Trappisten

Trappisten (reformierte Zisterzienser Unsrer Lieben Frau von La Trappe), von Le Bouthillier de Rancé (s. d.), als Abt des Klosters La Trappe (d. h. »Die Falle«, so benannt nach dem engen Taleingang) bei Soligny (Département Orne) 1665 gestifteter Mönchsorden, der die strengste Reform auf dem Boden des Zisterzienserordens darstellt. Die Trappisten, die in Chorprofessen und Konversen (Laienbrüder) zerfallen, beobachten bei gemeinsamer Arbeit, Essen und Schlafen immerwährendes Stillschweigen; dass sie täglich an der Herstellung ihrer Gräber arbeiten und in Särgen schlafen, ist Erfindung wie der Gruß: »Memento mori«. Sie schlafen in voller Kleidung und werden sarglos beerdigt. Die Nahrung ist vegetarisch. Einige Stunden des vorwiegend der Erbauung und dem Gottesdienst gewidmeten Tages gehören der Feldarbeit. Ihre revidierten Konstitutionen wurden 1894 von Leo XIII. bestätigt, der 1899 dem Generalabt den Titel »Abt von Citeaux« verlieh, welches Kloster seit 1898 im Besitz der Trappisten ist.

Die Zahl der Trappisten wird 1907 auf 3700 in 56 Klöstern (in Deutschland Marienstatt im Westerwald) angegeben. Im Kongostaat, in Natal (Mariannhill), Australien, Japan und China gibt es Missionsstationen der Trappisten. Trappistinnen heißen die reformierten Zisterzienserinnen, die sich in Regeln und Gebräuchen an die Trappisten anschließen. Es gibt etwa 900 in 13 Klöstern, darunter Ergersheim im Elsass. Eine Art dritten Orden bilden die Missionsschwestern vom kostbaren Blute (Mariannhill).

Bibliographie

  • Gaillardin: Les Trappistes (Par. 1844, 2 Bde.)
  • Pfannenschmidt, Illustrierte Geschichte der Trappisten (Paderb. 1873)
  • Ruff, Die Trappistenabtei Ölenberg und der reformierte Cistercienserorden (Freib. i. Br. 1898)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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