Revolver

Revolver (engl., Drehistole), einhändige Feuerwaffe mit dprehbarer, die Patronen enthaltender Kammerwalze, die als Magazin 5–12 Patronen aufnimmt; die Drehung bringt immer eine Kammer vor den Lauf zum Abfeuern. Der Revolver wurde schon am Ende des 16. Jahrhunderts konstruiert. Mit Rücksicht auf die Bewegung der Walze sind Revolver mit einfacher (System Colt, 1842), fortgesetzter (Adams Deane, 1845) und doppelter Bewegung (Lefaucheux, 1850) zu unterscheiden. Bei einfacher Bewegung kann die Trommel nur bewegt werden, wenn der Hahn aufgezogen wird, bei fortgesetzter geschieht die Bewegung durch Zurückziehen des Abzugs, bei doppelter kann die Trommel sowohl durch Spannen des Hahnes als durch Zurückziehen des Abzugs bewegt werden. Alle Revolver, die Metallpatronen verwenden, haben die doppelte Bewegung.

Fig. 1. Lefaucheux-Revolver nebst Patrone a und b.

Verbesserungen wurden eingeführt, indem man statt Lefaucheux’ Stift- und Randfeuerpatrone (Fig. 1) Zentralfeuerpatronen verwendete, am hinteren Ende der Trommel einen Auszieherkranz anbrachte, der beim Vorwärtskippen von Trommel und Lauf um eine im Gestell liegende Achse die Patronenhülsen auswirft (Smith u. Wesson, 1870), sowie dadurch, dass man die Trommel nach links herausschiebbar einrichtete und mit Auszieherkranz versah (Colt, 1892).

Den Nachteil, dass zwischen Bodenfläche des Laufes und Vorderfläche der Trommel ein Zwischenraum blieb, der das Entweichen eines Teiles der Pulvergase gestattet und den sicheren Eintritt des Geschosses in den Lauf erschwert, beseitigt die Konstruktion des Krupp-Grusonwerkes in Magdeburg von 1891, bei welcher der Lauf beim Spannen des Hahnes oder Zurückziehen des Abzugs nach vollendeter Drehung der Trommel in einem Patronenlager derselben zurück und über die Patronenhülse hinweg gezogen wird.

Andere Konstruktionen (Gilthay, Pieper, Garica-Reynoso, Nagant) wählten den umgekehrten Weg, den Lauf stehen zu lassen und die Trommel durch verschiedene Vorrichtungen vor dem Schuss gegen den Lauf zu drücken.

Fig. 2. Der deutsche Revolver M/83

Den Anfang des 20. Jahrhunderts noch in der deutschen Armee für Offiziere, Fahnenträger, Krankenträger, Mannschaften der Feldartillerie etc. im Gebrauch befindlichen Armeerevolver M/83 zeigt Fig. 2. Er hat 10,6 mm-Kaliber, die Entzündung der mit Zentralzündung versehenen Patrone geschieht durch den Hahn, der mit seiner konischen Spitze durch eine Öffnung der Bodenplatte gegen das Zündhütchen schlägt. Ihm ähnelt der russische Armeerevolver; doch erfolgt hier das Auswerfen der abgeschossenen Hülsen durch einen Auswerferkranz wie bei Smith u. Wesson (s. oben). Fig. 3 zeigt ihn im Moment des Auswerfens der Patronenhülsen. Der Revolver hat angesichts der großen Verbesserungen der Selbstladepistolen (s. Selbstlader) keine Zukunft mehr, insbes. da das Laden zu viel Zeit in Anspruch nimmt; so haben auch alle Armeen mit der Einführung von Selbstladepistolen begonnen.

Fig. 3. Russischer Armeerevolver, beim Auswerfen der leeren Hülsen.

Bibliographie

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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