Bomben

Bomben

Bombe, das Geschoss der Mortiere, ein völlig runder, inwendig hohler Körper aus Eisen, welche man mit Pulver füllt, um ihn nach dessen Entzündung durch die Brandröhre, in mehrere Stücke zu sprengen. Da die Bombe eigentlich nur eine größere Granate ist, so gilt auch von ihr alles, was unter dem letzteren Worte gesagt wird. Die Bomben werden, wie alle hohlen Körper, über einen Kern gegossen, und zwar geschah dies in früheren Zeiten konzentrisch, d. h. überall von gleicher Eisenstärke. Jetzt hat man fast allgemein exzentrische Bomben, d. h. man hat ihnen, und zwar am Boden, gerade unter dem Mundloch, eine Eisenverstärkung gegeben, um hierdurch zu verhindern, dass sie nicht auf den Zünder fallen, wodurch ihr Zerspringen unterbleiben könnte. Die exzentrischen Bomben haben aber den Nachteil, dass sie in wenigere Stücke zerspringen, weil der verstärkte Teil gewöhnlich ganz liegen bleibt; auch weichen sie leichter aus der Richtung, wenn die Verstärkung nicht ganz genau unter dem Mundloch ist. Überdies ist noch nicht erwiesen, dass die konzentrischen Bomben mehr geneigt sind, auf die Brandröhre zu fallen als jene, vielmehr muss manm es dem schlechten Brändersatz zuschreiben, wenn die früher gebrauchten Bomben oft nicht zersprangen. Einen Vorteil haben aber die exzentrischen Bomben, nämlich, dass sie geschickter sind, durch Gewölbe zu schlagen.

Um die Bomben leichter zu transportieren, und beim Laden in den Mortier zu handhaben, sind sie entweder mit Henkeln oder Ösen, oder mit Löchern versehen, in welche dazu bestimmte Knebel passen. Übrigens s. Bedienung, Granate, Mortier, Schuss, Wirkung usw. Außerdem, dass man die Bomben aus den Mortieren wirft, bedient man sich ihrer auch statt der Fladderminen; sie leisten gute Wirkung, wenn sie, von einer gewissen Größe, mit Pulver gefüllt, und mit einer Feuerleitung, wie die Minen versehen, in den Graben vor einer Verschanzung eingegraben werden. Alsdann legt man von 10 zu 10 Schritt eine, besondern an den Ecken, in der Tiefe von 5 bis 6 Fuß; sollen sie vor dem Graben statt der Fladderminen gebraucht werden, so legt man immer deren 2 bis 3 bei einander, in einer Reihe um den Graben, und in der Entfernung von 20 bis 30 Schritt.

Quelle: Rumpf, H. F.: Allgemeine Real-Encyclopädie der gesammten Kriegskunst (Berl. 1827)

Bomben, eiserne, mit Sprengladung gefüllte Hohlkugeln glatter Mörser, schwerer Haubitzen und Bombenkanonen (bei Feldhaubitzen hießen sie Granaten). Die Bomben sind konzentrisch, wenn der Mittelpunkt der Höhlung mit dem der äußeren Oberfläche zusammenfällt, entgegengesetzten Falls exzentrisch. Bei letzteren entstehen beim Schießen Abweichungen von der normalen Flugbahn sowohl nach der Seite als nach oben oder unten, und zwar stets nach der Seite hin, nach welcher der Schwerpunkt der Bombe im Rohr liegt. An den Bomben, die seit 1830 stets exzentrisch hergestellt wurden, bezeichnete man in einem Quecksilberbad den leichten Pol, der durch eine eingemeißelte Pfeilspitze markiert wurde. Beim Einsetzen der Bombe mittels Bombenhaken, die in zwei Ösen griffen, konnte man ihnen eine die Trefferwahrscheinlichkeit erhöhende genaue Lage im Rohr geben.

Zur Entzündung der Sprengladung diente ein hölzerner Säulenzünder, der vorher auf die berechnete Flugzeit abgeschnitten wurde. Denselben zündete man in älterer Zeit mit der Lunte an (Werfen mit zwei Feuern), später wurde er von der Geschützladung in Brand gesetzt (Werfen aus der Dunst oder mit einem Feuer). Bomben sollen zuerst von Malatesta, Fürst von Rimini, 1433 aus zwei Hälften angefertigt und nach ihrem Zünder (bomba) benannt worden sein. Brandbomben waren mit Brandsatz gefüllt und hatten 3–5 Brandlöcher. Bleibomben, mit Blei ausgegossen, dienten zum indirekten Brescheschuss aus schweren Haubitzen und Bombenkanonen. Zu Rollbomben nahm man 7- und 10-pfündige Bomben, die in einer auf die Brustwehrkrone gelegenen Laufrinne in den Graben gerollt wurden, wenn der Feind beim Sturm dorthin gelangt war. Dies geschah namentlich an Punkten, die andere Bestreichung nicht hatten (Kurtinenpunkte).

Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage 1905–1909

Bibliographie

Glossar militärischer Begriffe