Schlacht bei Jena, 14. Oktober 1806

Schlacht bei Jena, 14. Oktober 1806

Jena ist geschichtlich denkwürdig durch die mit der von Auerstedt (s. d.) gleichzeitige unglückliche Schlacht 14. Okt. 1806 der Preußen gegen die Franzosen. Das Korps Hohenlohe, das bei Beginn des Krieges von 1806 an der mittleren Saale stand, konzentrierte sich nach dem unglücklichen Gefecht bei Saalfeld (10. Okt.) auf den Höhen zwischen Weimar und Jena, um der Hauptarmee bei ihrem Linksabmarsch nach der Unstrut die Flanke zu decken und ihr dann zu folgen. Es waren 43.000 Mann Preußen und Sachsen. Hohenlohe ließ es indessen ruhig geschehen, dass die Franzosen unter Lannes nicht nur 13. Okt. Jena besetzten, sondern sich auch des Höhenrandes, des Landgrafenbergs und des sogen. Windknollens, der die preußische Aufstellung beherrschte, bemächtigten, weil er, von Massenbach verleitet, glaubte, aus Rücksicht auf den Befehl des Hauptquartiers eine Schlacht vermeiden zu müssen.

Einer Schlacht gar nicht gewärtig, begab sich Hohenlohe ruhig zur Nachtruhe nach Kapellendorf zurück, während Napoleon, der am Nachmittag in Jena eintraf, noch in der Nacht die Geschütze des Lannesschen Korps und der Garden auf die Höhe schaffen ließ und am Morgen des 14. seine Disposition zur Schlacht traf: Lannes im Zentrum sollte den Kampf beginnen, Ney ihm eiligst nachrücken, Augereau mit dem linken Flügel durch das Mühltal, Soult mit dem rechten durch das Rauhtal in die Flanken des Feindes fallen; es waren im ganzen 125.000 Mann. Um 6 Uhr morgens wurden die Dörfer Klosewitz und Lützeroda, die Tauentzien mit 8000 Mann besetzt hielt, von den Franzosen angegriffen und nach zweistündigem Widerstand genommen; Tauenzien zog sich mit Verlust, aber in guter Ordnung auf das Gros nach Vierzehnheiligen und Krippendorf zurück.

Das Korps des Generals Holtzendorf (6000 Mann) wurde von Soult seitwärts nach Apolda gedrängt. Hohenlohe hatte inzwischen seine Truppen aufgestellt, die Preußen unter Grawert bei Vierzehnheiligen, die Sachsen bei Isserstädt, und Rüchel, der mit 15.000 Mann bei Weimar stand, zu Hilfe gerufen. Noch am Mittag griff Ney Vierzehnheiligen an und nahm es im ersten Anlauf. Zwar hatte er anfangs Mühe, es gegen die tapfer kämpfende preußische Infanterie zu behaupten; indes erhielt er von allen Seiten Verstärkungen, und Augereau und Soult umklammerten bereits die Flanken des Feindes, so dass trotz heldenmütigen Widerstandes nach Vernichtung der berittenen Artillerie die vom mörderischen Feuer gelichteten Regimenter Hohenlohes wichen; von der französischen Reiterei bedrängt, artete ihr Rückzug bald in wilde Flucht aus. Rüchel, der um 2 Uhr bei Kapellendorf anlangte und vergeblich durch einen mutigen Angriff die Franzosen aufzuhalten suchte, wurde in die allgemeine Flucht mit fortgerissen. Die Trümmer des preußisch-sächsischen Heeres retteten sich teils nach Erfurt, teils nach Kölleda und Buttelstädt und vermischten sich mit denen der bei Auerstedt geschlagenen Hauptarmee.

Bibliographie

  • Foucart: Campagne de Prusse, 1806, Bd. 1: Iéna (Par. 1887)
  • Goltz, v. d.: Roßbach und Jena, kriegsgeschichtliche Studie (Berl. 1883)
  • Klopfleisch: Die Schlacht bei Jena (Jena 1862)
  • Lettow-Vorbeck, v.: Der Krieg von 1806 und 1807, Bd. 1: Jena und Auerstädt (2. Aufl., Berl. 1899)
  • Leydolph: Die Schlacht bei Jena (2. Aufl., Jena 1901)
  • Müffling, Karl von: Darstellung der Schlacht bei Jena und des Treffens bei Auerstädt (Weimar 1807)
  • Treuenfeld, v.: Auerstedt und Jena (Hannov. 1893)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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