Bettung

Bettung

Bettung, ist die Unterlage, auf welcher in Batterien die Räder der Geschütze stehen, damit sie nicht in die Erde einschneiden, und beständig auf beiden Seiten gleich hoch sind. Die einfachste Art sind die Notbettungen, wo man zwei starke Bretter oder Bohlen horizontal in die Erde gräbt, so dass die Räder der Kanone oder Haubitze darauf zu stehen kommen, und ein drittes hinter denselben, ebenfalls der Länge nach, auf welchem der Schwanz der Lafette ruht. Alle diese Bretter werden durch Pfähle, die man dicht neben ihnen in die Erde schlägt, befestigt. Hat man aber Zeit, und soll die Bettung auf längere Zeit dauern, so macht man sie auf folgende Art. Nachdem der Boden horizontal gemacht ist, gräbt man drei oder vier Balken neben einander parallel in die Erde, welche nach Verschiedenheit der Kanonen zwölf bis 20 Fuß lang sind, und durch neben sie eingeschlagene Pfähle befestigt werden. Man nennt diese Balken Batterierippen. Quer über die Balken werden starke Bretter dicht an einander gelegt, Batteriedielen genannt, und auf ihnen mit hölzernen oder eisernen Nägeln, auch mit Schrauben befestigt; sie müssen alle von gleicher Dicke sein, und genau an einander passen. Die Breite solcher Bettung ist sechs bis zehn Fuß. Will man mit den Kanonen einen großen Platz vor der Brustwehr bestreichen, so macht man die Bettung hinten breiter, so dass sie bei schwerem Geschütz vorn 9, hinten 18 Fuß breit ist. Soll die Kanone nur nach einer Richtung schießen, so ist es gut, wenn man der Bettung eine kleine Abdachung nach vorn zu gibt, so dass der hintere Teil 4 bis höchstens 8 Zoll höher ist; dies vermindert teils den Rücklauf des Geschützes, teils wird dadurch das Vorschieben erleichtert, dann bringt man aber an jeder Seite der Bettung, etwa 6 Zoll von der Brustwehr, einen Stoßbalken an, durch welchen die Räder beim Vorschieben aufgehalten werden, damit sie die Brustwehr nicht beschädigen.

Bettung für die Gribeauvalsche Walllafette
Bettung für die Gribeauvalsche Walllafette
Bettung für Geschütze auf Rahmenlafette
Bettung für Geschütze auf Rahmenlafette

Für die Gribeauvalschen Walllafetten bestehen die Bettungen aus drei Ripphölzern, wie Fig. 258 zeigt, 14 Fuß lang, und 5 Zoll ins Gevierte haltend; sie werden mit 5 Zoll Fall gegen die Brustwehr in die Erde gegraben. B ist der Sohlriegel, steht 24 Zoll von der Brustwehr ab, 30 Zoll aber, wenn diese innerhalb mit Mauerwerk bekleidet ist, und befindet sich genau unter dem Laufriegel des Rahmens, damit der Drehbolzen in ihm befestigt werden kann. Statt der Dielen sind auf den Ripphölzern drei Querriegel C, D und F befestigt, von denen der vorderste C, 7 Zoll hinter dem Sohlriegel liegt, und abgerundet ist, damit er den Laufriegel nicht in seiner Bewegung hindert. Der Raum zwischen den Querriegeln und Ripphölzern wird mit festgestampfter Erde gefüllt.

Völlig verschieden von diesen Bettungen sind die, welche bei den Strandbatterien üblich sind, wenn die Geschütze auf Rahmlafetten stehen. Sie bestehen aus einem Vorderteil A, und einem Hinterteil B, Fig. 147. Der Vorderteil A bildet einen kleinen Rahmen, welcher zwei Seitenstücke aa und drei Riegel b enthält; in den mittelsten dieser Riegel ist ein Zapfen eingesetzt, welcher den Namen Drehbolzen bekommt; und dem darauf zu setzenden Stückrahmen zum Drehpunkt dient. Der Hinterteil dieser Bettung, B, hingegen bildet einen Kreisbogen; der Mittelpunkt des dazugehörigen Kreises ist der Drehbolzen, aus drei verschiedenen Holzstücken zusammengesetzt; er wird horizontal in die Erde eingegraben, und dient zur leichteren Seitenrichtung der Geschütze auf Rahmlafetten.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Bettung, jede feste Unterlage von gleichmäßiger Tragfähigkeit zum Aufstellen von Maschinen, beim Eisenbahnbau etc. Geschützbettung, die feste Unterlage für schwere Geschütze. Holzbettungen bestehen aus Kreuzhölzern (Rippen) parallel der Schussrichtung in den Boden eingelassen und, quer darüber, Bohlen (Batteriedielen). Zahl und Länge der Rippen und Zahl der Bohlen richten sich nach Kaliber und Art der Geschütze (lange und kurze Bettung); ebenso, ob man verschraubbare oder genagelte Bettungen anwendet. Zuweilen genügen einzelne Bohlen unter Rädern und Lafettenschwanz, für die schwere Feldhaubitze bei festem Erdboden sogar Rohrmatten als Bettung. Bei Steilbahngeschützen im Felde führt man auch fahrbare Bettungen (Bettungswagen) mit, deren Pivot an der Gebrauchsstelle in die Erde eingegraben wird. Für Geschütze mit festem Standort besteht die Bettung aus Beton von ca. 1 m Tiefe. Im Eisenbahnbau bezeichnet Bettung die stopfbare Unterlage der Bahnschwellen.

Das Foto zeigt eine französische 6-Zoll Haubitze vom System Gribeauval in einem Geschützstand mit Holzbettung. Das Modell im Maßstab 1:32 von Hinchliffe wurde mit Kunstharzfarben von Humbrol bemalt, teilweise zusammengebaut, aber nicht fertiggestellt. Im Laufe der Zeit ist die Farbe an Nietenköpfen, Schrauben, und anderen exponierten Stellen abgeplatzt oder beim Hantieren mit dem Geschütz abgerieben worden. Wischer/Setzer, Hebebäume, Eimer, Munitionskisten und anders Geschützzubehör ist vorhanden, aber nicht abgebildet.

Bibliographie

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Glossar militärischer Begriffe