Ferromagnetische Fußbrettchen für Wargame-Figuren

Ferromagnetische Fußbrettchen für Wargame-Figuren

Einzelne Wargame-Figuren sind flexibel einsetzbar, sie lassen sich in großen Schlachten allerdings nur mit großem Zeitaufwand bewegen. Viele Simulationsspiele setzen deshalb auf größere Grundplatten – engl. bases oder stands – mit zwei bis sechs Figuren, die mit einem Handgriff gemeinsam über das Spielfeld bewegt werden. Als Mini-Diorama gestaltet, sehen diese Stands sehr schön aus und sparen von Spielzug zu Spielzug kostbare Zeit. Leider variiert die empfohlene Breite und Tiefe dieser Stands von Spielsystem zu Spielsystem. Wer ein neues Wargame ausprobieren, ein nicht mehr interessantes Regelwerk durch ein anderes ersetzen, oder wer in eine andere Stadt zieht und dort mit neuen Freunden Simulationsspiele durchführen möchte, kommt um das leidige rebasing meist nicht herum. Dann heißt es, alle Figuren der Armee von den liebevoll gestalteten Stands herunterreißen, neue Grundplatten kaufen oder selbst herstellen, und die Armee aufs Neue montieren.

Eine dritte Möglichkeit besteht darin, die Figuren auf einzelnen Fußbrettchen zu belassen und sie je nach Bedarf auf kleinere oder größere, zum jeweiligen Spielsystem passende Sockel – engl. movement trays – zu setzen. In Fantasy-Wargames sieht man diese Sandwich-Bauweise bereits sehr häufig. Die einzelnen Ritter und Men-at-Arms stehen auf ca. 5 mm hohen Fußbrettchen aus Plastik und treten zum Gefecht auf einem ca. 3 mm hohen Movement Tray aus Holz an, dessen umlaufender Rahmen die Figuren auf dem Tablett hält. Das ist zwar praktisch, sieht aber mit ca. 8 mm Gesamthöhe ziemlich hässlich aus. Der auffällige Movement Tray wirkt im hübsch gestalteten Gelände eben wie ein Tablett, nicht wie eine kämpfende Truppe, die sich dem Gelände anpassen müsste.

Folgt die vierte und vielleicht letzte Variante: wir montieren die Figuren einzeln auf nur 0,2 mm dicke, ferromagnetische Fußbrettchen aus Eisenblech, und setzen diese dann auf 1 mm dicke Stands aus handelsüblicher Magnetfolie. Die Fußbrettchen sind so dünn, und die Figuren haften so gut auf dem Stand, dass kein umlaufender Rahmen mehr nötig ist. Abhängig von der Grundfläche des Stands und dem Gewicht der Figuren, kann ein Sandwich mit 1 bis 2 mm MDF erforderlich sein, insgesamt trägt diese Art des Stands aber deutlich weniger auf als die oben beschriebene 8 mm-Version.

Die Größe des Fußbrettchens richtet sich bei dieser Variante nach der Figurengröße: die einzelne Figur soll im Gelände sicher stehen, und neben anderen Figuren auf den kleinstmöglichen Stand passen. Beispiel Antike bis Mittelalter; hier hat die Wargames Research Group (WRG) einen Standard definiert: alle Stands sind 60 mm oder 80 mm breit, und tief genug für die jeweilige Waffengattung. Wenn sich vier Fußknechte oder drei schwere Reiter einen 60 mm breiten Stand teilen sollen, bekommt jeder Fußknecht also ein 15 mm breites und jeder Reiter ein 20 mm breites Fußbrettchen. Wir montieren auch leichte Reiter auf ein nur 20 mm breites Fußbrettchen, setzen aber nur zwei von ihnen auf den 60 mm breiten Stand, so wie es die WRG Spielregeln vorsehen. Dies hat den Vorteil, dass alle Reiter kompatible Fußbrettchen besitzen, wenn wir sie in kleineren Gefechten einzeln verwenden. Schließlich gibt es keinen Grund, warum ein einzelner leichter Reiter mehr Platz für sein Pferd benötigen sollte als sein gepanzerter Kollege. Taktisch unterscheiden sie sich erst im Gelände, wenn der leichte Reiter größeren Abstand zu seinen Kameraden hält.

Magnetische Fußbrettchen selbst herstellen

Ferromagnetische Fußbrettchen für Wargame-Figuren

Das für die magnetischen Fußbrettchen verwendete Eisenblech gibt es als Meterware im Künstlerbedarf. Wir bekleben das Eisenblech mit Malerabdeckband, auf dem wir die Breite und Tiefe der Fußbrettchen mit einem spitzen Bleistift anzeichnen können. Anschließend schneiden wir die Blechstreifen mit einer Titanschere sorgfältig aus, und trennen dann die einzelnen Fußbrettchen von dem Streifen ab. Nachdem das Malerabdeckband von den Fußbrettchen entfernt ist, glätten wir die Fußbrettchen mit einer Flachzange, damit sie schön plan aufliegen.

Ferromagnetische Fußbrettchen für Wargame-Figuren

Die fertig ausgeschnittenen und geglätteten Fußbrettchen werden mit Etikettenpapier rundherum beklebt. Dazu legt man ein Fußbrettchen auf die selbstklebende Seite eines entsprechend großen Etiketts, schneidet die Ecken ein, und faltet alle vier Seiten um das Fußbrettchen herum. Zuletzt wird ein kleines Stück Etikett auf den noch unbedeckten Mittelteil des Fußbrettchens geklebt.

Ferromagnetische Fußbrettchen für Wargame-Figuren

Die zu bemalenden Figuren werden mit Holzleim auf die fertiggestellten Fußbrettchen geklebt. Anschließend können die Figuren grundiert und bemalt werden.

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