Die Armee von Christian Friedrich Carl Alexander Markgraf von Ansbach und Bayreuth

Brandenburg-Ansbach Infanterie-Regiment von Seybothen (Bayreuth)

Markgraf Christian Friedrich Carl Alexander von Ansbach erbte die Ländereien des Markgrafen von Bayreuth, als die bayreuther Linie im Jahre 1769 erlosch. Die kleine Armee von Ansbach-Bayreuth bestand aus zwei Infanterie-Bataillonen, die in britischen Diensten als Regimenter bezeichnet wurden, einem Jägercorps mit vier Kompanien, einer Artillerieabteilung mit vier Bataillonsgeschützen, sowie Stabs- und Sanitätspersonal. Die hier abgebildeten Füsiliere des Infanterie-Regiments von Seybothen feilschen mit einem Händler.

Gemäß einer Vereinbarung vom 1. Februar 1777 wurde die Armee von Ansbach-Bayreuth der britischen Armee in den amerikanischen Kolonien unterstellt, um den Aufstand der amerikanischen Rebellen dort niederzuschlagen. Am 7. März 1777 verließen 1.285 Offiziere und Mannschaften Ansbach und kamen am 3. Juni des Jahres in New York an. Im Jahre 1778 trafen weitere Verstärkungen in Amerika ein, womit nun 1.644 Offiziere und Mannschaften in britischem Dienst standen. Einige Quellen behaupten, dass im Verlauf des Konflikts 2.353 Männer für die britische Sache kämpften, von denen 1.170 nicht in ihre Heimat Ansbach-Bayreuth zurückkehrten. Viele Soldaten aus Ansbach-Bayreuth fielen in Schlachten oder starben in Folge von Krankheiten, aber ein großer Teil derjenigen, die nicht nach Franken zurückkehrten, hatte sich in der Neuen Welt niedergelassen.

Die Armee von Ansbach-Bayreuth

Die Infanterie-Regimenter bestanden aus nur einem Bataillon mit einer Grenadier- und vier Füsilierkompanien. Das Jägercorps hatte vier Kompanien, von denen eine mit dem ersten Kontingent von Ansbach-Bayreuth ins Feld zog. Die Infanterie-Regimenter trugen jeweils den Namen ihres Kommandeurs. Oberst von Voit führte zunächst das bayreuther Infanterie-Regiment und übernahm später das anspacher Regiment. Major von Seybothen, Kompaniechef im bayreuther Infanterie-Regiment, wurde dessen neuer Kommandeur.

Infanterie-Bataillon von Pölnitz
Infanterie-Regiment von Eyb
Infanterie-Regiment von Voit

Garnison Ansbach. Das Regiment wurde in Amerika zunächst von Oberst von Eyb geführt, dem Oberst von Voit vom 2. Ansbach-Bayreuth Regiment als neuer Kommandeur folgte. Die Uniform bestand aus einem blauen Rock, mit roten Rabatten und Aufschläge, roten Schoßumschlägen, weißmetallenen Knöpfen, weißem Kamisol, und weißen Hosen.

Infanterie-Bataillon von Drais
Infanterie-Regiment von Voit
Infanterie-Regiment von Seybothen

Garnison Bayreuth. Oberst von Voit gab sein Regiment an Major von Seybothen ab. Die Uniform bestand aus einem blauen Rock, mit schwarzen Rabatten und Aufschlägen, roten Schoßumschlägen, weißmetallenen Knöpfen, weißem Kamisol, und weißen Hosen.

Ansbach Jägercorps

Garnison Ansbach. Die braune Patronentasche am Gürtel trug die fränkische Krone mit den Initialen CFCA in Gelbmetall. Die Jägerkompanie von Capitain von Cramon segelte mit dem ersten Kontingent nach Portsmouth, und von dort in die Neue Welt. Die übrigen drei Kompanien folgten Ende März. Im März 1779 übernahm Hauptmann Freiherr von Waldenfels die Kompanie von Cramon. Die Uniform bestand aus einem grünen Rock, mit roten Rabatten und Aufschläge, roten Schoßumschlägen, gelbmetallenen Knöpfen, grünem Kamisol, und lederfarbenen Hosen.

Ansbach Artillerie

Garnison Ansbach. Premier-Lieutenant Hoffmann und 44 Mann bedienten die 4 Regimentsgeschütze der anspach-bayreuthischen Infanterie. Hoffmann wurde im Verlauf des Konflikts zum Hauptmann befördert. Die Uniform bestand aus einem blauen Rock, mit roten Rabatten und Aufschläge, roten Schoßumschlägen, weißmetallenen Knöpfen, weißem Kamisol, und weißen Hosen.

