Poltawa

Das Schwedengrab auf dem Schlachtfeld von Poltawa

Poltawa (unrichtig Pultawa), Hauptstadt des gleichnamigen russischen Gouvernements, am rechten Ufer der Worskla, die hier die Poltawka aufnimmt, Knotenpunkt der Eisenbahnen Charkow-Nikolajew und Poltawa-Losowaja, hat gerade und breite Straßen, eine Kathedrale, in der eine die Schlacht bei Poltawa darstellende Kupferplatte aufbewahrt wird, 20 griechisch-orthodoxe, eine römisch-katholische, eine lutherische Kirche, eine Synagoge, ein Denkmal des kleinrussischen Dichters Kotljarewski (seit 1903), ein Gymnasium, ein Mädchengymnasium, ein Seminar, adliges Fräuleininstitut, Militärgymnasium, 2 Theater, ein naturgeschichtliches Museum, 3 Banken, mehrere Fabriken, den wichtigen Iljinskijahrmarkt (im Juli), Handel mit Rindvieh, Getreide, Wachs etc. und (1897) 53.060 Einwohner. Poltawa ist Bischofssitz. Etwa 5 km von der Stadt befindet sich das Denkmal zur Erinnerung an die von Peter dem Großen 8. Juli 1709 gewonnene Schlacht im Großen Nordischen Krieg gegen die Schweden, das sogen. Schwedengrab. Es bildet einen mächtigen Hügel mit einem gusseisernen Kreuz darauf.

Nachdem Karl XII. von Schweden seit Anfang Mai 1709 Poltawa belagert hatte, wurde er bei Poltawa 27. Juni (8. Juli) des Jahres von Peter dem Großen entscheidend geschlagen. Zum Andenken daran steht auf dem Alexanderplatz in Poltawa eine 17 m hohe Säule.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909
Bild: Czar and officials at service by grave for victims of Poltava (Library of Congress, LC-B2-871-1)

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