasser, weniger detailliert und bläulicher als weniger entfernte Objekte dargestellte.

In gleicher Weise lässt sich die Luftperspektive im Modellbau anwenden. Abhängig vom Maßstab des zu lackierenden Modells, wird der Originalfarbton mehr oder weniger stark mit Weiß, Gelb oder Ocker abgetönt, also entsättigt, und schwarz oder bunt getrübt. Steve Zaloga empfiehlt, die verwendete Farbe für ein Modell im Maßstab 1:72 ca. 15 bis 17 %1 aufzuhellen. Jim Gordon, Autor des Artikels Verwitterung an Fahrzeugen, hellt seine Modell mit 10 bis 30 % Weiß auf.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Farben für Figuren und Modellbau


Zaloga, Steve: Olive Drab (Military Modelling, 2002)