Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux, Orden der Zisterzienser

Bernhard von Clairvaux (sprich klärwó), der Heilige, der bedeutendste unter den romanischen Mystikern des Mittelalters, geboren 1090 auf Schloss Fontaine-lès-Dijon bei Dijon als dritter Sohn des Tescelin le Roux und seiner Frau Aleth von Montbard, tritt 1113 mit 30 Gefährten in das Kloster Citeaux und wird 1115 erster Abt des neugestifteten Klosters Clairvaux der Zisterzienser. Seine Sittenstrenge, die tiefe Frömmigkeit, die Glut seiner Beredsamkeit machen ihn zum Gegenstand der Bewunderung und ermöglichen ihm in den Kämpfen jener Zeit eine weitgreifende Wirksamkeit. Seinen Bemühungen verdankt es Papst Innozenz II., dass er seines Gegenpapstes Anaklet II. Herr wird.

Den höchsten Gipfel seines Einflusses erreicht Bernhard von Clairvaux, als Papst Eugen III., sein Schüler, vor Arnold von Brescia flüchtend, sich ihm in die Arme wirft. Seine Beredsamkeit und seine Wundertätigkeit entflammt in französischen und deutschen Landen die Begeisterung zum zweiten Kreuzzug, dessen unglücklicher Ausgang ihn tief betrübt. Nicht ohne gerechten Tadel bleibt sein Verhalten gegen Abaelard (s. d.), dessen Verurteilung auf der Synode zu Sens er durchsetzt. Auch die religionsphilosophischen Lehren des Bischofs Gilbert von Poitiers lässt er 1148 verdammen, und nicht minder eifrig wirkt er gegen die ketzerischen Sekten im Süden Frankreichs, wiewohl er sich allen äußeren Gewaltmaßregeln abgeneigt zeigt. Bernhard stirbt 20. Aug. 1153 in Clairvaux und wird von Papst Alexander III. 1173 heilig gesprochen. Seine Schriften (Abhandlungen, Predigten, Hymnen) sind herausgegeben von Mabillon (Par. 1667; 3. Ausg. 1719, 2 Bde.; wiederholt in Mignes »Patrologie«). Unter seinen Schriften sind die bedeutendsten: »De consideratione libri V«, an Papst Eugen III. gerichtet (hrsg. von Schneider, Berl. 1850), und die »Sermones de cantico canticorum« (in Auswahl hrsg. von Baltzer, Freib. 1893).

Bibliographie

  • Hüffer: Der heilige Bernhard von Clairvaux (Bd. 1: Vorstudien, Münster 1886)
  • Janauschek: Bibliographia Bernardina (Bd. 4 der »Xenia Bernardina«, Wien 1891)
  • Neander: Der heilige Bernhard und sein Zeitalter (neue Ausg. von Deutsch, Gotha 1889-90, 2 Bde.)
  • Neumann: Bernhard von Clairvaux und die Anfänge des zweiten Kreuzzuges (Heidelb. 1882)
  • Vacandard: Vie de saint Bernard (1895, 2 Bde.; deutsch, Mainz 1897-98, 2 Bde.)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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