König Masinissa von Ostnumidien

Masinissa, König der Massylier (östlichen Numidier), Sohn des Gala, geb. um 238 v. Chr., gest. 149, erhält in Karthago seine Erziehung und verlobt sich hier mit Sophonisbe, einer Tochter des Hasdrubal, des Sohnes Gisgos. An den Punischen Kriegen nimmt er zuerst auf der Seite der Karthager teil, zwingt den römisch gesinnten König der Massäsylier (westlichen Numidier), Syphax, zum Frieden mit ihnen und trägt, seit 212 in Spanien, viel zur Besiegung der Scipionen (Publius Cornelius und Gnaeus Cornelius) bei. Als aber das Kriegsglück sich 210 zugunsten der Römer wendet, tritt er auf deren Seite über, auch dadurch gereizt, dass die Karthager seine Verlobte Sophonisbe Syphax, um ihn für sich zu gewinnen, zur Frau geben, wird indes, nachdem er nach Afrika zurückgekehrt ist, von Syphax aus dem Reich vertrieben. Er flieht zu P. Scipio, als dieser 204 in Afrika landete, leistet ihm in dem letzten Entscheidungskampf wichtige Dienste und erobert 203 das Reich des Syphax, den er selbst gefangen nimmt. Bei dieser Gelegenheit fällt auch Sophonisbe in seine Hände, mit der er sich sofort vermählt, doch forderte Scipio ihre Auslieferung, und so reicht er ihr selbst den Giftbecher.

Als Belohnung für die geleisteten Dienste erhält er nach Beendigung des Krieges das Reich des Syphax zu dem seinigen hinzu; außerdem wird den Karthagern 201 die Verpflichtung auferlegt, ihm alles zurückzuerstatten, was ihm oder seinen Vorfahren jemals von ihnen entrissen worden. Diese Bestimmung wird von Masinissa während seiner langen Regierung mit der rücksichtslosesten Härte benutzt, um den Karthagern, denen verboten ist, ohne Erlaubnis der Römer irgend einen Krieg anzufangen, einen Teil ihres Gebietes nach dem anderen zu entreißen. Vergebens suchen die Karthager Schutz bei den Römern; diese treffen entweder keine oder eine den Karthagern ungünstige Entscheidung, so dass diese endlich 150 zu den Waffen greifen. Als jedoch die Römer den Vertragsbruch Karthagos benutzen, um ihm den Vernichtungskrieg zu erklären, erkennt Masinissa zu spät, dass er in seinem Hass gegen Karthago bloß Roms Übermacht gefördert hat, und unterstützte die Römer nur widerwillig, stirbt aber schon bei Beginn des Krieges, 90 Jahre alt. Sein Reich wird durch den jüngeren Scipio Africanus unter seine Söhne Micipsa, Gulussa und Mastanabal verteilt.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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