Säbel

Zwei chinesische Säbel in einer Scheide

Säbel, Hiebwaffe mit gekrümmter Klinge von nicht unter 90 cm Länge, in Deutschland bei der leichten Kavallerie im Gebrauch. Um den Säbel, der nicht über 1,5 kg schwer sein soll, auch als Stichwaffe gebrauchen zu können, ist der Rücken zunächst der Spitze häufig auf etwa 10 cm geschliffen. Die Klinge wird, um bei nicht zu großer Schwere die nötige Steife zu erhalten, auf einer oder beiden Seiten hohl geschliffen (Blutrinne). Die Türken führen meist stark gekrümmte Säbel, auch solche, die innen (Rücken) geschliffen sind. Zum Schutz der Faust ist der Griff des Säbelgefäßes mit Bügel oder Korb versehen, bei dem orientalischen Säbel fehlt dieser Schutz meistens. Die Säbelscheide, meist aus Stahl mit Holzspan gefüttert oder aus Leder, ist unten mit Schleppschuh versehen. Der Säbel wird am Leibgurt an Riemen (in Russland mit dem Rücken nach unten) hängend getragen (vgl. Degen, Pallasch, Schwert, Bajonett). Die beim Fechten gebräuchlichen krummen Säbel gleichen denen der Kavallerie.

Der Säbel war ursprünglich eine barbarische Waffe und besonders bei den Skythen gebräuchlich. In Griechenland trugen nur die Peloponnesier Säbel. Die Römer kannten den Säbel nicht; dagegen brachten ihn die Hunnen aus dem Orient mit, wo namentlich Araber und Türken diese Waffe führten, während die Hauptwaffe im Abendland das Schwert war. Durch die Ungarn und Polen erhielt der Säbel auch hier Ansehen. Die Bezeichnung Säbel wird jetzt auch auf gerade Waffen (Degen) übertragen. S. Tafel »Chinesische Kultur II«, Fig. 9; »Malaiische Kultur II«, Fig. 14 u. 16; »Ostindische Kultur II«, Fig. 11.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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