Österreichische Grenz-Infanterie im Siebenjährigen Krieg, 1756–1763

Österreichische Grenz-Infanterie im Siebenjährigen Krieg, 1756–1763

Die Militärgrenze, ein Habsburgischer »Limes«, wurde 1538 von Kaiser Ferdinand I. angelegt, der an der Grenze zum Osmanischen Reich von den Türken vertriebene Serben (Rascianer, Uskoken) ansiedelte und der österreichischen Militärverwaltung unterstellte. Die serbischen Militärbauern verpflichteten sich zum Grenzdienst und wurden dafür mit Religions- und Abgabenfreiheit belohnt. Außerdem hatten die Grenzer das Recht, auf türkischem Gebiet Beute zu machen. Die drei serbischen Kapitanate Kopreinitz, Kreuz, und Ivanic bildeten später das Warasdiner Grenzgeneralat.

Am 12. September 1683 beendete der polnische König Johann III. Sobieski mit seinem überraschenden Angriff in der Schlacht am Kahlenberg die zweite Türkenbelagerung Wiens. Prinz Eugen von Savoyen siegte am 11. September 1697 in der Schlacht bei Zenta und erreichte damit die Wende im Kampf Österreichs gegen die Türken. Nach dem Frieden von Karlowitz 26. Januar 1699 entstanden die Karlstadter, Warasdiner und Banat-Grenzgeneralate. Unter Kaiser Leopold I. organisierte Luigi Ferdinando Graf de Marsigli 1702 aus den längs der Save, Theiß, und Maros gelegenen Gegenden die Slawonische Grenze, die 1747 zu einem großen Teil mit Ungarn verschmolz. Durch General Adolf Buccow und, nach dessen Ableben 1764, durch András Reichsgraf Hadik von Futak wurde die siebenbürgische Grenze errichtet, nämlich 1764 die Szekler Grenze und 1766 die Walachische. 1770 bis 1787 wurde der Militärgrenzgürtel abgeschlossen und das Kantonsytem eingeführt.

Figuren

  • Panduren, avancierend, 42 mm Irregular Miniatures LWSY25
  • Grenzer (Panduren), 40 mm Matthias Manske
  • Fahnenträger, 40 mm Nürnberger Meisterzinn Nr. 1004
  • Östereichische Grenzer, Führungsgruppe, 28mm Crusader Miniatures SYA034
  • Östereichische Grenzer, Helden und Gefallene, 28mm Crusader Miniatures SYA033
  • Österreichische Grenz-Infanterie, vorgehend, 28mm Crusader Miniatures SYA030
  • Österreichische Grenz-Infanterie, plänkelnd, 28mm Crusader Miniatures SYA031
  • Panduren, plänkelnd, 28 mm Front Rank Figuren SABP15
  • Grenzer, 25 mm Old Glory SYWA020
  • Grenzer, vorgehend, 25 mm Falcon Miniatures S-2007
  • Grenzer, schießend, 25 mm Falcon Miniatures S-2008
  • Grenzer, schießend, 25 mm RSM95 SYWA-GRF
  • Pandur, 25 mm Eagle Figures ASYW6
  • Pandur mit Tschako, 25 mm Eagle Figures ASYW6A
  • Pandur, kniend schießend, 25 mm Eagle Figures ASYW6B
  • Pandur, zeigend, 25 mm Eagle Figures ASYW6C
  • Pandur, ladend, 25 mm Eagle Figures ASYW6D
  • Pandur, seine Sohle inspizierend, 25 mm Eagle Figures ASYW6E
  • Slawonischer Offizier (Gradiskaner), 25 mm Minifigs ASW 2
  • Slawonischer Grenzer (Gradiskaner), 25 mm Minifigs ASW 1
  • Kroatischer Offizier, 25 mm Minifigs ASW16
  • Kroatischer Grenzer, 25 mm Minifigs ASW15
  • Grenzer, gemischte Posen, 20 mm Outland 20606
  • Grenzer, Offizier, 18 mm Eureka Miniatures 300SYW225
  • Grenzer, Unteroffizier, 18 mm Eureka Miniatures 300SYW224
  • Grenzer, Hornist, 18 mm Eureka Miniatures 300SYW223
  • Grenzer, marschierend, 18 mm Eureka Miniatures 300SYW221
  • Grenzer, plänkelnd, 18 mm Eureka Miniatures 300SYW222
  • Panduren, 15 mm Old Glory SYA-06
  • Grenzer, Führungsgruppe, 15 mm Freikorps 15 ASY16
  • Grenzer, 15 mm Freikorps 15 ASY06
  • Panduren / Kroaten, vorgehend, 15 mm Irregular Miniatures FSYAR18
  • Österreichische Grenz-Infanterie (Cap), 15 mm Minifigs 33V
  • Österreichische Grenz-Infanterie, Führungsgruppe für 33V und 34V, 15 mm Minifigs 38V
  • Österreichische Grenz-Infanterie (Panduren), 1:220 Baccus6mm SAU5
  • Österreichische Grenzer und Offiziere, 6 mm Adler Miniatures ADM7115
  • Österreichische Grenzer (Kroaten), 1:300 Heroics & Ros MSY08

