Fatimiden

Schlacht von Askalon 1099, die Ritter links, die Fatimiden rechts

Fatimiden (Aliden), schiitisch-ismailitische Dynastie, gegründet von Abu Abdallah Hosein, einem Missionar der Ismailiten. Dieser wirbt für Obeid Allah ibn Mohammed, einen angeblichen Nachkommen der Fâtima, der Tochter des Propheten Mohammed, der jedoch in Wirklichkeit von einem persischen Augenarzt abstammt, unter den Berbern zahlreiche Anhänger und stürzt mit ihrer Hilfe die Dynastie der Aghlabiden im jetzigen Tunis (910). Obeid Allah (910 bis 934) unterwirft sich ganz Nordafrika von den Grenzen Marokkos bis an die Grenzen Ägyptens, nimmt den Titel Mahdi, »Rechtgeleiteter«, an und schlägt seine Residenz in dem von ihm gegründeten Mahedîa (an der Kleinen Syrte) auf. Indem er die Autorität der Abbasiden bestreitet und selbst den Titel Kalif und Emîr-el-muminîn (»Fürst der Gläubigen«) annimmt, wird er der Urheber eines großen Schismas unter den Muslimen.

Der mächtigste der Fatimiden-Kalifen ist sein Urenkel Mo’izz (953 bis 975); er erobert Fes und Sizilien und verlegt, nachdem sein Feldherr Dschauher 969 Ägypten unterworfen hat, drei Jahre später seinen Hof nach dem neugegründeten Kairo. Er befiehlt, dass der Name der Abbasiden-Kalifen im Freitagsgebet durch seinen eigenen ersetzt werde; man datiert daher gewöhnlich von diesem Zeitpunkt ab das Schisma der Fatimiden- und Abbasiden-Kalifen.

Die Abbildung der Schlacht von Askalon 1099, zeigt die christlichen Ritter links, und die Fatimiden rechts.

Figuren

  • Fatimische Armee, 967 - 1171, 15 mm Essex Miniatures V2 - III/65

Von Ägypten aus erobert Mo’izz ganz Palästina und Syrien bis Damaskus. Sein Sohn Asîs (975-996), ein kluger Regent, erweitert die Eroberungen in Syrien. Ihm folgt sein Sohn, der durch seine wahnsinnige Tyrannei berüchtigte, rätselhafte Hakim (996-1021). Er erlässt die unsinnigsten Verordnungen, verfolgt Christen und Juden, zerstört 1009 die Auferstehungskirche in Jerusalem (seine Verfolgungen der Christen sind eine der Ursachen der Kreuzzüge) und behauptet schließlich, eine neue Inkarnation Gottes zu sein; zwei seiner Anhänger, der Türke Dárasi und der Perser Hamsa, begründen die Religion der Drusen.

Unter den späteren, verweichlichten Fatimiden geht ihre Macht im Westen wie im Osten immer mehr zurück. Nach dem Tode des letzten Kalifen, al-Adid (1171), nimmt Saladin Besitz von Ägypten. Die Fatimiden, eifrige Schiiten, gründen Missionsanstalten und Schulen zur Verbreitung ihrer Lehren, die indes, mit dem extremen Ismailitismus identisch, unter dem Volke keine Verbreitung finden.

Bibliographie

  • Müller, A: Der Islam (Berl. 1885–87, 2 Bde.)
  • Wüstenfeld: Geschichte der Fatimiden-Kalifen (Götting. 1881)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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