Gewehr 98

Gewehr 98

Das Gewehr 98 (G98, Gew. 98, Mauser Modell 1898), ist bei der deutschen Infanterie an die Stelle des Gewehrs 88 mit Mittelschaftmagazin und Paketladung getreten. Kaliber, Züge, innere Laufeinrichtung, Munition und ballistische Eigenschaften sind dieselben wie bei Gewehr 88; ähnlich diesem sind auch Schloss und Mehrladeeinrichtung nach Mauser. Statt der Doppelwarzenverriegelung des Gewehrs 88 findet durch Zutritt der hinteren Kammerwarze eine dreifache Warzenverriegelung statt. Der Verschlusskopf bildet bei Gewehr 98 keinen eigenen Bestandteil des Schlosses. Die Kammer (Fig. 17) ist mit einem beweglichen Ring b für das Funktionieren des Ausziehers versehen, a vordere linke (obere) Kammerwarze mit Einschnitt für den Auswerfer, c Sicherungsrast. Der Schlagbolzen g (Fig. 16) hat zwei Gasabzugsöffnungen. Abschrägungen am Kammerknopf und an der Hülsenbrücke i bewirken das Spannen bereits beim Vorschieben der Kammer f (Fig. 16) und erleichtern das Öffnen nach dem Schuss. Fig. 17a Hülse: a Nute für die vordere Kammerwarze, b Patroneneinlage, c Kammerbahn, d Ausschnitt zum Einsetzen des Ladestreifens.

Der Schlosskasten (Fig. 19) hat einen geschlossenen Boden (zur Vermeidung von Ladehemmungen, die durch das Eindringen von Sand etc. beim Schießen im Liegen entstehen können), a Haltestift mit Feder für den Boden, b Röhre für die Verbindungsschraube. Die Zubringefeder d (Fig. 16) in Gestalt eines liegenden W und der Zubringer bringen die von einem Ladestreifen e (Fig. 16) in den Kasten von oben gedrückten Patronen einzeln vor das Patronenlager a. Beim Laden wird ein gefüllter Ladestreifen in den Ausschnitt der Hülsenbrücke gesetzt. Durch einen Druck auf die oberste Patrone werden die Patronen in den Kasten eingeführt. Dieselben lagern seitlich übereinander, so dass die oberste Patrone etwas vor der Stirnfläche der Kammer liegt. Wird die Kammer vorgeführt, so fällt der Ladestreifen seitwärts heraus, während die oberste Patrone in das Patronenlager geschoben wird. Etwa in der Mitte der Patroneneinlage greift die Kralle des Ausziehers in die Eindrehung der Patronenhülse. Bei allen neueren Gewehrkonstruktionen ist ein hölzerner Handschutz zur Erleichterung der Handhabung des durch schnelles Feuern erhitzten Laufes angebracht. Das Visier, bestehend aus Visierfuß a (Fig. 19a), Visierklappe b und Visierschieber c (Fig. 19c), ist ein kombiniertes Richtbogen- (Quadranten-) und Klappenvisier. Das Standvisier ist auf 200 m, das höchste Visier auf 2000 m herabgesetzt. Eine Handstütze h (Fig. 16) hinter dem Kolbenhals begünstigt den Anschlag im Liegen; auch andere im Dienstgebrauch hervorgetretene Mängel des Gewehrs 88 hat man beseitigt, ebenso den Laufmantel.

Bekannte Figuren mit dem Gewehr 98

  • Deutsches Seebataillon, Boxeraufstand, 1:72 RedBox 72023
  • Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, 1914, 1:72 Coates & Shine 8123
  • Deutsche Infanterie, 1914–1916, 1:72 HaT 8200
  • Deutsche Infanterie, 1914–1916, 1:72 Zvezda 8083
  • Deutsche Infanterie, 1914–1916, 1:76 Airfix 01726
  • Deutsche Jäger, 1914–1916, 1:72 HaT 8199
  • Deutsche Jäger-Radfahrkompanie, 1914–1916, 1:72 HaT 8276
  • Deutsche Infanterie, 1916–1918, 1:72 Revell 02504
  • Deutsche Infanterie, 1916–1918, 1:72 Caesar H035
  • Deutsche Infanterie mit Unterstützungswaffen, 1916–1918, 1:72 HaT 8110
  • Deutsche Infanterie in Gasmaske, 1:72 Strelets M060
  • Deutsche Sturmtruppen, 1916–1918, 1:72 Strelets M055
  • Polnische Infanterie, 1939, 1:72 First To Fight PL1939-019
  • Deutsche Infanterie, 1939–1944, 1:32 ESCI 5504
Deutsche Infanterie, 1939–1944, 1:32 Figuren ESCI 5504

Die beiden Gewehrschützen der deutschen Infanterie des Zweiten Weltkrieges im Maßstab 1:32 von ESCI sind irrtümlich noch mit dem 1250 mm langen Gewehr 98 bewaffnet, das bereits 1935 von dem nur noch 1110 mm langen Karabiner 98 kurz (Kar. 98 k) als Standardwaffe der Reichswehr und Wehrmacht abgelöst worden war. Der Karabiner war 14 cm kürzer, 300 g leichter, und dadurch wesentlich handlicher als das Gewehr 98, was sich besonders im Ortsgefecht, in Feldbefestigungen, sowie beim Auf- und Absitzen von Fahrzeugen bemerkbar machte.

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