Generalate

  • Karlstadter Grenzgeneralat (Kroaten), 1699
  • Warasdiner Grenzgeneralat (Serben), 1699
  • Banat-Grenzgeneralat, 1699
  • Slawonisches Grenzgeneralat, 1702
  • Szekler Grenzgeneralat, 1764
  • Wallachisches Grenzgeneralat, 1766

Grenz-Infanterie-Regiment

Um 1750 wurden die Regimenter der Grenz-Infanterie auf einheitlichen Fuß von 16 Füsilier-, 2 Grenadier- und 2 Schützenkompanien gestellt, die in zwei Feldbataillone und ein Depotbataillon gegliedert waren. Die Kompaniestärke betrug ca. 100 Mann. Jedem Feldbataillon war außerdem eine Husarenschwadron mit 130 Mann zugeteilt. In Kriegszeiten dienten die Grenadierkompanien im Grenadiercorps der österreichischen Armee.

  • Regimentsstab
  • 1. Bataillon
    • Bataillonsstab
    • 1. Grenadierkompanie
    • 1. Füsilierkompanie
    • 2. Füsilierkompanie
    • 3. Füsilierkompanie
    • 4. Füsilierkompanie
    • 5. Füsilierkompanie
    • 6. Füsilierkompanie
    • 1. Schützenkompanie
  • 2. Bataillon
    • Bataillonsstab
    • 2. Grenadierkompanie
    • 7. Füsilierkompanie
    • 8. Füsilierkompanie
    • 9. Füsilierkompanie
    • 10. Füsilierkompanie
    • 11. Füsilierkompanie
    • 12. Füsilierkompanie
    • 2. Schützenkompanie
  • 3. Bataillon (Depot)
    • Bataillonsstab
    • 13. Füsilierkompanie
    • 14. Füsilierkompanie
    • 15. Füsilierkompanie
    • 16. Füsilierkompanie

Tschaikisten-Bataillon

Zur Sicherung der Flussgrenzen in den Grenzplätzen von Slawonien und Syrmien gegen den Schmuggelhandel und das Eindringen der Pest wurde ein bereits früher aufgestelltes Tschaikisten-Bataillon 1747 erhalten und 1763 in den Landstrich zwischen der Donau und Theiß bei Titl versetzt. 1764 wurde die Stärke des Bataillons von zwei auf vier Kompanien erhöht. Das Tschaikisten-Bataillon war mit leichten ruder- und segelfähigen Kanonenbooten,»kaiserlichen Freikriegsschiffen« ausgestattet, die mit einem schweren und mehreren leichten Geschützen bewaffnet waren. Der Schiffstyp »Tschaike« (slawisch für »Kiebitz«), nach dem Vorbild der ungarischen Nassaden gebaut, eignete sich viel besser für den Einsatz auf der Donau und ihren schiffbaren Nebenflüssen als die großen Schiffe der Donauflottille mit 40 bis 64 Kanonen, die im Laufe der Zeit sämtlich strandeten. Wichtigster Stützpunkt des Tschaikisten-Bataillons war die Festung Komorn in Ungarn, wo neue Tschaiken gebaut und schadhafte Boote ausgebessert wurden.

Im Februar 1742 erhielt der kurbayerische Obristwachtmeister Matthias Freiherr von Droste die Erlaubnis zur Errichtung einer Freikompanie Droste, der man zwei Tschaiken, eine mit vier und die andere mit sieben leichten Geschützen armiert, zur Bekämpfung der von den Österreichern auf der Donau verwendeten Tschaiken zuteilte. Die bayerische Schiffsarmade konnte sich nicht lange erhalten: am 5. Juli 1742 musste man die Kanonenboote verbrennen, um sie dem Feind nicht in die Hände zu liefern (SGBH, 106).

