Quadrant

Quadrant

Quadrant heißt ein Instrument zum Messen der Höhenrichtung von Geschützen beim indirekten Schuss. An die Stelle der bis Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchlichen Pendelquadranten, einer quadratischen Messingplatte mit Pendel, der vor einem Gradbogen schwingt, ist der Libellenquadrant getreten, an dessen ein rechtwinkliges Dreieck bildende Platte eine Röhrenlibelle drehbar um einen Endpunkt befestigt ist, so dass das andere Ende an einem Gradbogen von 45° Länge sich bewegt. Mit Hilfe eines Nonius und einer Mikrometerschraube lassen sich halbe 1/16 Grade nehmen, wobei eine der beiden Kathetenflächen auf das Rohr gesetzt wird. Außer älteren Konstruktionen wurde mit der schweren Feldhaubitze ein Meterquadrant eingeführt. Wie bei den Libellenquadranten besteht die Handhabung in dem Einspielenlassen einer Libelle, was die Stellung der Luftblase angibt.

Es ist dadurch eine waagerechte Grundlinie geschaffen, von der die verschiedenen Erhöhungswinkel genommen werden. Die Pfeilspitze wird bei einem Quadranten mit der Metertrommel auf die befohlene Entfernung eingestellt und die Stellmutter fest angezogen. Bei »großer Erhöhung« stellt man den Quadranten auf den Ergänzungswinkel (z. B. bei großer Erhöhung 30° auf 60°) und stellt den Quadranten auf den unteren Lappen. Vgl. Richtbogen.

Die Teile des oben abgebildeten Meterquadranten sind a Platte, b Libellenstück, c oberes Lager für die Körnerschraube, d unteres Lager der Körnerschraube, e Körnerschraube, f Gegenmutter, g Schutzkappe, h Trommel, i oberer Kopf, k unterer Kopf, l Libellenträger, m Zeiger.

Quadrant (lat.), in der Geometrie der vierte Teil eines Kreises; in der Astronomie ein Instrument zum Messen von Sternhöhen, bestehend aus einem in Grade etc. geteilten, in vertikaler Ebene aufgestellten Viertelkreis und einem um dessen Mittelpunkt drehbaren, an einer Alhidade befestigten Fernrohr. Bei transportablen Quadranten ist der Kreisbogen an einer vertikalen, auf drei Fußschrauben ruhenden Säule befestigt, bei feststehenden an einer in der Ebene des Meridians stehenden Mauer (Mauerquadranten; vgl. Tafel »Alte astronomische Instrumente« [Bd. 2], S. III u. IV). Seitdem man Vollkreise in großer Vollendung herzustellen gelernt hat, sind die Quadranten verdrängt worden, die tragbaren durch Vertikalkreise, Höhen- und Azimutalkreise, die Mauerquadranten durch die Meridiankreise.

Bibliographie

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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