Pauken

Pauken (ital. Timpani, franz. Timbales, engl. Kettledrums, Kesselpauken), die musikalisch wertvollsten der Schlaginstrumente, sind halbkugelförmige kupferne Kessel, mit gegerbten Fellen bespannt, die vermittelst am Rand befindlicher Schrauben nach Belieben verschieden straff angespannt werden, so dass die Tonhöhe genau geregelt werden kann. Bei den Maschinenpauken ist das zeitraubende Anziehen der einzelnen Schrauben durch eine sogenannte Maschine ersetzt. Meistens werden im Orchester zwei Pauken nebeneinander gebraucht; in neuerer Zeit ist man zur Erhöhung der Zahl der Pauken im Orchester auf drei übergegangen (nur ganz ausnahmsweise mehr, im Requiem von Berlioz gar 16 Paar Pauken).

Bekannte Modelle

  • Kesselpauker und Pfeifer, 40 mm Meisterzinn 1323
  • Kesselpauker (18. Jahrhundert), 40 mm Prince August 40
  • Hannoverscher Kesselpauker, 28 mm Venture Miniatures SHAC64
  • Britischer Kesselpauker, 15 mm Roundway RM0
  • Trommler, Kesselpauker, Trompeter, 15 mm Minifigs 4LC
  • Kesselpauker der französischen Garde-Mamelucken, 1:30 del Prado 002

Man baut die Pauken in zweierlei Größe; die sogenannte große Pauke hat einen Spielraum der Stimmungen zwischen (groß) F und (klein) e, die kleine zwischen (groß) B und (klein) f. Früher, als man die Pauke stets auf Tonika-Dominante abstimmte, notierte man ihre Töne stets als G c. Dieser Gebrauch kam ab, als die Komponisten wagten, auch andere Töne zu fordern (Beethoven); heute schreibt man die Töne, die man haben will.

Die Schlegel der Pauken haben entweder Holzköpfe, Lederköpfe oder Schwammköpfe; die ersteren geben einen harten, die letzteren einen sehr weichen Ton. Im 18. Jahrhundert stand die Paukenvirtuosität in vollster Blüte, wie denn z. B. fürstliche Hofpauker auf 14 Pauken Konzerte gaben, wobei sie unter dem Schlagen noch die Klöppel in die Luft warfen und im Takt wieder auffingen. Dem Grundwesen nach ist die Pauke ein uraltes Instrument und von dem Toph oder Aduse der Hebräer bis auf die von Prätorius als ungeheure Rumpelfässer geschilderten Heerpauken des 16. und 17. Jahrhunderts und unsere Konzertpauken herab bei allen Völkerschaften in den verschiedenartigsten Gestalten und Formen zu finden. Vgl. Pfundt, die Pauken (neubearbeitet von Schmidt, Leipz. 1894); Kastner, Méthode etc. des timbales (Par.).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Glossar militärischer Begriffe