Uniformen im Siebenjährigen Krieg

Die Soldaten der Grenz-Regimenter trugen zunächst verschiedenartige Nationaltrachten, die ab 1750 durch geregelte Uniformen »à la Husarde« ersetzt wurden. Die Karlstädter (Kroaten) und Banaler Grenz-Regimenter trugen Husarenjacken mit spitzen Aufschläge, die Warasdiner (Serben) und Slawonischen Grenz-Regimenter solche mit runden Aufschlägen. Die Grenzer trugen Tschakos ohne Schirm, anliegende ungarische Beinkleider mit Schoitasch, ungarische Stiefeletten oder Opanka Schnürsandalen, und rote Mäntel. Sie waren mit Musketen und Kavalleriesäbeln bewaffnet. Während der Schlacht bei Kolin, am 18. Juni 1757, sollen 1-pfünder Bataillonsgeschütze der Grenz-Infanterie eingesetzt worden sein, die wegen ihres ungewöhnlichen Geschützlärms einige Nervosität bei der preußischen Infanterie auslösten.

Regiment errichtet Rock Aufschläge Schlachten
1. (Karlstädter) Likaner Regiment 1746 rot grün Prag, Moys, Schweidnitz, Liebau, Wisternitz, Kunersdorf, Landeshut, Liegnitz, Glatz, Chemnitz
2. (Karlstädter) Ottochaner Regiment 1746 rot hellblau Prag, Welmina (Reschni-Auje), Gottleuba, Liebau, Kunersdorf, Liegnitz, Landeshut, Glatz, Meißen
3. (Karlstädter) Oguliner Regiment 1746 blau gelb Lobositz, Prag, Welmina (Reschni-Auje), Gottleuba, Liebau, Kunersdorf, Liegnitz, Landeshut, Glatz, Meißen
4. (Karlstädter) Szluiner Regiment 1746 hellblau rot Kolin, Kaltenberg, Berlin, Buchau, Meißen, Dresden, Torgau, Strehlen, Pretschendorf
5. (Warasdiner) Kreutzer Regiment 1749 weiß grün Prag, Kolin, Striegau, Landeshut, Sebastiansberg, Meißen, Leutmannsdorf, Peilau
6. (Warasdiner) St. Georger Regiment 1749 weiß oder grün grasgrün oder weiß Prag, Landeshut, Moys, Breslau, Liebau, Stolpen, Dresden, Maxen, Meißen, Berlin, Schweidnitz, Adelsbach, Burkersdorf, Peilau
7. (Slawonisches) Broder Regiment 1747 schwarzbraun gelb Kolin, Landeshut, Moys, Breslau, Dresden, Torgau, Grebeniz, Fischerberg
8. (Slawonisches) Gradiskaner Regiment 1747 rot blau Kolin
9. (Slawonisches) Peterwardeiner Regiment 1747 schwarzbraun rot Landeshut, Schweidnitz, Grünberg, Kunersdorf, Maxen, Sauberdorf
10. (Banaler) Erstes Banaler Regiment 1750 dunkelblau rot Prag, Kolin, Moys, Schweidnitz, Neisse, Grünberg, Meißen, Cosdorf, Dresden, Wittenberg, Leipzig
11. (Banaler) Zweites Banaler Regiment 1750 blau rot Lobositz, Prag, Kolin, Welmina (Reschni-Auje), Nollendorf, Gottleuba, Schweidnitz, Meißen, Buchau, Strehlen, Torgau
12. (Banater) Deutsch-Banater Regiment 1747
13. (Banater) Walachisch-Illyrisches Regiment 1747
14. (Siebenbürger) Erstes Szekler Regiment 1764
15. (Siebenbürger) Zweites Szekler Regiment 1764
16. (Siebenbürger) Erstes Walachisches Regiment 1766
17. (Siebenbürger) Zweites Walachisches Regiment 1766
Tschaikisten-Bataillon
Titler Grenzbataillon 1769
1740 hellblau rot

Die Grenzer gehörten zu den besten und erfahrensten Soldaten der österreichischen Armee. Sie kämpften hauptsächlich in offener Gefechtsordnung, nämlich überall dort wo unwegsames Gelände den Einsatz von Plänklern begünstigte, auf Streifzügen, und im kleinen Krieg um Vorpostenstellungen und Nachschubwege.

Bibliographie

Fragen und Antworten

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