Jean-Baptiste Drouet, Graf d’Erlon

Jean-Baptiste Drouet (spr. druä), Graf d’Erlon, französischer Marschall, geboren 29. Juli 1765 in Reims, gest. 25. Jan. 1844, tritt, nachdem er fünf Jahre in der königlichen Armee gedient hat, 1792 in ein Bataillon Freiwilliger, wird Adjutant des Generals Lefebvre und macht die Feldzüge von 1793–96 mit. Seit 1803 Divisionsgeneral, befehligt er 1805 die Truppen, die durch Franken nach Bayern vordringen, kämpft 1806 bei Jena, 1807 bei Friedland, hilft 1809 zur Unterwerfung Tirols mit, führt seit 1810 eine Division unter Masséna in Spanien, schlägt 1811 den englischen General Hill und wirft ihn auf Lissabon zurück, befehligt 1813 in Spanien die Armee des Zentrums und kämpft 1814 unter Soult bei Toulouse.

Nach der ersten Restauration wird er Befehlshaber der 16. Militärdivision. 1815 erklärt er sich mit den Offizieren seiner Division für den Kaiser, der ihn zum Pair ernennt und ihm den Oberbefehl über das I. Armeekorps überträgt. Mit diesem hat Drouet bei Waterloo den Hauptangriff auf den linken Flügel der Engländer, bei Haye Sainte, auszuführen. Nach der Kapitulation von Paris flieht er, durch die Ordonnanz vom 24. Juli geächtet, nach Bayern und lebt in der Nähe von Bayreuth. Infolge der Amnestie vom 28. Mai 1825 nach Frankreich zurückgekehrt, ist er vom 28. Sept. 1834 bis 28. Aug. 1835 Generalgouverneur von Algerien, wo er die arabischen Bureaus einrichtet, und wird im Mai 1843 zum Marschall ernannt. Seine von ihm selbst verfasste kurze »Vie militaire« erschien nach seinem Tod (1844). In Reims wurde ihm ein Standbild errichtet.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Scott Bowden und Jim Getz bewerten Drouet im Spielsystem Empire III als guten, aber unpersönlichen Korpskommandeur.

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Französische Armee der Napoleonischen Kriege