Preußischer Oberstleutnant Anton Florian Friedrich Freiherr von Seydlitz, 1813

Anton Florian Friedrich Freiherr von Seydlitz, preußischer Generalmajor, Yorck’s Waffengenosse und vertrauter Adjutant, wird 1777 im Magdeburgischen, wo sein als Oberförster zu Aken an der Elbe verstorbener Vater als Rittmeister beim Leibcarabinierregiment in Garnison steht, geboren und 1789 zum Pagen bei der Königin-Mutter ernannt, kommt aber 1790 in das Kadettencorps zu Berlin und aus diesem 1792 als Junker zum Feldjägerregiment, mit welchem er während der Jahre 1792-1795 an den Feldzügen am Rhein und 1806/7 am Krieg gegen Frankreich teilnimmt.

1808 wird er Adjutant bei Yorck, dessen Zuneigung und Vertrauen er in seltenem Grade gewinnt und welchen er 1812 in den Krieg gegen Russland begleitet. Er ist 1794 Secondlieutenant, 1805 Premierlieutenant, 1808 Capitain, 1811 Major geworden. Als Marquis Paulucci seine Verhandlungen mit dem preußischen Heerführer einfädelt, sendet letzterer am 1. Dezember den Major von Seydlitz nach Berlin, damit er ihm Klarheit über die Absichten der Regierung verschaffe. Dieser kommt zurück ohne Gewissheit zu bringen, weil solche in den leitenden Kreisen überhaupt nicht vorhanden ist, aber mit dem Entschluss für seine Person zu tun was in seinen Kräften stände, um die französische Waffenbrüderschaft mit der russischen vertauschen zu helfen. Schon auf seiner am 20. Dezember angetretenen Rückreise in das Yorck’sche Hauptquartier trägt er dazu bei, indem er die Kapitulation der in Memel stehenden preußischen Truppen mit den Russen zu Stande bringt. (Historische Zeitschrift, herausgegeben von H. v. Sybel, 64. Band, München 1890.) Dann wirkt er zum Abschluss der Kapitulation von Tauroggen mit.

Bei Ausbruch des Krieges erhält er das Kommando des Garde-Jägerbataillons. Ungern sieht Yorck ihn scheiden. Am 14. Dezember 1813 vertauscht er jene Stellung mit der als Kommandeur des 7. Infanterieregiments; die Kabinettsordre sagt, dass es geschehe um Seydlitz einen erweiterten Wirkungskreis und einen besonderen Beweis des königlichen Vertrauens zu geben. Auch während des Feldzuges vom Jahre 1815 steht er an der Spitze dieses Regiments. Der Orden pour le Mérite und beide Klassen des Eisernen Kreuzes sind die äußeren Auszeichnungen, durch deren Verleihung sein Kriegsherr Seydlitz’ vielfache Dienste und Leistungen belohnt. 1821 erhält er eine Infanteriebrigade, 1822 wird er zum Generalmajor befördert. Als solcher stirbt er am 18. Februar 1832 zu Köln. Seydlitz war ein vollendet schöner Mann; der äußeren Erscheinung enstprach durchaus sein Inneres.

Quelle: Bernhard von Poten

Bibliographie

  • Poten, Bernhard von: Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 34 (Leipzig 1892)

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