Erdwinde

Erdwinde, ist eine senkrechte Winde, die zur Fortgewegung großer Lasten gebraucht wird, weil sie mehr Kraft äußert als die horizontale oder liegende; s. Winde.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Erdwinde, eine in starkem Gestell senkrecht stehende Welle, die sich mittels zweier über Kreuz durch ihren vierkantigen Kopf eingesteckter Stangen umdrehen lässt. Sie diente zum Herbeischaffen entfernt liegender Lasten beim Aus- und Einladen der Schiffe, zum Heraufbringen schwerer Geschütze auf Wälle etc., ist jetzt durch neuere Hebezeuge überholt. Im Eisenbahnwesen heißt Erdwinde eine kleine, wenig über den Erdboden vorragende Windetrommel mit senkrechter Achse und hydraulischem oder elektrischem Betrieb durch unterirdische Leitung, die zwischen den Bahnhofgleisen an geeigneten Punkten aufgestellt wird und mit Hilfe eines darum geschlungenen Seiles und einiger Leitrollen zum Bewegen von Güterwagen dient, namentlich zu und von den Ladestellen der Güterschuppen, auch zur Benutzung von Drehscheiben. So besonders auf englischen Güterbahnhöfen, dort capstan (Kapständer) oder Spill genannt, wie die ähnlichen Windevorrichtungen auf Schiffen.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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