Museum Schloss Friedrichstein

Museum Schloss Friedrichstein, Bad Wildungen

Das imposante Barockschloss Friedrichstein liegt hoch über dem Kurort Bad Wildungen. Zwischen 1663 und 1669 begann Josias II. Graf von Waldeck (1636–1669) mit dem Bau der Schlossanlage, die nach seinem Tod im Jahr 1669 sein Neffe Friedrich Anton Ulrich vollendete. Dieser war es auch, der »Friedrichstein« seinen Namen gab. Die Fürstenfamilie zog jedoch im Jahr 1720 in das neu erbaute Residenzschloss nach Arolsen. So ging im Laufe der Zeit die Inneneinrichtung verloren, und das Schloss erfuhr eine Vielzahl an Nutzungen. Erhalten geblieben sind die prachtvollen Stuckaturen von Andrea Gallasini und die Deckengemälde von Carlo Caselli im ehemaligen Schlafzimmer der Fürstin und im Gartensaal. Nachdem das Schloss im Jahr 1921 in den Besitz des damals noch selbstständigen waldeckschen Staates überging, wurde es im Jahr 1941 an die NSDAP verkauft. Nach dem 2. Weltkrieg gelangte das Schloss in den Besitz des Landes Hessen. Im Jahr 1973 gründete sich in Bad Wildungen eine Bürgerinitiative zur Rettung des Schlosses und forderte eine sinnvolle Nutzung. Seit 1980 beherbergt Schloss Friedrichstein die wichtige und umfangreiche Militär- und Jagdgeschichtliche Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK).

Das ehemalige fürstliche Schlafzimmer, Schloss Friedrichstein

Schloss Friedrichstein beherbergt die wichtigste Militaria-Sammlung zur Armee der Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel. Kostbare und seltene Stücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigen die zentrale Rolle der Armee als Statussymbol für die Landgrafen und Kurfürsten. Dies verdeutlicht die aufwendige Ausstattung der Garderegimenter bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Objekte zum Königreich Westphalen (1807–1813) zeugen vom Prunk des Kasseler Hofes unter Napoleons jüngstem Bruder Jérôme Bonaparte (1784–1860). Der Hof in Kassel sollte zum glänzenden Mittelpunkt seines neuen Königreichs werden. Die aufwendige und exquisite Verarbeitung der Uniformen, der prächtigen Gemälde und Büsten sollte dabei helfen, den Herrschaftsanspruch Jérômes über seinen neuen Staat zu legitimieren. Bis heute beeindruckt ihre Pracht den Besucher.

Bolzenkasten aus dem Besitz des Landgrafen Otto von Hessen-Kassel (1594–1617)

Die Jagd war ein höfisches Vergnügen des Hochadels und der Fürsten. Die kostbaren Stücke der landgräflich-hessischen Jagdsammlung zeugen davon. Zu den besonderen Glanzstücken der Sammlung gehören neben den reich verzierten Armbrüsten und Radschlossgewehren des 17. Jahrhunderts aufwendig gearbeitete Jagdgeräte wie Pulverflaschen und Jagdmesser. Mit Jagdwaffen wurden oft auch neue Technologien erprobt. So sind die gezeigten Windbüchsen aus dem 18. Jahrhundert Vorläufer der heutigen Luftgewehre.

Museum Schloss Friedrichstein, Bad Wildungen

Museum Schloss Friedrichstein
Schlossstraße 23
34537 Bad Wildungen
(0 56 21) 65 77
www.museum-kassel.de

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