Korporal

Korporal

Korporal, in einigen Armee ein besonderer Grad der Unteroffiziere, in anderen aber überhaupt jeder Unteroffizier, der nicht Sergeant ist, oder auch die jüngsten Unteroffiziere. Der eigentliche Dienst des Korporals, welcher in der preußischen Armee alle Unteroffiziere in gleicher Weise versehen müssen, besteht in der genauesten Handhabung und Aufsicht auf die Disziplin der Leute. Die Mannschaft einer Kompanie wird nämlich in so viel gleiche Abteilungen, wie Unteroffiziere bei der Kompanie verfügbar sind, abgeteilt; diese Abteilungen heißen Korporalschaften, und stehen unter der speziellen Aufsicht desjenigen Unteroffiziers, dem sie zugeteilt sind. Dieser muss sich von jedem seiner Untergebenen eine genaue Kenntnis seines Lebenswandels und Umgangs verschaffen; er sieht auf seinen Anzug, auf das Putzen der Armatur und Lederzeug-Stücke, auf die Ordnung in allen seinen Sachen, und ist in allen dienstlichen Angelegenheiten für jeden seiner Untergebenen verantwortlich. Mehrere solcher Korporalschaften stehen unter einem Kompanie-Offizier, welcher darauf hält, dass die Unteroffiziere genau ihre Pflicht erfüllen, und an welchen diese alle Mal zuerst ihre Meldungen gelangen lassen, sobald sich ein Soldat der Unordnung, Nachlässigkeit oder gar des Ungehorsams schuldig gemacht hat.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Korporal (franz. caporal, ital. caporále, von capo, Haupt), in einigen Armeen der niederste Unteroffiziersdienstgrad, häufig als Gruppenführer eingesetzt; Korporalschaft (bei der Kavallerie Beritt), Unterabteilung der Kompanie für den inneren Dienst; sie untersteht dem Korporalschaftsführer (Unteroffizier, seltener Sergeant oder Gefreiter), mehrere derselben, eine Inspektion, einem Leutnant. Napoleon I. hieß bei seinen Soldaten scherzhaft le petit caporal. In der indischen, pakistanischen, und bengalischen Armee heißt der Korporal Naik oder, in der Kavallerie, Lance-Daffadar. In der britischen Marine heißt der vergleichbare Dienstgrad Leading Seaman.

Die Abbildung zeigt einen Korporal der Gurkhas, erkenntlich an den zwei Winkeln auf dem rechten Oberarm. Die 25 mm Zinnfigur von Ral Partha wurde mit Künstler-Acrylfarbe bemalt und für das Spielsystem The Sword and the Flame einzeln auf eine antike Münze montiert.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Bibliographie

  • Sasse: Instruktion über Korporalschaftsführung (6. Aufl., Berl. 1904)

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