Sergent

Sergent

Sergent (französisch), in der französischen Infanterie und Artillerie ein dem Sergeant entsprechender Unteroffizier zwischen »caporal« oder »caporal-chef« und »sergent-major« oder »sergent-chef«. In der Kavallerie heißt er »maréchal des logis«. Im frühen 18. Jahrhundert trug der Sergent meist Aufschläge bordiert mit Metalltresse in der Knopffarbe, der Erlass König Ludwigs XV. von Frankreich vom 19. Januar 1747 zur Bekleidung der französischen Infanterie erlaubte aber auch »brandebourgs« (Knopflochtresse) an den drei mittleren Knöpfen des Aufschlags. Aus ästhetischen Gründen kam die letztere Variante wohl nur bei Regimentern vor, deren Aufschläge mit genau drei Knöpfen versehen waren. Seit 1710 war das Steinschlossgewehr als Bewaffnung für Sergents vorgeschrieben, viele Regimenter behielten dennoch den Sponton bei. Die Patronentasche aus braunem oder schwarzem Leder war mit einem Emblem in der Knopffarbe bedruckt, nämlich eine Lilie für Sergents der Füsiliere, oder eine flammende Granate bei den Grenadieren. Patronentaschen der Mannschaften hatten keine Abzeichen. Die Abbildung zeigt einen Sergent Porte-Fanion der Carabinier-Kompanie des 8e Régiment d’Infanterie Légère, erkenntlich an der silbernen Tresse auf dem Unterarm. Die Zinnfigur im Maßstab 1:30 stammt von del Prado.

Seit 1786 trug der Sergent eine diagonale Tresse »galon oblique« in der Knopffarbe auf beiden Unterarmen. Diese Tresse war bei weißen Uniformen mit Tuch in der Abzeichenfarbe unterlegt, dessen überstehende Ränder den Eindruck von Passepoil vermittelten.

Jahr Dienstgradabzeichen
1720 Feinsilber- oder Goldtresse an den Aufschlägen,
oder »brandebourgs« (Knopflochtresse) an den drei Knöpfen der Aufschläge.
1747 Drei feinsilberne oder goldene »brandebourgs« auf den Aufschlägen. Unklar ist, ob diese Regelung auch bei Regimentern angewendet wurde, deren Aufschläge mehr als drei Knöpfe besaßen.
Pengel & Hurt berichten, dass die Sergents der meisten Regimenter im Siebenjährigen Krieg hingegen Feinsilber- oder Goldtresse an den Aufschlägen trugen, wie zuvor.
1762 Eine 28 mm breite Gold- oder Silbertresse an den Aufschlägen.
1767 Blaue Wollborte auf dem Unterarm, oberhalb der Aufschläge, der weißen Uniform;
weiße Schnüre auf blauen oder roten Uniformen.
1779 Eine Gold- oder Silbertresse 1,5 cm über den Aufschlägen;
auf weißem Rock mit Vorstoß in der Abzeichenfarbe. Abbildung 206 in John Mollo’s Buch Uniforms of the American Revolution zeigt einen Sergent des Regiment Agenois, dessen silberne Tresse genau zwischen dem zweiten und dritten von insgesamt vier seitlichen Knöpfe verläuft.
1786 Eine diagonale Tresse »galon oblique« auf dem Unterarm, mit Vorstoß in der Abzeichenfarbe.
1804 Ein 27 mm breiter »galon oblique« auf dem Unterarm, in der Farbe der Knöpfe, und mit scharlachrotem Vorstoß. Sergeanten und Feldwebel der Elitekompanien der leichten Infanterie trugen Epauletten mit silbernen Kantillen.

Bibliographie

  • Charmy: Costumes du Sacre, Armes, Drapeaux et Décorations (Évreux 2004)
  • Frankreich, Ludwig XV. König von: Ordonnance du Roy portant règlement pour l’habillement de l’infanterie française, 19 Janvier 1747
  • Funcken: Historische Uniformen 18. Jahrhundert, Band 1, S. 33, 35, 39, 41, 85
  • Mollo, John: Uniforms of the American Revolution (New York 1975)
  • Pengel & Hurt: French Infantry Regiments 1740–1762 (Birmingham 1982)

Fragen und Antworten

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