Wilhelm II. Friedrich Georg Ludwig, König der Niederlande

Der Prinz von Oranien, 1:72 Kennington Miniatures

Wilhelm II. Friedrich Georg Ludwig, König der Niederlande, Sohn Wilhelms I., geboren 6. Dez. 1792 in Den Haag, gest. 17. März 1849 in Tilburg, wird in der Militärakademie zu Berlin erzogen, studiert dann in Oxford und tritt in englische Militärdienste. Im Krieg auf der Pyrenäischen Halbinsel ist er Adjutant des Herzogs von Wellington und beweist als Generalmajor der britischen Armee bei Ciudad Rodrigo und Badajoz sowie in der Schlacht von Salamanca Tapferkeit. 1815 aus politischen Gründen zum Oberbefehlshaber der Alliierten ernannt, tritt er die Stellung bei der Ankunft des Herzogs von Wellington an diesen ab. Als Kronprinz der Niederlande befehligt er 1815 das niederländische Heer und erwirbt sich bei Quatre-Bras und Waterloo, wo er verwundet wird, neuen Ruhm. Als 23jähriger ist er in militärischen Dingen unerfahren und begeht in beiden Schlachten taktische Fehler, die unnötige Verluste verursachen. Ein 45 Meter hohes Denkmal, Der Löwenhügel (niederl. Heuvel met de Leeuw, franz. Butte du Lion), markiert bis heute die Stelle seiner Verwundung auf dem Schlachtfeld.

Figuren

  • Berittene Offiziere der Napoleonischen Kriege, 1:72 Waterloo1815 028
  • Prinz von Oranien, 1:72 Hinton Hunt DN30
  • Prinz von Oranien, 1:72 Kennington NP4

Am 21. Febr. 1816 vermählt er sich mit der Schwester des Kaisers Alexander I., der Großfürstin Anna Paulowna (gest. 1. März 1865). 1830, beim Ausbruch der belgischen Revolution, begibt sich der Prinz nach Belgien, wo er, seine Vollmacht überschreitend, die Trennung Belgiens anerkennt. Der König missbilligt sein Verhalten, und er geht nun nach England. 1831 übernimmt er wieder den Oberbefehl über die holländische Armee, die er im August im Krieg mit Belgien siegreich führt, bis er sich vor der bewaffneten Intervention Frankreichs zurückziehen muss. Später führt er das Kommando über die holländische Observationsarmee an der belgischen Grenze. Nach seines Vaters Abdankung 7. Okt. 1840 tritt er an die Spitze der Regierung. Der wachsenden Finanznot sucht er mittels durchgreifender Mittel zu begegnen, verweigert aber lange die Einführung der geforderten politischen Reformen, bis die Umgestaltung der europäischen Verhältnisse 1848 seinen Widerstand bricht. Er hinterlässt zwei Söhne, König Wilhelm III. und Prinz Heinrich (s. d.), und eine Prinzessin, Sophie, geb. 8. April 1824, vermählt 1842 mit dem Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar, gest. 23. März 1897. Im Haag und in Luxemburg wurden ihm Standbilder errichtet.

Scott Bowden und Jim Getz bewerten Wilhelm Friedrich Georg Ludwig von Oranien im Spielsystem Empire III als schlechten und uninspirierenden Korpskommandeur.

Bibliographie

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Fragen und Antworten

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Niederländische Armee der Napoleonischen Kriege