Belagerungstrain

Belagerungstrain, enthält alle Belagerungsbedürfnisse an Geschütz, Munition, Kunstfeuern, Schanzzeug, Minierwerkzeug usw. mit Ausschluss der Schanzkörbe, Faschinen und Hurden, welche erst an Ort und Stelle verfertigt werden. Seine Bestimmung hängt von einer Menge von Nebenumständen ab, die alle vorher reichlich erwogen werden müssen, um an keinem notwendigen Dinge Mangel zu leiden, ohne doch auf der anderen Seite durch ein Zuviel das Herbeischaffen zu erschweren. Die Hauptgegenstände, welche man dabei vorher beachten muss, sind: 1) die Lage der Festung, 2) das Terrain um dieselbe, 3) die Beschaffenheit der anzugreifenden Werke, vorzüglich, ob sie mit Gegenminen versehen sind, oder nicht; 4) die Entfernung der Depots, aus welchen man die verschiedenen Belagerungsbedürfnisse ziehen kann, 5) die Art des Transports derselben, ob er zu Lande oder zu Wasser geschehen kann.

Der Grundsatz, dass man stets ein der Festung überlegenes Feuer, ununterbrochen unterhalten müsse, gibt die Bestimmung der Anzahl des nötigen Belagerungsgeschützes; die Art der Werke, die Lage der Festung gibt die Bestimmung, wieviel davon Kanonen, und wieviel Wurfgeschütze sein müssen. Um eine Idee zu bekommen, welche ungeheure Mittel zur Belagerung einer mittelmäßig großen Festung gehören, welche mit Gegenminen versehen ist, und sich daher 1 bis 2 Monate halten kann, dient folgende Übersicht eines Belagerungstrains von 180 Stück Geschützen, wobei auf das Verhältnis der übrigen Dinge zu dem Geschütz Rücksicht genommen ist.

Belagerungstrain.

Hierbei sind weder Vorratspferde noch Reitpferd für Trainoffiziere usw. gerechnet. Für die Wagen der Artillerie werden 2461 Trainsoldaten erfordert.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Glossar militärischer Begriffe