Neumarkt

Neumarkt ist oder war der Name folgender Ortschaften:

Neumarkt in der Oberpfalz

Neumarkt in der Oberpfalz, Bezirksamtsstadt im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz, an der Sulz und am Ludwigskanal, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Passau–Nürnberg–Würzburg und Neumarkt–Beilngries, 428 m ü. M., hat eine evangelische und sechs katholische Kirchen (darunter die von 1402–32 im gotischen Stil erbaute, jetzt restaurierte Pfarrkirche und die restaurierte Hofkirche), Synagoge, Denkmal des Königs Max II., Realschule, landwirtschaftliche Winterschule, Musikschule, Waisenhaus, Amtsgericht, Forstamt, Remontedepot, Fabrikation von Fahrrädern, Teigwaren und Lebkuchen, Zement, Tonwaren, Goldleisten und Sprengstoff, eine Dampfsäge, eine Kunstmühle, Ziegeleien, Bierbrauereien und (1905) mit der Garnison (eine Eskadron Königlich Bayerisches 6. Chevaulegers-Regiment „Prinz Albrecht von Preußen“) 6365 meist katholische Einwohner. Bei Neumarkt und dem Dorf Deining gewann der Erzherzog Karl 22. Aug. 1796 ein Treffen gegen Bernadotte. In der Nähe die prachtvolle Ruine Wolfstein, die schöne Klosterruine Gnadenberg und das Wildbad, eine Schwefel- und eine an Kohlensäure reiche Eisenquelle, die gegen Rheumatismus, Unterleibsleiden und Frauenkrankheiten empfohlen wird. Vgl. »Führer durch Neumarkt (Oberpfalz) und seine Umgebung« (Neum. 1904).

Neumarkt an der Rott

Neumarkt an der Rott [seit 1934 Neumarkt-Sankt Veit], Flecken im bayerischen Regierungsbezirk Oberbayern, Bezirksamt Mühldorf, an der Rott, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Landshut–Neumarkt, Rosenheim–Eisenstein und Neumarkt–Pocking, 458 m ü. M., hat ein Amtsgericht und (1905) 1647 meist katholische Einwohner. Hier siegten 24. April 1809 die Österreicher unter Hiller über die Franzosen und Bayern unter Bessières und Wrede.

Neumarkt in Schlesien

Neumarkt in Schlesien [seit 1945 Środa Śląska], Kreisstadt im [ehem.] preußischen Regierungsbezirk Breslau, an der Staatsbahnlinie Sommerfeld–Breslau, hat eine evangelische und eine katholische Kirche, Synagoge, Amtsgericht, Elektrizitätswerk, Zigarrenfabrikation, Gerberei und (1905) 5118 Einwohner, davon 1876 Katholiken und 81 Juden. Neumarkt erhielt 1214 deutsches Stadtrecht. Vgl. Heyne, Urkundliche Geschichte der königl. Immediatstadt Neumarkt (Glogau 1845).

Neumarkt (poln. Nowy Targ)

Neumarkt (poln. Nowy Targ), Stadt in Galizien, 593 m ü. M., am Zusammenfluss des Schwarzen und Weißen Dunajec und an den Staatsbahnlinien Chabowka–Zakopane und Neumarkt–Suchahora gelegen, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, hat eine 1219 erbaute hölzerne Kirche, Kalkbrennerei, Handel und (1900) 6546 polnische Einwohner.

Neumarkt (Südtirol)

Neumarkt (ital. Egna), Marktflecken in Tirol, Bezirkshauptmannschaft Bozen, am linken Ufer der Etsch und an der Südbahnlinie Kufstein–Ala, Sitz eines Bezirksgerichts, hat Weinbau, Sägewerke und (1900) 2059 meist deutsche Einwohner.

Neumarkt in Steiermark

Neumarkt, Marktflecken in der Steiermark, Bezirkshauptmannschaft Murau, 838 m ü. M., an der Staatsbahnlinie St. Michael–Villach, in waldreicher Gegend, klimatischer Kurort, Sitz eines Bezirksgerichts, mit Kurhaus, Ruinen des Schlosses Forchtenstein, Bierbrauerei, Sägewerk und (1900) 1111 Einwohnern. Südlich an der Olsa das Mineralbad Einöd, mit Akratotherme (27°) und Stahlquelle.

Neumarkt am Mieresch

Neumarkt am Mieresch (Târgu Mureș), Deutscher Name von Marosvásárhely (s. d.).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Historische Orte