Truppenübungsplatz

Truppenübungsplatz, umfangreicher Geländekomplex zum Abhalten größerer Truppenübungen und zur wirklich kriegsmäßigen, durch keine Rücksicht auf Flurschäden eingeengten Ausbildung auch kleinerer Verbände. Wünschenswert ist ein Truppenübungsplatz für jedes Armeekorps, dessen Truppen alljährlich abwechselnd dort üben. Dabei wird auch das gefechtsmäßige Schießen mit erledigt, doch gibt es auch besondere Schießplätze für Infanterie, Feld- und Fußartillerie, die aber gelegentlich auch zu Übungen anderer Truppen Verwendung finden. Auf den Plätzen sind Barackenlager für die Unterkunft der übenden Truppen erbaut; sie waren Reichseigentum und durch Aufkauf oder Ermietung des betreffenden Terrains erworben. Das deutsche Kaiserreich hatte die Plätze in: Alten-Grabow (4. Korps), Arys (1.), Bitsch (15.), Darmstadt* (18.), Döberitz (Garde), Elsenborn (8.), Friedrichsfeld bei Wesel* (7.), Gruppe (17.), Hagenau* (15.), Hammerstein* (17.), Jüterbog (3.), Lamsdorf* (6.), Lockstedt (9.), Munster (10.), Neuhammer (6.), Posen (5.), Senne (7.); der Erwerb von Gelände für einen Truppenübungsplatz des 11. Armeekorps bei Ohrdruf war in die Wege geleitet.

Die mit * bezeichneten Truppenübungsplätze dienten in erster Linie für Zwecke der Feldartillerie. Fußartillerieschießplätze: Thorn, Wahn, Kummersdorf; Sachsen hatte den Truppenübungsplatz Zeithain bei Riesa (19.), ein weiterer Truppenübungsplatz war für das 12. Armeekorps bei Königsbrück (wo sich schon ein Infanterieschießplatz befand) im Werden; Bayern hatte die Plätze Hammelburg (2.) und Lechfeld; Württemberg Münsingen. Deutschland hatte also für 5 Armeekorps noch keine Truppenübungsplätze. Frankreich hatte 10 Truppenübungsplätze (Sissonne, Carpiagne, Souze, Bourg-Lastic, Châlons, Mailly, Lorzac, La Courtine, Valdahon, la Valbonne), Russland 17 größere (darunter Krasnoje Selo) und etwa 60 kleinere, Österreich 4, darunter Bruck und Benatek, Italien, Rumänien, Nordamerika je 4, Großbritannien 2 (außer Schießplätze).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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