Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha und Altenburg

Schloss Friedenstein in Gotha

Friedrich III., Herzog von Sachsen-Gotha und Altenburg, geb. am 14. April 1699, gest. am 10. März 1772, Sohn Herzog Friedrichs II. und der Prinzessin Magdalena Augusta, Tochter des Fürsten Karl Wilhelm von Anhalt-Zerbst. Nachdem er eine vortreffliche Erziehung genossen, folgt er seinem Vater im Jahre 1732 in der Regierung. Zwar ist er nicht so begabt, wie sein Vater, aber dafür ist er ein äußerst wohlwollender, gutmütiger und sittenreiner Fürst, der durch mehrjährige Reisen eine feine Bildung und Welt- und Menschenkenntnisse sich erworben hat.

1718-20 durchreist er Italien und Frankreich, 1722-24 Frankreich, England und Holland. In seiner Gemahlin Luise Dorothea, mit welcher er am 13. September 1729 sich vermählt und deren vertrauten Freundin, der Oberhofmeisterin Juliane Franziska v. Buchwald (s. d.), hat er zwei hochbegabte, geistreiche Frauen um sich, die durch ihre Genialität, lebensfrohen Mut und sittliche Reinheit den besten Einfluss ausüben. Als im Jahre 1734 französische Heeresmassen in die sächsischen Lande einrücken, richtet Friedrich schnell eine Landesverteidigung ein, und überlässt dem Kaiser gegen eine Entschädigung von 120.000 Gulden 1000 Mann Kavallerie und 4000 Mann Infanterie, die sein Bruder, Prinz Wilhelm, ins Feld führt. Dem Fürsten von Waldeck überlässt er (1734) gegen eine Entschädigung von 64.000 Gulden jährlich 800 Mann, und auch dem König Friedrich II. von Preußen stellt er im Jahre 1744 eine Anzahl Rekruten.

Die Liebe zu seinen Untertanen betätigt er im Jahre 1744 dadurch, dass er ihnen eine ihm im Jahre 1732 von den Landständen bewilligte Steuer erlässt. Seine Regierung wird durch manche widrigen Ereignisse getrübt. Die nächste Veranlassung dazu gibt der Herzog Anton Ulrich von Sachsen-Meiningen, der die Tochter des kassel’schen Hauptmanns, Cäsarea Schurmann, zur Gemahlin genommen und die Kinder aus dieser Ehe in den Reichsfürstenstand vom Kaiser hat erheben lassen. Herzog Friedrich III. setzt es 1744 durch, dass sie für nicht sucessionsfähig erklärt werden. In der Folge wird der Herzog in den Wasunger Krieg verwickelt. Derselbe wird durch den Tod des Herzogs Ernst August von Weimar (29. Januar 1748) in den Hintergrund gedrängt. Es entsteht über die Vormundschaft des jungen Herzogs Ernst August Konstantin von Sachsen-Weimar Streit mit Meiningen. Durch einen Vergleich (17. September 1749) wird der Streit dahin vermittelt, dass Herzog Friedrich III. die Vormundschaft über Weimar und den Erbprinzen, Herzog Franz Josias aber die über Eisenach und die nachgelassene Prinzessin führen soll. Große Not und Jammer entsteht in den Landen des Herzogs durch den Siebenjährigen Krieg; ganz besonders leidet darunter das Altenburger Land. Der Prinz von Soubise kommt selbst nach Gotha, nach der Schlacht bei Roßbach aber (5. November 1757) eilt das geschlagene französische Heer in völliger Flucht durch Gotha.

Herzog Friedrich III. ist auch ein frommer Fürst, stets auf die Erhaltung der reinen lutherischen Lehre bedacht. Er führt die kirchliche Konfirmation 1752 im Lande ein, erlässt Mandate gegen die Entheiligung des Sabbaths (1733), stellt aber die dritten Feiertage ab und verlegt die Aposteltage auf die Sonntage (1770). Die Gründung der Herrenhuter-Kolonie zu Neudietendorf hindert er nicht, obschon das darüber verlangte Gutachten des Oberkonsistoriums sich entschieden dagegen ausgesprochen hat. Durch persönliche Besuche in Neudietendorf überzeugt er sich persönlich von den zweckmäßigen Einrichtungen des Orts und dem guten Geiste der Bewohner.

Friedrich hinterlässt zwei Söhne, Ernst Ludwig (geb. 30 Januar 1745), seinen Nachfolger, und August (geb. 1747, gest. 1806), sowie eine Tochter Friederike Louise (geb. 1752, gest 1776).

Bibliographie

  • Beck, August: Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 8 (Leipzig 1878)
  • Beck, August: Geschichte des gothaischen Landes (Gotha 1868, Bd. 1. 381)
  • Facius, F.: Staat, Verwa. u. Wirtsch. in Sachsen-Gotha unter Hzg. Friedrich II. (1691-1732), 1932
  • Huschke, Wolfgang: Neue deutsche Biographie, Bd. 15 (Berlin 1987)
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909
  • Osten, J. v. d.: Luise Dorothea, Hzgn. v. Sachsen-Gotha, 1732-67 (1893)

Quelle: August Beck

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