Schlacht bei Kulm, 29. und 30. August 1813

Kulm, Dorf in Böhmen, Bezirkshauptstadt Aussig, heute Chlumec in Tschechien, am Fuße des Erzgebirges, an der ehem. Staatsbahnlinie Bodenbach-Komotau, hat ein Schloss des Grafen Westphalen mit Park, Bierbrauerei, Eisengießerei, Braunkohlenbergbau und (1900) 1081 deutsche Einwohner. Kulm ist berühmt durch die hier 29. und 30. Aug. 1813 gelieferte Schlacht zwischen den Franzosen unter Vandamme und den verbündeten Preußen und Russen. Nach der Schlacht bei Dresden (29. und 30. Aug.), in der die Verbündeten, Russen, Preußen und Österreicher, von Napoleon zurückgeschlagen worden waren, und auf die Kunde, dass der französische General Vandamme nach einem heftigen Kampf gegen eine russische Heeresabteilung unter dem Herzog Eugen von Württemberg die Elbe 26. Aug. überschritten und Pirna am 27. besetzt habe, um den Verbündeten den Weg nach Böhmen auf der großen Straße nach Teplitz abzusperren, wollten diese den Rückzug über das Gebirge erzwingen. Indes in Erkenntnis der Gefahr, die der böhmischen Armee dadurch drohte, kehrte Eugen, durch die russischen Garden unter Jermolow auf 15.000 Mann verstärkt, am 28. auf die große Straße zurück und erreichte am Abend glücklich vor Vandamme Peterswalde. Hier wurden die Russen am 29. früh angegriffen und in den Teplitzer Talkessel auf Kulm zurückgeworfen. Sie sammelten sich aber bei Priesten wieder und behaupteten an diesem Tage ihre Stellung gegen die heftigen Angriffe Vandammes. Dieser, im Glauben, dass, wie früher befohlen war, Mortier und Saint-Cyr mit ihren Korps ihm folgten, erneuerte mit großer Energie am 30. den Angriff auf die Verbündeten, die sich inzwischen durch russische und österreichische Truppen auf 45.000 Mann vermehrt hatten, und die nun Barclay befehligte. Da erschien im Rücken der Franzosen das preußische Korps Kleists, das über den Kamm des Gebirges nach Nollendorf marschiert war. Gegen 10 Uhr vormittags griff es in den Kampf ein, die Russen und Österreicher eroberten Kulm und brachten die Franzosen in gänzliche Verwirrung, während alle Versuche derselben, nach Peterswalde durchzubrechen, von den Preußen zurückgeschlagen wurden. Die Niederlage war vollkommen; Vandamme musste sich mit 10.000 Mann den Siegern ergeben. 5000 Franzosen waren gefallen, zahlreiche Geschütze, Trophäen und alle Bagage genommen. Drei Denkmäler bei Arbesau: ein preußisches (1817), ein österreichisches (1835) und ein russisches (1837), erinnern an den Sieg.

Bibliographie

  • Aster: Die Kriegsereignisse im August 1813 und die Schlacht bei Kulm (Dresd. 1845)
  • Helfert, v.: Die Schlacht bei Kulm (Wien 1863)
  • Helldorf: Zur Geschichte der Schlacht bei Kulm (Berl. 1856)
  • Uhlenau, Uhlig v.: Das Kriegsjahr 1813 mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei Kulm (Dresd. 1863)

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

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