Feldzuggeschichte 1777

  • 28. Februar 1777 – 2. (Bayreuth) Infanterie-Regiment verlässt Bayreuth, um sich dem Rest der Armee in Ansbach anzuschließen.
  • 04. März – Das bayreuther Regiment kommt in Ansbach an.
  • 07. März – Die Armee marschiert von Ansbach Richtung Ochsenfurt am Main ab. Das 1. Regiment nimmt Quartier in Markt Bergel, das 2. Regiment in Burkbernheim, die Feldjägerkompanie in Ottenhofen.
  • 08. März – Die Armee nimmt Quartier in Uffenhofen. Der Markgraf verlässt die Armee und kehrt nach Ansbach zurück.
  • 09. März – Die Armee erreicht nachmittags Ochsenfurt über Gollhofen und Oberickelsheim, und schifft sich ein. Aus Würzburg werden weitere Binnenschiffe angefordert, damit die gesamte Truppe eingeschifft werden kann. Die Männer warten derweil auf den überfüllten Schiffen.
  • 10. März – Die Infanterie-Regimenter rebellieren wegen der unerträglich beengten Verhältnisse auf den Truppentransportern. Die Soldaten schiffen sich aus und verbringen den Morgen in und um Ochsenfurt trinkend und randalierende. Der Befehl, sich erneut einzuschiffen, wird vom 2. Regiment verweigert, das daraufhin meutert und sich in die Hügel oberhalb Ochsenfurt absetzt. Die Jägerkompanie wird ihnen nachgeschickt, woraufhin es zu einem kurzen Feuergefecht mit einem Toten und zwei Verwundeten des Bayreut-Regiments kommt. Mit der Zeit wird die Ordnung wieder hergestellt und das Regiment kehrt auf die Schiffe zurück. 40 Mann fehlen, von denen sich einige ins nahegelegene Kloster Tückelhausen geflüchtet haben. Ein Jägerdetachement mit 20 Mann unter Premierlieutenant Heinrich Karl Philipp von Freilitzsch wird den Flüchtigen nachgesandt. Die Jäger besetzen das Kloster, werden am Abend aber nach Uffenheim zurückverlegt. Der Margraf wird durch eine Depeche über die Meuterei informiert, die ihn am Abend in Ansbach erreicht. Sofort werden die Pferde wieder gesattelt und eine Eskorte wird bereitgestellt, die den Markgraf auf der Rückkehr nach Ochsenfurt via Uffenheim begleitet.
  • 11. März – Der Markgraf kommt am frühen Morgen in Ochsenfurt an, um seine Truppen wieder zu sammeln und sich ihre Beschwerde anzuhören. Den Meuterern wird vergeben, wenn sie versprechen, sich ohne Weiteres nach Amerika einzuschiffen. Die Truppen kehren auf die Binnenschiffe zurück und die Flotte segelt gegen 8:30 Uhr ab. Der Markgraf begleitet die Schiffe bis Dortrecht in Holland.
  • 13. März – Die Binnenschiffe erreichen Hanau am Main.
  • 15. März – Lieutenant Freilitzsch wird mit seinen Jägern nach Wertheim am Main beordert, um unterwegs Flüchtige des 2. Infanterie-Regiments aufzulesen.
  • 17. März – Lieutenant Freilitzsch schifft sein Jägerdetachement bei Wertheim ein. Die meisten Flüchtigen waren gesammelt und ihren Regimentern nachgeschickt worden.
  • 25. März – Der Konvoi erreicht Nijmegen in Holland, und die fränkischen Truppen werden auf König Georg II von England vereidigt.
  • 26. März – Der Konvoi erreicht Dortrecht in Holland, wo die Truppen auf englische Schiffe gebracht werden. Der Markgraf verabschiedet seine Soldaten.
  • 31. März – Die Schiffe segeln nach Portsmouth, England
  • 07. April – Die Flotte von sieben Truppentransportern verlässt Portsmouth. Hessische Jäger, sowie Rekruten aus Waldeck und Hessen-Kassel waren ebenfalls an Bord genommen worden.
  • 03. Juni – Die Truppentransporter gehen im Hafen von New York vor Anker.
  • 05. Juni – Die Truppen landen auf Staten Island.

Die fränkischen Truppen nahmen im Oktober 1781 an der Verteidigung von Yorktown teil. Viele der Infanteristen gerieten hier in Gefangenschaft, als ein Detachement von 400 handverlesenen Soldaten aus Lafayettes Light Infantry Division unter dem Kommando von Oberst Alexander Hamilton in der Nacht vom 14. Oktober die Redoute No.10 einnahm. Die übrigen fränkischen Truppen gingen fünf Tage später in Gefangenschaft, als Lieutenant-General Earl Cornwallis am 19. Oktober 1781 den Widerstand einstellte und Yorktown übergab. Die fränkischen Truppen wurden ausgetauscht und im Mai 1783 aus der Gefangenschaft entlassen, um in ihre Heimat zurückzukehren.

In Folge des Soldatenhandels, und dem damit verbundenen Leid der Soldaten und ihrer Familien, kam es zum Bruch zwischen dem Markgrafen und seinen Untertanen. Während einer Reiseunterbrechung in Bordeaux, Frankreich, am 2. Dezember 1791, verkaufte der Markgraf deshalb seine beiden Grafschaften Ansbach-Bayreuth an seinen Cousin, König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, für eine jährliche Pension von 300.000 fl. (Gulden). Markgraf Christian Friedrich Carl Alexander ließ sich in England nieder und starb dort am 5. Januar 1806 im Alter von 70 Jahren.

Bibliographie

Fragen und Antworten

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