Der Pauker von Niklashausen

Niklashausen, der Pauker von, ein 1476 in Franken als geistlicher und weltlicher Reformator auftretender Viehhirte namens Hans Böhm, der die Menschen zur Wallfahrt nach Niklashausen aufrief, und im Zeitraum von drei Monaten mehr als 70.000 Anhänger gewonnen haben soll. Die entstehende Massenbewegung der fränkischen Bauern erregte derartige Besorgnis bei der kirchlichen und weltlichen Obrikeit, dass Hans Böhm vom Würzburger Fürstbischof Rudolf II. von Scherenberg verhaftet, im Schnellverfahren als Ketzer zum Tode verurteilt, und am 19. Juli 1476 in Würzburg auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

Das Niklashäuser Kirchlein drohte in der Folge eine Märtyrer-Gedenkstätte zu werden, weshalb der Würzburger Fürstbischof sofort nach Böhms Hinrichtung regelrechte Desinformationskampagnen einleitete, die den Ruf des aufrichtigen Predigers dauerhaft diskreditieren sollten. Mit Erfolg, wie sich zeigte, denn 50 Jahre nach seiner Hinrichtung berief sich keiner der Anführer im Bauernkrieg auf einen Artikel, der mit dem "Narren" Böhm hätte in Verbindung gebracht werden können.

Bibliographie

  • Barack, Hans Böhm und die Wallfahrt nach Niklashausen 1476, ein Vorspiel des großen Bauernkriegs (Würzb. 1858)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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