Schanzzeug

Schanzzeug

Schanzzeug, Geräte zur Ausführung von Erd- und Holzarbeiten im Kriege. Das Schanzzeug wird teils getragen, teils auf Fahrzeugen nachgeschafft. Die Infanterie und Jäger führen kurze Spaten, Beile und Beilpicken als tragbares Schanzzeug sowie lange Spaten, Beile, Äxte und Kreuzhacken auf Fahrzeugen. Die Pioniere tragen Schanzzeug mit langen Stielen. Die übrigen Waffen sind nach Bedarf mit Schanzzeug versehen. Bei jeder Pionierkompanie gehört der vierspännige Schanzzeugwagen (60 große Spaten, 30 Kreuzhacken, 20 Äxte) mit dem Feldmineurwagen zur kleinen Bagage.

Bei der österreichisch-ungarischen Infanterie hat jede Rotte einen Feldspaten, jeder Schwarm eine Beilpicke, jede Kompanie je zwei Leute als Erdarbeiter, bzw. Zimmerleute ausgerüstet, die unter Kommando eines Offiziers die Regimentspionierabteilung bilden. Der russisch-japanische Krieg hat gezeigt, dass bei der großen Bedeutung, die der Feldbefestigung heutzutage zukommt, auch die Ausrüstung mit Schanzzeug vermehrt und verschiedenartigen Zwecken angepasst werden muss. So dürften dem Vorgang Japans entsprechend Drahtscheren zum Zerstören der auch im Feldkrieg beliebten Drahthindernisse sowie Sägen allgemein dem bisher üblichen Schanzzeug beigefügt, vielleicht auch, wie ebenfalls in Japan, Schanzzeug mit abnehmbaren Stielen erprobt, vielleicht überhaupt jeder Mann mit Schanzzeug versehen werden. Seit dem zweiten Weltkrieg gehört der Klappspaten zur feldmäßigen Ausrüstung des Soldaten.

Die abgebildeten konföderierten Pioniere im Maßstab 1:72 von Revell sind mit Schanzzeug für Erdarbeiten ausgerüstet.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Glossar militärischer Begriffe