Linie

Linie

Linie, in der Taktik die Aufstellung einer Truppe derart, dass ihre Unterabteilungen nebeneinander stehen. Die Abbildung zeigt vier Infanterieregimenter in Linie. Für Artillerie und Kavallerie noch im 20. Jahrhundert Gefechtsform, ist sie es für die Infanterie seit Einführung der zerstreuten Fechtart nicht mehr und wird, der Schwierigkeit ihrer Bewegung halber, auf dem Gefechtsfeld selten verwendet. Vgl. »Exerzierreglement für die Infanterie, Feldartillerie und Kavallerie« (Berl.).

In der Befestigungskunst ist Linie ein Teil eines Festungswerkes, z. B. Face, Kurtine, Flanke. Verschanzte Linien unterstützten vielfach die Behauptung großer Geländestrecken, wie die altrömischen Grenzwälle, die Zirkum- und Kontravallationslinien bei Belagerungen, die Weißenburger Linien zum Schutz des nördlichen Elsass, Wellingtons Linien von Torres Vedras, das Sperrfortssystem der Maginotlinie in Frankreich und die Sicherung von Geländeabschnitten, wie der Serethlinie in Rumänien durch Panzerbatterien.

In der Heeresorganisation ist Linie das stehende Heer gegenüber Reserve und Landwehr; auch das übrige Heer gegenüber der Garde; früher die schwere Infanterie im Gegensatz zur leichten (Füsiliere).

Militärisch war das deutsche Eisenbahnnetz in Linien (Gruppen) geteilt, die, mit Buchstaben (A-Z) benannt, etwa den Eisenbahndirektionen etc. entsprachen, mit denen gemeinsam die Linienkommissare (s. Linienkommissionen) arbeiteten.

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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