Fürstbischöfliches Hochstift, Fürstentum und Bistum Regensburg

Fürstbischöfliches Hochstift, Fürstentum und Bistum Regensburg

Regensburg, ehemals deutsches fürstbischöfliches Hochstift, das mehrere Reichsherrschaften (Donaustauf, Hohenburg, Wörth) und Ortschaften in Bayern, der Oberpfalz, Tirol und Österreich umfasste. Sein Sprengel erstreckte sich vom Fichtelgebirge bis zur unteren Isar, von der Altmühl bis zum Böhmerwald und war dem Erzbistum Salzburg unterstellt. Als erster Bischof gilt Gaubald, der 739 von Bonifatius geweiht wurde und seinen Sitz im Kloster St. Emmeram nahm. Erst Wolfgang (972-994) trennte die Abtswürde zu St. Emmeram von der Person des Bischofs. Weniger als Bischof denn als Gelehrter ist bedeutend Albertus Magnus (1260-62, s. Albert I).

1803 wurde das Hochstift in ein Fürstentum verwandelt, das außer der Reichsstadt Regensburg auch noch andere Gebiete, im ganzen 1542 qkm mit 108.000 Einwohnern, umfasste und unter der Regierung des Kurerzkanzlers Karl Theodor von Dalberg (s. d.) stand. Die erzbischöfliche Würde wurde 2. Juli 1805 von Mainz auf Regensburg übertragen, dessen Bischof Dalberg schon seit 1804 war. 1810 fiel das Fürstentum Regensburg an Bayern, der Fürst-Primas wurde am Rhein entschädigt, blieb aber bis 1817 Erzbischof von Regensburg. Nach vierjähriger Vakanz wurde das Stift als Bistum 1821 wiederhergestellt und der Erzdiözese München-Freising unterwiesen.

1832 starb der Bischof Johann Michael von Sailer (s. d.). 1858-1906 war Bischof von Regensburg der mit dem Pallium ausgezeichnete Ignatius von Senestrey (s. d.), dem Franz Anton v. Henle folgte. Das Bistum Regensburg zählte zu dieser Zeit in 42 Städten, 88 Märkten und über 10.000 ländlichen Ansiedelungen 822.000 Seelen mit 470 Pfarreien, 166 Benefizien, 80 Exposituren, 368 Kooperaturen und 36 andere Seelsorgsposten.

Bibliographie

  • Janner: Geschichte der Bischöfe von Regensburg (Regensb. 1883 bis 1886, 3 Bde.)
  • Ried: Codex chronologico-diplomaticus Ratisbonensis (Regensb. 1816-17, 2 Bde.)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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